Die Europäische Zentralbank entwickelt den digitalen Euro als Pendant zu Bargeld, um
sichere und anonyme Zahlungen zu ermöglichen und der Privatisierung des
Währungssystems entgegenzuwirken. Wie steht die Öffentlichkeit zu diesem Vorhaben?
Was wissen die Menschen über den digitalen Euro und welche Vor- und Nachteile schreiben
sie ihm zu? Wie beeinflusst der Wissenstransfer von Expertinnen und Experten ihre
Wahrnehmung?
In einem sozialwissenschaftlichen Projekt wollen wir diese Fragen mit quasi-experimentellen
Methoden untersuchen. Unser Ziel ist es, die Wahrnehmungen des digitalen Euros zu
ermitteln und zu analysieren, wie sich diese durch den Erhalt von Experteninformationen
verändern. Durch die aktive Einbeziehung von Bürgerinnen und Bürgern in den
Forschungsprozess wollen wir neue Möglichkeiten der Wissensproduktion schaffen.
Das Projekt ergänzt das laufende FWF-Projekt Zahlungsmethoden im Wandel am Institut
für Soziologie der Universität Graz, welches das digitale und analoge Zahlungsverhalten der
österreichischen Bevölkerung untersucht. Außerdem beabsichtigen wir, ein neues
wissenschaftliches Ergebnis unseres Forschungsteams zu prüfen, das besagt, dass das
Vertrauen der Bevölkerung in Privatbanken und geldpolitische Institutionen mit steigendem
Wissen über sie abnimmt.