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Konstruktion und Dekonstruktion der Zeit

Konstruktion und Dekonstruktion der Zeit

Anton Bernd Schmeikal (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/D3030
  • Förderprogramm Buchpublikation
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.12.1999
  • Projektende 11.10.2000
  • Bewilligungssumme 7.413 €

Wissenschaftsdisziplinen

Soziologie (100%)

Abstract

Druckkostenbeitrag D 3030Konstruktion und Dekonstruktion der ZeitBernd SCHMEIKAL29.11.1999 Der Autor zeigt, daß Zeit nicht als objektiv gegeben angesehen werden kann - etwa im Sinne der Physik - sondern einer sozialen Konstruktion bedarf, die je nach sozialen und kulturellen Kontexten verschieden ausfällt. In dem Buch werden grundlegende Formen der Konstruktion des Zeitkonzeptes untersucht und dessen Relativität dargelegt. Dazu gehören die absoluten Konzepte des antiken Griechenland, der Scholastik, der klassischen Physik, der genetischen Entwicklungspsychologie, sowie Konzepte segmentärer Gesellschaften, der alten Ägypter und anderer Kulturkreise. Die Problernatik des linearen Konzeptes für die heutige mitunter als postmodern bezeichnete Gesellschaft wird untersucht. Der ordinale Charakter der Zeit wird auf die fundamentalen Strukturen der Orientierung im Raume zurückgeführt. Es wird mitunter geglaubt, daß den Naturwissenschaften eine Exaktheit zukomme, die die Sozialwissenschaften aufgrund ihres phänomenologischen, interaktionistischen und strukturalen Charakters niemals erreichen könnten. Dies ist ein Irrtum, und zwar aus folgendem Grund: Auch der Physik und den Naturwissenschaften im allgemeinen kommt diese Exaktheit nicht zu. Vielmehr haben sich die Physiker aus wissenschaftshistorischen Gründen eines totalitären mittelalterlichen Erkenntnisstils bedient, urn ein bestimmtes Konzept plausibel zu machen, nämlich das der seriellen, linearen Zeit. Diese Kritik hat im wesentlichen schon Alfred North Whitehead in den Tarner Lectures geäußert. Sie haben eine exakte Raurn-Zeit konstruiert, die wirkliche Naturereignisse nur dürftig und soziale gar nicht zu koordinieren vermag. Die Soziologen konnten sich den analogen Fehler auf Dauer nicht leisten, weil einerseits der phänomenologische Charakter sozialer Wechselwirkungen nicht so leicht zu übersehen ist, und es andererseits eine Vorprägung des Wissensbestandes im Sinne der Scholastik für sie ja nicht gegeben hat.

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