Der vorliegenden Band beschäftigt sich mit dem Übergang vom "alten" zum "neuen" Bürgertum unter den
spezifischen Rahmenbedingungen des Habsburgerreichs. Wie empirische Untersuchungen zur regionalen
Entwicklung in Wien, Salzburg, Südtirol, Vorarlberg Böhmen, Triest usw. zeigen, vollzieht sich der Aufstieg des
"modernen" Bürgers im Zuge eines langfristigen, epochenübergreifenden und zudem regional sehr unterschiedlich
verlaufenden Wandlungsprozesses. So setzt die Transformation ständischer Schichten in eine moderne bürgerliche
Formation in Handelsstädten bereits im 18. Jahrhundert ein, während der Übergang vom Alt- zum Neubürger im
kleinstädtischen Umfeld in der Regel erst um die Mitte des 19. Jahrhunderts voll in Gang kommt. Thematisiert
wird in diesem Zusammenhang unter anderem auch die Herausbildung einer spezifischen ständeübergreifenden
Bürgerlichkeit im frühen Vereinswesen. Weitere Untersuchungsschwerpunkte sind der Übergang vom Handwerker
zum Unternehmer, die Lebenswelt des kleinstädtischen Bürgertums, die Position des bürgerlichen Offiziers im
Spannungsfeld von bürgerlicher Gesellschaft und militärischen Traditionen sowie die sich im Heiratsverhalten
manifestierende soziale Ghettoiisierung des nobilitierten Wiener Bürgertums.