Klima Anpassung für Gerechte und Nachhaltige Transformation
Adaptation for Just and Sustainable Transitions (ADJUST)
Wissenschaftsdisziplinen
Geowissenschaften (16%); Humangeographie, Regionale Geographie, Raumplanung (84%)
Keywords
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Spatial Planning,
Spatial Data Science,
GeoAI,
Climate Adaptation,
Population Dynamics,
Climate-Induced Migration
Klimawandel betrifft uns alle, aber nicht alle gleichermaßen. Um Österreich auf eine gerechte und resiliente Anpassung vorzubereiten, starten Forscher/innen der Universität Wien aus den Bereichen Raumplanung, Bevölkerungsgeographie und (geographischer) Künstlicher Intelligenz (GeoAI) gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft und Gesellschaft ein neues Projekt, das Klimaanpassungsmaßnahmen ganzheitlich, gerechter und datenbasiert gestalten will. Aktuelle Klimaanpassungsmaßnahmen stoßen oft auf Widerstand, da sie nicht ausreichend berücksichtigen, wie unterschiedliche Regionen, Sektoren und verschiedene (demografische) Bevölkerungsgruppen davon betroffen sind (oder sein werden). So können etwa Maßnahmen, die Großstädte wie Wien entlasten, ländliche Gemeinden übermäßig belasten. Solche Ungleichheiten können die langfristige Akzeptanz wichtiger Klimaanpassungsmaßnahmen gefährden. Daher braucht es einen neuen Ansatz, der gerechte, datenbasierte Klimapolitik räumlich und gesellschaftlich stärker integriert. Das Projekt entwickelt deshalb erstmals eine umfassende, transdisziplinäre Strategie, die räumliche Planung, Bevölkerungsgeographie und moderne Technologien der Räumlichen Datenwissenschaft, wie etwa Künstliche Intelligenz, verbindet. Ziel ist es, Ungleichheiten transparenter sichtbar zu machen, Klimaanpassung gerechter zu gestalten und Österreichs heterogene Regionen und Sektoren gezielter individuell zu unterstützen. Daher geht es nicht um einheitliche Lösungen für alle, sondern um maßgeschneiderte Strategien, die regionale Bedürfnisse und unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen, sowohl mittels Theorien der Raumplanung als auch datengestützter Verfahren, berücksichtigen. Drei zentrale Fragen stehen im Fokus: Wie können Klimamaßnahmen räumlich gerecht geplant werden, sodass keine Region überproportional belastet wird? Wie wirken Klimapolitiken (und hier besonders Klimaanpassungsmaßnahmen) auf unterschiedliche Bevölkerungsgruppen, etwa ältere Menschen oder Migranten? Zudem: Wie können datenbasierte KI Entscheidungen fairer gestaltet werden, ohne bestehende Ungleichheiten (die z.B. in den Daten kodiert sind) ungewollt zu verstärken? Hier liegt der Projektschwerpunkt auf der Vermeidung von Daten- und Modellverzerrungen, die sonst häufig gerade ländliche und weniger vertretene Bevölkerungsgruppen benachteiligen könnten. So fehlt es heute oft an aktuellen und ausgeglichenen Daten aus ländlichen Regionen, während Metropolen wie Wien nicht nur datentechnisch deutlich besser aufgestellt sind, sondern auch häufiger studiert werden. Diese Datenlücken sollten geschlossen und algorithmische Ungleichheiten minimiert oder zumindest dokumentiert werden. Im gemeinsamen Workshop bringt die erste Projektphase Expert/innen aus Wissenschaft und Praxis zusammen, um konkrete Schritte für einen vernetzten Ansatz zu diskutieren, der die Vielfalt Österreichs in der Planung von Klimaanpassungsmaßnahmen explizit einbezieht.
- Universität Wien - 100%