Co-corporeality_responsive spaces in the era of Biomediality
Co-corporeality_responsive spaces in the era of Biomediality
Wissenschaftsdisziplinen
Bauwesen (30%); Elektrotechnik, Elektronik, Informationstechnik (20%); Informatik (20%); Werkstofftechnik (30%)
Keywords
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Biological Polymers,
Corporeality,
Non-Verbal Communication,
Complex Responsive Materials,
Reciprocal Recognition Space,
Synthetic Biology
Die künstlerische Forschungsarbeit Co-corporeality setzt sich kritisch mit dem Missverständnis der gebauten Umwelt als passiver, toter Materie" auseinander. Das Ziel des Projekts, mit Fokus auf biologischen Materialien und nonverbaler Kommunikation, ist das Ermöglichen einer Interaktion zwischen Mensch und Lebendmaterie, um dadurch eine reaktionsfähige Umgebung zu schaffen. Diese biologische performative Architektur reagiert auf die Anwesenheit und das Verhalten des Menschens durch Bewegungen, Wachstum, Verfall und Interaktion. Die wissenschaftliche Grundlage von Co-corporeality umfasst systematische und spekulative Zugänge aus verschiedensten Bereichen der Materialstudien, Kognitivwissenschaften und performativen Architektur. Das Projekt erschließt sich von drei Zugängen: Erstens soll eine Reihe reaktionsfähiger Bio-Materialien erzeugt werden, welche sowohl ihr unmittelbares Umfeld wahrnehmen, als auch mit Menschen interagieren können. Zweitens sollen Kommunikationsschnittstellen entworfen werden, welche auf nonverbale Kommunikation reagieren, wie z.B. Berührung, Bewegungsabläufe, menschliche Präsenz und Augenkontakt, und Reaktionen und Veränderung am Material hervorrufen. Das Projekt entwickelt dafür eine verhaltensbezogene Benutzeroberfläche, um eine Interaktion zwischen den zwei biologischen Systemen zu ermöglichen. Drittens soll, durch die Konstruktion großmaßstäblicher Proto-Architekturen, eine baubezogene Spekulation praktisch erforscht werden. Anhand seiner Methodik will Co-corporeality neue ästhetische und technologische Zugänge etablieren, die sich aus der notwendigen Infragestellung geläufiger baulicher Materialsysteme kontemporärer Architektur ergeben. Die Notwendigkeit hierzu ergibt sich aus Fragen zu Neuformulierungen der Termini Natur und Ökologie, aufgeworfen durch wissenschaftliche Disziplinen wie synthetischer Biologie, Gentechnik und Klonierung. Im Gegensatz zu konventionellen Materialsystemen sind lebende Bio-Materialien, wie biologische Polymere, ausgesprochen nachhaltig, wandlungsfähig und besitzen die Möglichkeit auf bestimmte Reize und Bedürfnisse programmiert zu werden. Sie sind somit der optimale Ausgangspunkt, um unsere Beziehung zur gebauten Umgebung neu zu entdecken und zu hinterfragen und Architektur als biologische Entität neu zu definieren. Das Projekt folgt hierbei einer multidisziplinären Strategie, welche verschiedene Sparten und Institutionen, sowie die Angewandte Wien (Barbara Imhof, Daniela Mitterberger, Tiziano Derme, et al.), die Universität Wien, Department of Material Chemistry (Alexander Bismarck, Andreas Mautner, et al.) und das Institut für künstliche Intelligenz -OFAI (Robert Trappl, et al.) vereint, um so ein umfassendes Projekt zu kreieren. -1-
Das FWF-Forschungsprojekt Co-Corporeality befindet sich an der Schnittstelle zwischen Architektur, Kunst und Wissenschaft. Den Mittelpunkt der Forschung bildet die Kommunikation mit unserer mikrobiellen Umwelt. Das Kunstwort "Co-Corporeality" bezieht sich auf die Präsenz und Interaktion zweier Körper wie das Zusammenspiel von Mensch und Mikrobiom innerhalb einer geteilten Umwelt. Ausgangspunkt für die Projektentwicklung war die Frage: "Wie kann eine Person ihre Umwelt und innere Welt, die aus Mikroben besteht und von ihnen kontrolliert wird, wahrnehmen und mit ihr non-verbal kommunizieren?" Das transdisziplinäre Projekt wurde von der Universität für angewandte Kunst, Institut für Architektur, in Zusammenarbeit mit dem Institut für Materialchemie und dem Institut für Mikrobiologie und Umweltsysteme der Universität Wien, dem Institut für Mikrobiologie der Universität Innsbruck und dem Österreichischen Forschungsinstitut für Künstliche Intelligenz geleitet. Co-Corporeality ist ein transdisziplinäres Forschungsprojekt, das in intensiver Zusammenarbeit zwischen erfahrenen Mikrobiolog_innen, Materialchemiker_innen, KI-Spezialisten, Künstler_innen und Architekt_innen entwickelt wurde. Das Ziel von Co-Corporeality war es, eine reaktionsfähige und lebendige experimentelle Architektur zu entwickeln, die in Abhängigkeit von der Anwesenheit und dem Verhalten des Menschen interagiert, lernt, wächst und vergeht. Die gesamte Forschung des Projekts wurde in der abschließenden Ausstellung Degrees of Life zusammengefasst, in der Co-Corporeality zu einer großen Rauminstallation wurde. Das Projekt wurde zum Teil von der Frage angetrieben: "Wie können wir mit einem Lebewesen ganz anderer Natur sprechen?" Da Mikroben nicht dieselbe "Sprache" wie wir sprechen, untersuchte das Projekt verschiedene Arten der Kommunikation, um die Kluft der unterschiedlichen Kommunikation zu überbrücken. In öffentlich zugänglichen Ausstellungsräumen wurden verschiedene sensorische Modi initiiert, um zu untersuchen, wie eine non-verbale, neue und andere Kommunikation zwischen Menschen und Bakterien stattfinden kann. Ein exemplarisches Konzept basierte auf der Entwicklung und Installation des E/Feeders, der Bakterien als Reaktion auf menschliche Emotionen fütterte. Auch bei weiteren Installationen von Co-Corporeality wurde die emotionale Beteiligung als Kommunikationsmittel benutzt. Ein Eye-Tracking-Gerät, das den Blick des Benutzers, seine Aufmerksamkeitsspanne und seine Gefühlsregungen verfolgte, wurde entwickelt. Diese menschlichen Aktionen aktivierten chemische Reaktionen und Veränderungen der Umgebungsbedingungen, um das Wachstum der Bakterien zu steuern und zu stimulieren. Co-Corporeality schuf einen Kontext, der menschliche Körper in eine technologische Verflechtung mit nicht-menschlichem Leben brachte. Die Projektergebnisse und ihr theoretischer und experimentell architektonischer Kontext wurden im Birkhäuser-Band Open Access unter dem Titel Co-Corporeality: Of Humans, Machines & Microbes zusammengefasst, in dem das Team, renommierte Architekt_innen und Theoretiker_innen über die Experimente, Konzepte und Installationen schreiben, die das Projekt geprägt haben. Der radikale Ansatz von Co-Corporeality für (re)aktive und immersive Umgebungen eröffnet neue Möglichkeiten für Systeme einer lebendigen Architektur. Die Ergebnisse des Projekts bilden die Grundlage für eine neue Forschungsagenda, die an der Schnittstelle zwischen Materialwissenschaft, Design, Mikrobiologie und sensorischen Schnittstellen angesiedelt ist. Co-Corporeality leistet durch seine Ergebnisse zur bewussten Integration lebender Systeme in unsere gebaute Umwelt einen bedeutenden Beitrag zur Architekturproduktion.
- Alexander Bismarck, Universität Wien , assoziierte:r Forschungspartner:in
- Petra Gruber, Universität für angewandte Kunst Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Robert Trappl, ÖFAI - Österreichisches Forschungsinstitut für Artifical Intelligence , assoziierte:r Forschungspartner:in
- Rachel Armstrong, Katholieke Universiteit Leuven - Belgien
- Alex Arteaga, Universität der Künste Berlin - Deutschland
- Philip Beesley, Philip Beesley Architect Inc. - Kanada
Research Output
- 10 Zitationen
- 8 Publikationen
- 7 Künstlerischer Output
- 12 Disseminationen
- 1 Wissenschaftliche Auszeichnungen
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2021
Titel CHRONOTOPE - digital craft and embodiment in architecture. Typ Journal Article Autor Mittererger D Journal Adato: Architecture and Medicine. Seiten 44-53 Link Publikation -
2020
Titel Is Body Architecture? Typ Journal Article Autor Mitterberger D Journal Inflection: Journal of the Melbourne School of Design. Seiten 128-133 Link Publikation -
2022
Titel 2022 ACADIA conference, Hybrids & Haecceities, covers extra-disciplinary collaboration, the importance of tiny things, and the ethics of artificial intelligence. Typ Journal Article Autor Richardson D Journal The Architect's Newspaper Link Publikation -
2022
Titel Mikroorganismen im Spannungsfeld von Wissenschaft und Kunst-Ein Potpourri; In: Ökologische Krisen und Ökologien der Kritik Typ Book Chapter Verlag innsbruck university press Seiten 253-261 -
2022
Titel Degrees of Life: Human-Bacteria Interaction in Architectural Space Typ Conference Proceeding Abstract Autor Derme T Konferenz Hybrids & Haecceities: conference of the Association for Computer Aided Design in Architecture Seiten 40-45 -
2022
Titel Co-Corporeality of Humans, Machines, & Microbes Typ Book Autor Imhof Barbara Verlag Birkhauser -
2022
Titel Augmented human, extended machine DOI 10.1145/3558196 Typ Journal Article Autor Mitterberger D Journal XRDS: Crossroads, The ACM Magazine for Students Seiten 48-53 -
2022
Titel The Synchronous Garden (SynG) New Perspectives between Architecture and Ecology DOI 10.1515/9783035624410-004 Typ Book Chapter Autor Derme T Verlag De Gruyter Seiten 14-27
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2022
Titel Degrees of Life Typ Artistic/Creative Exhibition -
2021
Link
Titel E/Feeder Typ Artistic/Creative Exhibition Link Link -
2021
Titel Excavations Typ Artistic/Creative Exhibition -
2021
Titel Eye-Tracking Device Typ Artefact (including digital) -
2021
Link
Titel Understanding Art & Research Typ Artistic/Creative Exhibition Link Link -
2021
Link
Titel Wanderlust Typ Artistic/Creative Exhibition Link Link -
2020
Titel E/Feeder [object] Typ Artefact (including digital)
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2020
Link
Titel Keynote Lecture at Angewandte Festival Typ A talk or presentation Link Link -
2021
Link
Titel Podcast Miniseries Typ A broadcast e.g. TV/radio/film/podcast (other than news/press) Link Link -
2020
Link
Titel Research Week Typ Participation in an open day or visit at my research institution Link Link -
2020
Link
Titel Annual Open House Meeting Typ A formal working group, expert panel or dialogue Link Link -
2022
Link
Titel Book Presentation and Round Table Typ A talk or presentation Link Link -
2019
Link
Titel Co-Corporeality Workshop 1 Typ Participation in an activity, workshop or similar Link Link -
2019
Link
Titel Minisymposium Typ A talk or presentation Link Link -
2021
Link
Titel Venice Biennale Conversation Typ A talk or presentation Link Link -
2021
Link
Titel Sensing Seminar Typ A formal working group, expert panel or dialogue Link Link -
2019
Link
Titel Co-Corporeality Website Typ Engagement focused website, blog or social media channel Link Link -
2020
Link
Titel Board Member Workshop Typ Participation in an activity, workshop or similar Link Link -
2020
Link
Titel Art/Science Panel Typ A formal working group, expert panel or dialogue Link Link
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2022
Titel Best Project Award Typ Research prize Bekanntheitsgrad Continental/International