Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (100%)
Keywords
DREISSIGJÄHRIGER KRIEG,
WIENER SOZIALGESCHICHTE,
HABSBURGERMETROPOLE
Abstract
Druckkostenbeitrag D 3200Wien im Dreissigjährigen Krieg. Bevölkerung - Gesellschaft - KulturAndreas
WEIGL08.05.2000
Der Dreißigjährige Krieg wird mittlerweile in der Forschung als Staatsbildungskrieg begriffen. Der Prozeß der
Staatsbildung war im Fall der habsburgischen Länder zwar ohne Zweifel um 1648 keineswegs abgeschlossen, doch
zeigte es bereits nachhaltige Konsequenzen auf die Bildung einer Haupt- und Residenzstädten in diesem Raum. Der
vorliegende Band versucht in einem "gesamtgeschichtlichen" Ansatz die direkten und indirekten Folgen des
Dreißigjährigen Krieges auf die werdende Habsburgermetropole näher zu beleuchten. Die Veränderung der
Sozialstruktur, die Wirkung der Gegenreformation, der Wandel des Musiktheaters können als Bausteine im
Rahmen eines langfristigen Transfomrationsprozesses gesehen werden, an dessen Ende die moderne
Industriegesellschaften unserer Tage stehen. Der Dreißigjährige Krieg bildet in mancher Hinsicht eine wichtige
Übergangsphase im Rahmen dieses Prozesses. Der städtische Alltag jedoch nicht nur durch Veränderungen sondern
natürlich auch durch Kontinuitäten geprägt, die in einigen der Beiträge ebenfalls betrachtet werden, etwa was die
hygienischen Bedingungen städtischen Lebens, den häufigsten Ausbruch von Seuchen oder aber auch das
Bettlerwesen betrifft. Anliegen des Bandes ist also nicht so sehr Stadtgeschichte im engeren Sinn sondern die
exemplarische Behandlung der angesprochenen Themen am Beispiel Wiens. Eine solche Vorgehensweise bedingt,
daß nicht in allen Beiträgen die unmittelbare Kriegsperiode in den Vordergrund tritt und das nicht immer
ausschließlich die Wiener Situation im Zentrum des Erkenntnisinteresses stehen muß. Gemeinsame Klammer für
die Beiträge bildet jedoch der große Krieg und seine Auswirkungen auf die Metropolenbildung in den
habsburgischen Ländern.