Kaiserliche Hofwirtschaft: Hofküche, Hofzuckerbäckerei, kaiserliche Wäschekammer, Lichtkammer, Holz- und Kohlemagazin
Kaiserliche Hofwirtschaft: Hofküche, Hofzuckerbäckerei, kaiserliche Wäschekammer, Lichtkammer, Holz- und Kohlemagazin
Wissenschaftsdisziplinen
Kunstwissenschaften (100%)
Die Objekte, die im zweiten Teil des Katalogs der ehemaligen Hofsilber- und Tafelkammer dokumentiert werden, stammen aus verschiedenen Bereichen der kaiserlichen Hofwirtschaft: Dazu gehörten die Hofküche, die Hofzuckerbäckerei, die Wäschekammer, die Lichtkammer, das Holz- und Kohlenmagazin. Der Vollständigkeit halber werden auch der Hofkeller und seine Organisation kurz beschrieben, in dem ursprünglich die Trinkgelder und Karaffen aufbewahrt wurden. Die wissenschaftliche Bearbeitung eines Teiles der Gläser erfolgte durch Herrn Dr. Hubert Winkler. Nach dem Zusammenbruch der Monarchie wurden die in den oben erwähnten Abteilungen der Hofwirtschaft befindlichen Objekte teils veräußert, teils an Ministerien oder andere öffentliche Institutionen verliehen. Der verbleibende Rest kam nach Auflösung der einzelnen Hofwirtschaftsabteilungen in die ehemalige Hofsilber- und Tafelkammer und stand für den weiteren Gebrauch zur Verfügung. Dies erklärt auch die Unterschiedlichkeit der Objekte in der Silberkammer. Das Miteinander der heutigen Bestände ist somit keine "gewachsene Ordnung", sondern entspringt einer willkürlichen "Zusammenwürfelung" und Aufbewahrung der zwanziger Jahre, in der die kaiserlichen Gegenstände, die man gewinnbringend nutzen wollte, unter einen Hut kamen. Der Name "Silber- und Tafelkammer" blieb als einziger von den Hofwirtschaftsabteilungen offiziell bestehen. Zu den Gegenständen, die sich ursprünglich nicht in der Silberkammer befunden hatten, gehören neben den Glasservicen Geräte aus Hofküche und Hofzuckerbäckerei, die Tafel-, Küchen-, Bett- und Badwäsche sowie die Kerzenleuchter aus der Lichtkammer. Auch das Manövergeschirr ist ein "Neuzugang". Diese ehemals reichhaltige Garnitur aus versilbertem Alpakka der Firma Berndorf wurde im ehemaligen Hofmobiliendepot gelagert. 1 Bis vor kurzem für den privaten Verleih freigegeben, hat dieses Geschirr sehr große Schäden und Einbußen erlitten, weil in manchen Fällen von den Entlehnern anstelle des Alpakkasilbers andere Stücke retourniert wurden, so daß sich heute auch völlig wertlose Blechgegenstände in der Sammlung befinden. Das Kochgeschirr für den gewöhnlichen Bedarf befand sich in den Küchen und in der Zuckerbäckerei, die Reserve lagerte in einem Raum des Hofzehrgarden.2 Die Tafelwäsche wurde in der Wäschekammer bzw. im Wäschedepot gelagert. Ein Sonderfall ist die Wäsche, welche Kaiserin Elisabeth für die Yacht Miramar anfertigen ließ: Diese Stücke gelangten über Korfu in die Hermesvilla und von dort in die Wäschekammer. In der Wäschekammer wurde jedoch nicht nur die Tafelwäsche, sondern auch die Küchen-, Bett-, Gäste- und Badewäsche aufbewahrt. Einen weiteren großen Bestand stellt das Menagegeschirr dar, das für die Ende des 19. Jahrhunderts eingerichtete Beamtenmenage angekauft wurde und sich teils in den Menageküchen befand. Zu erwähnen ist an dieser Stelle auch ein kleiner Bestand an Steingut- und Alpakkageschirr, das für die Kammermeierei der Kaiserin in Schönbrunn angefertigt wurde und sich bis 1919 dort befand.