Regesten Kaiser Friedrichs III. (1440 - 1446) nach Archiven und Bibliotheken geordnet Heft 12. Die Urkunden und Briefe des Österreichischen Staatsarchivs in Wien.
Regesten Kaiser Friedrichs III. (1440 - 1446) nach Archiven und Bibliotheken geordnet Heft 12. Die Urkunden und Briefe des Österreichischen Staatsarchivs in Wien.
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (100%)
in Wien. Heft 12 Im Rahmen der Bearbeitung der Regesten Kaiser Friedrichs III. (1.440-1493), die unter der Leitung von Heinrich Koller (Salzburg) und Paul-Joachim Heinig (Mainz) nach territorial entstandenen Archivbeständen erfolgt und von denen bisher zehn Bände publiziert werden konnten, ist nun der erste Band fertiggestellt worden, der Urkunden aus einem österreichischen Archiv enthält. Er bietet 366 Regesten, d.h. ausführliche Inhaltsangaben der einzelnen Herrscherdiplome und anderer in seinem Namen ausgefertigter Schriftstücke, aus den Jahren 1440-1446. Mehr als die Hälfte von ihnen wurden nach Originalen hergestellt, der Rest geht auf Abschriften, die aus verschiedenen Zeiten stammen, sowie auf Hinweise in Findbüchern oder Erwähnungen in späteren Schriftstücken (sogenannte Deperdita) zurück. Die Regesten betreffen vorwiegend landesfürstlich-erbländische sowie habsburgisch-familiäre Angelegenheiten, die etwa drei Viertel des bearbeiteten Materials ausmachen. Privilegienbestätigungen, Lehensbriefe, verhältnismäßig wenige Prozeßurkunden, dann politische Angelegenheiten und Familienvereinbarungen sowie Finanzangelegenheiten, wie etwa Verpachtungen, Verpfändungen, Maut- und Steuerbefreiungen, sowie schließlich Stiftungen verdeutlichen die Aufgaben und politischen Aktivitäten des Herrschers bzw. illustrieren den Frömmigkeitsstil der Zeit. Der Bearbeiter behandelt in einer ausführlichen und gründlichen Einleitung diese und andere Fragen. Dabei wird auf den Quellenbestand und seine Entstehung eingegangen, ferner auf das Verhältnis von Ausfertigungen auf Papier und Pergament, die Kanzleivermerke und ihre unterschiedliche Gestaltung in der deutschen-königlichen und der österreichisch-erbländischen Kanzlei und die Überschneidung der Kompetenzen beider, das Problem der Konzepte, der nicht endgültig ausgefertigten oder nicht ausgefolgten Originale und die Frage der Registraturvermerke und der Registrierung. Auch besiegelte Urkundenentwürfe oder in gleicher Weise beglaubigte einfache Zettel werden in diesem Rahmen behandelt. So ergibt sich ein reiches Bild spätmittelalterlicher Verwaltung, das einmal, gemeinsam mit den Einleitungen der anderen Bände, sicherlich zu einer besseren Kenntnis des Regierungsstils dieser Epoche beitragen wird, als wir ihn heute zu kennen glauben.
- Institut für Österreichische Geschichtsforschung (seit 01 Jan 2016 Univ Wien) - 100%
- Thomas Willich, assoziierte:r Forschungspartner:in