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Die Kultur der Spanier in Österreich unter Ferdinand I. 1522- 1564

Die Kultur der Spanier in Österreich unter Ferdinand I. 1522- 1564

Hans Hinterhäuser (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/D2804
  • Förderprogramm Buchpublikation
  • Status beendet
  • Projektbeginn 27.01.1997
  • Projektende 26.01.2007
  • Bewilligungssumme 8.604 €

Wissenschaftsdisziplinen

Sprach- und Literaturwissenschaften (100%)

Abstract

Die Analyse der Kultur der Spanier in Österreich unter Ferdinand I. (1522-1554) erfolgt unter zwei Gesichtspunkten: einerseits wird die Mentalität der in Osterreich lebenden Spanier, die in den Quellen zunächst erst ausfindig gemacht werden mußten, rekonstruiert, und andererseits stehen die Texte selbst, die diese relativ kleine Gruppe hervorbrachte, im Zentrum des Interesses. Die Werke der behandelten Autoren (Cristobal de Castillejo, Garcilaso de la Vega, Juan de Valdes, Luis de Avila y Zuniga, Diego Nunez Alba und Laurent Vital) werden als semantische Gefüge aufgefaßt, die offen sind für Dialog, Erkenntnis und "plaisir" (im Sinne von Roland Barthes); d. h. die Texte werden als historische Quelle verwendet - sie illustrieren die Mentalität der Spanier der Renaissance und sind selbst als wesentliches menschliches Ausdrucksmittel Teil dieser Mentalität - und sie werden auch hinsichtlich ihres literarisch-asthetischen Potentials ausgelotet, das auch dem heutigen Leser bis zu einem gewissen Grad "Lust" vermitteln kann. Die Mentalität, vor allem aber die Identität der spanischen Hofleute, Priester und Soldaten in Osterreich blieb für die Jahre von 1522 bis 1564 keineswegs stabil, sondern änderte sich in der 42 Jahre dauernden Herrschaft Ferdinands, der selbst seine gesamte Kindheit und Teile seiner Jugend in Spanien verbracht hatte, sehr. Die erste Gruppe der Spanier, unter ihnen "comuneros", "conversos" und "erasmistas", erreichte Österreich zwischen 1522 und 1540 und definierte sich selbst noch nicht so stark über die Kategorien "Nation" und "Religion" wie jene zweite "Welle" die mit Maria, der Tochter Karls V. und Schwester Philipps II. kurz nach der Jahrhundertmitte nach Wien kam. In dieser Zeit stieg die Zahl der am Wiener Hof lebenden Spanier auf mehr als " 0 Personen an, und einige dieser Hofspanier erlangten großen Einfluß auf das kulturelle und soziale Leben der katholischen Oberschichten Österreichs. Das wachsende Interesse an spanischer Kultur zeigt sich vor allem an der sehr frühen Übernahme der sogenannten "spanischen Tracht" in den habsburgischen Erblanden und an der ab 1550 stetig steigenden Zahl spanischer Bücher in der Wiener Hofbibliothek. Die eigens angeführten spanischen Buchtitel und die im Anhang aufgelisteten Spanier. deren Leben, der jeweiligen Quellenlage entsprechend, kurz dargestellt werden. erschließen einen Bereich österreichisch-spanischer Geschichte und Kultur, der bisher kaum untersucht worden war. Diese Erhebungen führten auch zur Identifizierung einiger bisher unbekannter Spanier, die in der Lyrik Castillejos genannt werden, und ermöglichten so eine Neuinterpretation des Werks des bekannten spanischen Renaissancedichters.

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