Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (100%)
Abstract
Druckkostenbeitrag D 3178Die grautonige Keramik aus dem römischen vicus von GleisdorfHanns-Thuri
LORENZ29.11.1999
Wegen des Fundes von Töpferöfen im römischen Vicus von Gleisdorf und der großen Menge an zerscherbter
Keramik, die bei der Ausgrabung in den Jahren 1988 - 1990 zutage gekommen ist, stellte sich die Frage nach der
Produktion im Vicus selbst und nach dem Formenspektrum. Diese Aufgabe hat Gerhild Jeschek übernommen und
bis zu ihrem frühzeitigen Tod einen Formenkatalog erstellt. Sie hat zur genaueren Materialbestimmung Verbindung
mit dem Institut für Angewandte Mineralogie der Technischen Universität Graz (H. Kolmer und D. Klammer)
aufgenommen. Die Auswertung der zahlreichen auf den Scherben gefundenen Ritzinschriften hat R. Wedenig vom
Institut für Alte Geschichte der Universität Graz durchgeführt. Den Nachlass von G. Jeschek hat E. Schindler-
Kaudelka durchgesehen, geordnet und kommentiert für den Druck vorbereitet. Dabei stellte sich heraus, daß die für
Gleisdorf typischen Formen mit denen aus dem benachbarten Flavia Solva übereinstimmungen aufweisen, nicht
aber mit denen aus Virunum im Westen oder Carnuntum, im Norden. Einflüsse sind eher aus dem südöstlich
angrenzenden Pannonien vorhanden. In der vorliegenden Form verstehen die Herausgeber des Nachlasses ihn als
einen Formenkatalog und eine Art Handbuch, wie es auch von G. Jeschek auf Grund ihrer hinterlassenen Notizen
intendiert war.