ZOZAN-Erforschung von Mobilität mittels multimedialer Kunst
ZOZAN Approaching mobility via multimedia art
Wissenschaftsdisziplinen
Kunstwissenschaften (45%); Soziologie (55%)
Keywords
-
Ethnographic Multimedia Documentations,
Art Interv
Institut für Sozialanthropologie, Österreichische Akademie der Wissenschaften. Zozan [ssa:n] ist ein kurdischer Terminus und bedeutet Sommerweide. Zozan bezieht sich auf die traditionelle Lebensweise der Tierhaltung auf den Sommerweiden, auf ein mobiles Leben und auf eine relative Freiheit. Der Begriff wird auch als Vorname verwendet und verweist auf die malerischen Berglandschaften. Das Projekt ZOZAN vereint drei Themenbereiche, nämlich vergangene und aktuelle Mobilität/en von KurdInnen, Kunstproduktion und Repräsentation in transnationalen Räumen. Der interdisziplinäre Projektansatz einer kritischen Anthropologie der Kunst verbindet künstlerische Praxis, (visuelle) Anthropologie und kunstbasierte Forschung, um traditionelle und moderne Formen von Migration/en in den kurdischen Gesellschaften zu dokumentieren, analysieren und (neu) zu präsentieren. Dabei werden transnationale Verbindungen und Ströme sichtbar gemacht. Zunehmend scheint die Produktion von Kunstwerken und visuellen Medien eine entscheidende Rolle bei Fragen der (Mehrfach-)Zugehörigkeit(en) und der Erinnerungsarbeit im transnationalen Raum zu spielen. ZOZAN geht folgenden Fragen nach: Kann visuelle Kunst die hochgradig fluide und dynamische Erinnerungs- und Identitätsarbeit in transnationalen Gemeinschaften erfassen? Welche Rolle kann Kunst in der Konstruktion von `Postmemories` und historischen Narrativen spielen? Wie kann Kunstproduktion ethnische/nationale Grenzen überschreiten und Brücken bauen? Welche Rolle können künstlerische Produktionen in der Herstellung von Gemeinsamkeit und Zusammengehörigkeit in den Residenzgesellschaften spielen? ZOZAN nimmt zwei umfassende multimediale Sammlungen zu kurdischen Gesellschaften, die zwischen 1968 und 2015 entstanden sind, zum Ausgangspunkt. Die Sammlung Werner Finke und die Sammlung Mehmet Emir befinden sich an der Schnittstelle von Kunst und Sozialanthropologie und sind einzigartige Dokumentationen kurdischer Alltagskulturen. Sie spiegeln traditionelle Lebensweisen und sozio-politische Transformationen wider. Ein Ziel dieses Projektes ist, diese beiden Sammlungen auszugsweise digitalisiert und online sowie in Druckwerken zugänglich zu machen. Ein Arbeitsansatz des Projekts ist die Organisation künstlerischer Interventionen, basierend auf den beiden umfangreichen Sammlungen. Diese Interventionen werden als Workshops mit (nicht) kurdischen KünstlerInnen und ausgewähltem Publikum in verschiedenen kurdischen und europäischen Institutionen organisiert. Damit können höchst fluide Prozesse von Identitäten, Mobilitäten und Erinnerungskonstruktionen erfasst und Themen wie vergangenen Lebensweisen, kulturelles Erbe und aktuelle Herausforderungen der Globalisierung diskutiert werden. Ziel dieser Interventionen ist die Erarbeitung von Repräsentationsformen, die die Sammlungen wie auch die rezente Auseinandersetzung mit kulturellem Erbe, Identität(en) und Erinnerungsformen umfassen. Die Ergebnisse der Workshops werden in Einzelausstellungen und schließlich als Gesamtschau dem Publikum präsentiert. Durch diese Vorgangsweise sollen die unterschiedlichen Zielgruppen in die Repräsentationsformen eingebunden werden. Neben den Ausstellungen sind auch eine Reihe von Publikationen, eine Homepage und ein Film geplant. Das Projektteam: Maria Six-Hohenbalken (Projektleitung), Mehmet Emir, Eva Kolm, Eva Stockinger, ausgewählte KünstlerInnen, Andreas Lehner (Kurator), weitere WissenschaftlerInnen und ein interdisziplinärer wissenschaftlicher Beirat.
- Thomas Freiler, Akademie der bildenden Künste Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Gudrun Wallenböck, Galerie Hinterland , nationale:r Kooperationspartner:in
- Barbara Plankensteiner, KHM-Museumsverband , nationale:r Kooperationspartner:in
- Christian Schicklgruber, KHM-Museumsverband , nationale:r Kooperationspartner:in
- Thomas Fillitz, Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Andreas Rudigier, vorarlberg museum , nationale:r Kooperationspartner:in
- Daniel Schopper, Österreichische Akademie der Wissenschaften , nationale:r Kooperationspartner:in
- Khanna Omarkhali Usoyan, Freie Universität Berlin - Deutschland
- Pavlos Fysakis, Focus - Griechenland
- Aris Tsantriopoulos, University of Crete - Griechenland
- Khabat Marouf, Culture Factory - Irak
- Dara Ola, University of Sulaimani - Irak
- Osman Ahmed, University of Sulaymaniyah - Irak
- Fazil Moradi, University of the Witwatersrand - Südafrika
- Özlem Göner, University of Massachusetts Amherst - Vereinigte Staaten von Amerika