Das Kuratieren des Urbanen
Curating the Urban
Wissenschaftsdisziplinen
Humangeographie, Regionale Geographie, Raumplanung (25%); Kunstwissenschaften (75%)
Keywords
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Urban Curating,
Spatializing Knowledge,
Exhibiting As Research,
Social Production Of Space,
City As Collection
Mit diesem Projekt sollen neue Formen des kuratorischen und künstlerischen Handelns durch Verräumlichung urbaner Phänomene angewandt werden. Mit der damit einhergehenden Form des urbanen Kuratierens werden auch neue Formate urbaner Wissensproduktion im Spannungsfeld zwischen künstlerisch-wissenschaftlichen Versuchsanordnungen sowie öffentlichen Diskursen entwickelt. Dazu werden drei miteinander verzahnte urbane Phänomene untersucht, die als Fallstudien in Wien, Tokio und Vancouver mit ForschungspartnerInnen analysiert werden: Dividual Spaces / Dividual Subjects, Migration of Forms / Forms of Migration, Economy of Architecture / Architecture of Economy. Jedes dieser Phänomene beinhaltet das Potential, das Verhältnis zwischen Stadt und der Produktion des sozialen Raums als Dimension des kognitiven Kapitalismus zu verräumlichen. Künstlerische und urbanistische Strategien werden dabei zu einer Methode des urbanen Kuratierens zusammengeführt. Dafür wird ein Raum in Wien ESPACE als Bühne eines laborartigen Urbanismus etabliert, in dem drei aufeinander folgende Verräumlichungen (Ausstellungen) einen aufbauenden, verketteten Forschungs-Diskurs ins Räumliche übersetzen. Die Besonderheit der Strategie liegt darin, dass die Abfolge der Verräumlichungen auf einem kumulativen Prinzip basieren wird, in dem wie auch de-facto im Städtischen AkteurInnen und Argumente, Handlungen und Interventionen aufeinander folgen und auf situative Kontexte reagieren. Mit dieser kuratorischen Methode ist eine partizipatorische Form der Wissensproduktion angelegt, die auf einem Hintereinander von verräumlichten Argumenten von 1. dem Forschungsteam, 2. AkteurInnen aus den Feldern Urbanismus, Kunst, Architektur, sowie 3. auf punktuellen Interventionen von AkteurInnen aus heterogenen Wissensbereichen aufbaut. Dieses Format der Ausstellung als zeitgenössische Figur des Forschens, als künstlerisch-wissenschaftliche Methode und Praxis eines zeitgemäßen Urbanismus neu zu formulieren, ist unser Anspruch. Das Projekt möchte mit der Entwicklung einer transdisziplinären Form des urbanen Kuratierens einen Beitrag leisten, um mit Methoden der Verräumlichung zu einer künftigen sozialen Ästhetik des urbanen Denkens und Handelns zu gelangen.
Im PEEK-Projekt "Curating the Urban. Exhibiting and Spatializing the Urban Condition in Times of Cognitive Capitalism" haben wir versucht, einen laborartigen Projektraum einzurichten, um eine öffentliche Debatte und Wissensproduktion über städtebauliche Themen zu generieren. Ein temporärer Projektraum in Wien - halfway - wurde als Bühne für ein städtisches Labor eingerichtet, in dem drei aufeinanderfolgende "Verräumlichungen" eine forschungsbasierte Debatte in eine räumliche Dimension übersetzten. Die Verräumlichungen erfolgten in Form von öffentlichen Ausstellungen, in denen Akteure und Argumente, Aktionen und Interventionen aufeinander folgten und auf situative Kontexte reagierten. Wir haben an drei Kapiteln gearbeitet, die miteinander verbundene städtische Phänomene repräsentieren, die in Fallstudien in Wien, Tokio und Vancouver zusammen mit lokalen Forschungspartnern analysiert wurden: Spaces of Dividuality / Dividuality of Subjects, Migration of Forms / Forms of Migration, Economy of Architecture / Architecture of Economy. Das Projekt hat deutlich die Notwendigkeit gezeigt, eine laborähnliche, aber offen zugängliche Plattform anzubieten, um Strategien und Methoden von Akteuren zu verknüpfen, die über die Grenzen der Disziplinen rund um den Urbanismus hinweg arbeiten. Kunstbasierte Forschung ermöglichte es uns, nicht nur neue Produktions- und Diskussionsweisen zu entwickeln, sondern auch neue Präsentations- und Darstellungsweisen zu testen. Ein wesentlicher Aspekt dabei war der duale Ansatz, in einem Projektraum zu arbeiten, der als öffentlich zugängliches Labor konzipiert wurde und in dem fortlaufende Verräumlichungen und Displays zu den Forschungsthemen produziert wurden sowie gleichzeitig einen parallelen Raum und ein Archiv mit der Webseite des Projekts aufzubauen. (www.halfway.at). Wir konnten mit dem Projekt zeigen, wie eine zukunftsorientierte Form des städtischen Diskurses, der Debatte und der Partizipation aussehen könnte. Das Projekt war erfolgreich darin, eine hybride Öffentlichkeit über mehrere Disziplinen hinweg zu erreichen, die alle durch ein kritisches Interesse an Stadtentwicklungen und den Politiken zeitgenössischer räumlicher Innovationen verbunden sind. Die Methode der Verräumlichung erwies sich als äußerst produktiv, da sie komplexe städtische Problematiken in räumliche Anordnungen und Darstellungen übersetzen konnte. Das Ziel, 1: 1-Modelle urbaner Themen als Walkthrough-Situationen zu produzieren war gleichzeitig eine Art der künstlerischen Produktion (Installationen), eine kuratorische Strategie (Anzeigen und Arrangieren) und eine Form der Wissensproduktion (Diskurs, Gespräche, Screenings). Die Öffentlichkeit, die sich in halfway versammelte, war sehr vielfältig und die Webseite (und auch unsere Newsletter) boten uns eine weitere Ebene der Öffentlichkeitsarbeit. Wir betrachten unsere öffentliche Zugänglichkeit als einen wichtigen Faktor, um kunstbasierte Forschungspraktiken im breiteren Kontext von Urbanismus und Architektur sichtbarer zu machen.
- Julian Worrall, University of Adelaide - Australien
- Jorge Almazán, Keio University - Japan
- Helmut Weber, Simon Fraser University - Kanada
- Jeff Derksen, Simon Fraser University - Kanada
- Sabine Bitter, Simon Fraser University - Kanada
Research Output
- 1 Publikationen
- 13 Künstlerischer Output
- 5 Disseminationen
- 2 Wissenschaftliche Auszeichnungen