Wissenschaftsdisziplinen
Philosophie, Ethik, Religion (50%); Sprach- und Literaturwissenschaften (50%)
Österreich vor den Pyramiden gibt einen Einblick in die archäologische Erforschung Ägyptens, die seitens Österreichs vor 87 Jahren offiziell begonnen wurde. Dabei stehen eine Person und eine Institution im Vordergrund, die wesentlich am Zustandekommen dieser Arbeiten verantwortlich waren: Hermann Junker, Professor für Ägyptologie an der Universität Wien, und die damalige k. und k. Akademie der Wissenschaften in Wien. Der Band dokumentiert anhand von bisher unveröffentlichtem Bildmaterial (aus dem Bestand des Instituts für Ägyptologie der Universität Wien) die Grabungen bei der Großen Pyramide in Giza in den Jahren 1912 bis 1929 sowie die Bedeutung dieser ersten großen österreichischen Unternehmung in Ägypten. Junkers Werk gilt als Fundament des heutigen Engagements Österreichs in der wissenschaftlichen Erschließung des Alten Ägypten. Hermann Junker war Begründer des Instituts für Ägyptologie und Afrikanistik an der Universität Wien (1923) und erster Ordinarius desselben bis 1929. Seine Grabungen auf Plätzen mit ur- und frühgeschichtlichem Material in Unterägypten (Turah [1910], Merimde [1929-1939]) und Nubien (Kubanieh, Ermenne und Toschke [1910-1912) haben den Wissensstand über die Anfänge des pharaonischen Ägypten grundlegend bereichert. In gleicher Weise beschäftigte er sich mit griechisch-römischen Tempelinschriften, koptischen Texten oder dokumentierte nubische Dialekte der jüngsten Vergangenheit. Die Wiener Akademie, der Junker ab 1914 als korrespondierendes und seit 1919 als wirkliches Mitglied angehörte, leistete dem Ausgräber langjährigen Beistand bei der wechselvollen Geschichte der verschiedenen Grabungen, die Junker Dank der Unterstützung dieser Institution in zahlreichen Publikationen der Öffentlichkeit zugänglich machen konnte. 1912 begann Junker im Schatten der Großen Pyramide in Giza mit den Ausgrabungen der ausgedehnten Nekropole des Alten Reiches, die sich die Zeitgenossen der Herrscher der 4. Dynastie und ihre Nachkommen dort anlegen ließen. Durch die Ereignisse des ersten Weltkrieges unterbrochen, konnten die Grabungen erst 1925 wieder aufgenommen und mit Unterstützung des Museums in Hildesheim und des Ägyptologischen Instituts in Leipzig im Jahre 1929 abgeschlossen werden. Die in diesem Band veröffentlichten 50 Aufnahmen zeigen den Fortgang und den Ablauf der Grabungen bzw. bestimmte Ereignisse und spezielle Arbeitssituationen am Feld mit denen der Archäologe damals konfrontiert war. Die Aufnahmen sollen dem Betrachter einen Einblick in den Archäologenalltag in Ägypten kurz nach der Jahrhundertwende gewähren. Der Text des Bandes ist eine erklärende und vertiefende Begleitung, die den Zusammenhang zwischen den einzelnen Photos herstellen und gleichzeitig den Verlauf der österreichischen Grabungen in Giza dokumentieren soll. Ein kurzer Abriß über die archäologischen Aktivitäten Österreichs in Ägypten bis zur Gegenwart rundet die Dokumentation ab. Ziel des Buches ist die Veröffentlichung des im Archiv befindlichen Bildmaterials sowie eine Darstellung des österreichischen Engagements in der Erforschung des alten Kulturlandes am Nil als Beitrag zur 150-Jahrfeier der Akademie im kommenden Jahr .