COwWEL - ´OneWelfare´ und Vulnerabilität in der Ernährung
COwWEL – a OneWelfare approach studying food vulnerability
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Agrarwissenschaften (25%); Soziologie (50%); Tierzucht, Tierproduktion (25%)
Keywords
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Food Vulnerability,
Food Sustainability,
Animal Welfare,
Citizen Science,
Cultural Differences,
Human-Animal Relationship
Sozio-ökonomisch benachteiligte Bevölkerungsgruppen sind in der Forschung zu gesunder und nachhaltiger Ernährung unterrepräsentiert. Gleichzeitig sind sie überdurchschnittlich von den Folgen ungesunder Ernährung und von Ernährungsarmut betroffen. So verfügen sie, nicht zuletzt infolge der Teuerung der vergangenen Jahre, über einen erschwerten Zugang zu qualitativ hochwertigen Nahrungsmitteln. Im Projekt COwWEL werden Personen dieser Gruppen als Bürgerforschende (Citizen Scientists) aktiv einbezogen, um Bedingungen zu untersuchen, die gesunde und nachhaltige Ernährung in diesen Gruppen behindern oder unterstützen. Einstellung zu Tieren und Konzepte des Wohlergehens können das Konsumverhalten beeinflussen; zu diesen Zusammenhängen liegen jedoch bislang keine Untersuchungen in vulnerablen Gruppen vor. Diese Themen werden daher einen wichtigen Anteil im Projekt einnehmen. Gemeinsam mit dem Kooperationspartner Caritas Stadtteilarbeit werden sich bereits ehrenamtlich bei Caritas engagierende Freiwillige als Bürgerforschende einbringen, um die bestehende Datenlücke zu schließen. Der Schwerpunkt liegt auf drei vulnerablen Gruppen: Österreicher:innen mit geringem Einkommen, Ukrainer:innen und Syrer:innen beziehungsweise Personen aus anderen arabischen Ländern mit Flucht- /Migrationshintergrund. In einem ersten Workshop im Sommer 2025 werden die eigenen Erfahrungen der Bürgerforschenden mit nachhaltiger Ernährung thematisiert, gemeinsam Hypothesen generiert, sowie erste Schritte zur Entwicklung eines Fragebogens als Erhebungstool durchgeführt. Im Anschluss befragen die Bürgerforschenden, nach Einschulung und mit laufender Unterstützung durch das Projektteam von COwWEL, Mitglieder ihrer jeweiligen Gruppe. Dies erfolgt zum Teil im Rahmen von Kochveranstaltungen in der Gemeinschaftsküche von Caritas Community Cooking. Die Ergebnisse werden genutzt, um Strategien zu entwickeln, die ein gesundes und nachhaltiges Ernährungsverhalten und, im Austausch mit dem Basisprojekt COwLEARNING für nachhaltige Milch- und Rindfleischversorgung, inklusivere Ernährungssysteme fördern. Dazu werden in einem zweiten Workshop im Sommer 2026 die Ergebnisse, unter Einbeziehung von relevanten Akteur*innen im Wiener Ernährungssystem, wie Handel und Regierung, diskutiert und Strategien erarbeitet. Auf Basis dessen wird im letzten Schritt auf die Zielgruppen angepasstes Informationsmaterial erstellt und verbreitet.
- Christina Gugerell, Caritas der Erzdiözese Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Christiane Grill, Ludwig Boltzmann Gesellschaft Open Innovation in Science , nationale:r Kooperationspartner:in
- Martin Gerstl, nationale:r Kooperationspartner:in
- Elisabeth Unterfrauner, ZSI-Zentrum für Soziale Innovation GmbH , nationale:r Kooperationspartner:in