Wissenschaftsdisziplinen
Sprach- und Literaturwissenschaften (100%)
Abstract
Dositej Obradovic ist der bedeutendste serbische Aufklärer und Josefinist, der erste Schriftsteller, der die
Forderung nach der Einführung der serbischen Volkssprache anstelle des bis dahin üblichen Slawenoserbischen
stellte. Die Autobiographie stand 1783 am Beginn seiner literarischen Tätigkeit. Die Fortsetzung dieses Werks, die
Gegenstand der vorliegenden Bearbeitung ist, erschien 1788. Das Werk markiert den Beginn der modernen
serbischen Schriftsprache.
Das vorliegende Buch enthält: Vorwort (VII), Einleitung (VIII-XIII), Benützungshinweise (mit Literatur) (XIV-
XVI), Alphabetische Konkordanz (1-742), Rückläufige Konkordanz (743-1106), Alphabetischer Index der
Lemmata mit Frequenzangaben (1107-1127), Häufigkeit der Lemmata (1129-1140).
Die Einleitung befaßt sich mit Entstehung, Bedeutung und Sprache des Werkes. Dabei wird auf sprachliche
Unterschiede im Vergleich zum Ersten Teil der Autobiographie von 1783 hingewiesen. Die vollständige
Konkordanz des Textes ist lemmatisiert und stellt daher gleichzeitig ein Wörterbuch des Textes (angeordnet nach
der modernen serbischen kyrillischen Orthographie) dar. Die rückläufige Konkordanz ist nützlich für
morphologische und Wortbildungsuntersuchungen. Die beiden Wortlisten ermöglichen das rasche Auffinden aller
verwendeten Lexeme des Textes.
Die Arbeit ist ein Beitrag zur Entstehungsgeschichte der serbischen Schriftsprache, die wesentlich mit der Person
unseres Autors verknüpft ist. Es wird gezeigt, daß sich seine Sprache seit 1783 in die Richtung stärkerer
Normierung und Russifizierung (was unerwartet ist) bewegt hat. Die Elemente der kirchenslawischen
Hagiographie, die 1783 eindeutig zu identifizieren sind, sind nunmehr verschwunden.
Mit der vorliegenden computergestützten Aufarbeitung des Textes von 1788 soll dem Benützer - wie mit dem Text
von 1783 - ein zuverlässiges Hilfsmittel für weitere Untersuchungen an der Sprache Dositej Obradovic und
überhaupt an der serbischen Sprache der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in die Hand gegeben werden.