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Heilige Mutter und Gottesbraut. Frauenemanzipation im modernen Hinduismus am Beispiel der Ramakrsna-Bewegung und der Visva Dharma-Bewegung

Heilige Mutter und Gottesbraut. Frauenemanzipation im modernen Hinduismus am Beispiel der Ramakrsna-Bewegung und der Visva Dharma-Bewegung

Birgit Heller (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/D3035
  • Förderprogramm Buchpublikation
  • Status beendet
  • Projektbeginn 05.05.1999
  • Projektende 04.10.1999
  • Bewilligungssumme 6.163 €

Wissenschaftsdisziplinen

Philosophie, Ethik, Religion (100%)

Abstract

Der Umgang mit der religiös legitimierten traditionellen Stellung der Frau im Hinduismus unter den Bedingungen der Moderne bildet den Fragehorizont der vorliegenden Arbeit. Im Hauptteil meiner Untersuchung habe ich den Status von Frauen in zwei modernen hinduistischen Bewegungen, der Ramakrsna-Bewegung und der Visva Dharma-Bewegung analysiert. Die Darstellung umfaßt die jeweilige "weibliche" Geschichte der Bewegung und die Einstellung der Gründergestalten zu Frauen. Die Analyseleitfragen richten sich auf Bilder, Rollen und Selbstverständnis von Frauen in diesen beiden Bewegungen. Als Maßstab für die Beantwortung der Frage nach den Möglichkeiten weiblicher Emanzipation habe ich einen kulturimmanenten Referenzrahmen herangezogen: die traditionelle brahmanisch-hinduistische Weiblichkeitskonzeption und die Perspektiven der modernen indischen Frauenbewegung. In der systematischen Auswertung wird unter Bezugnahme auf den Referenzrahmen der Wandel im Status von Frauen beschrieben. Kurz zusammengefaßt ergibt sich für die Ramakrsna-Bewegung, daß der Statuswandel für die meisten Frauen nur einen symbolischen Charakter besitzt, da die klassischen Frauenrollen neu bestätigt werden. Nur eine elitäre Minderheit bekommt uneingeschränkten Zugang zur traditionell männlichen Rolle des entsagenden Asketen und im Rahmen der institutionellen Ordensstruktur auch die volle Autonomie. Verglichen damit weist die Visva Dharma- Bewegung ein großes Veränderungspotential für den Status von Frauen in Religion und Gesellschaft auf, das aber nicht gleichmäßig ausgeschöpft wird. Der Rollenwandel von Frauen in der Gesellschaft wird zwar positiv konnotiert, steht aber nicht im Mittelpunkt des Interesses. Den Abschluß der Untersuchung bildet eine Reflexion von vier thematischen Schwerpunkten, die größere Zusammenhänge im Forschungsfeld feministischer Religionswissenschaft aufzeigt. Es handelt sich dabei um die Themenkomplexe: Legitimation von Frauenemanzipation durch männliche Autorität; "Gleichheit" der Geschlechter; Sexualität und Spiritualität; Gott und Geschlecht.

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