Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (100%)
Abstract
Druckkostenbeitrag D 3212Thunau am Kamp - Eine befestigte Höhensiedlung (Grabung 1965 - 1990)Daniela
KERN09.10.2000
Nach einer kurzen Einleitung wird der Fundort und die Fundgeschichte näher dargestellt. Erste Funde wurden hier
schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts gemacht. In den Jahrzehnten danach folgten Aufsammlungen und vereinzelt
Notbergungen durch Museumsleute oder regionale Heimatforscher. In den Jahren 1965 bis 1990 führte das Institut
für Ur- und Frühgeschichte der Universität Wien unter der Leitung von Herwig Friesinger großflächige Grabungen
auf der Holzwiese und der Schanze durch. Auf der unteren Holzwiese wurden in den Jahren 1975 und 1977 bis
1979 elf Schnitte angelegt. Es konnten zahlreiche Verfärbungen, darunter auch eine Reihe von urnenfelderzeitlichen
Pfostenlöchern, Gruben und Hüttengrundrissen, festgestellt werden.
Die Funde dieser Schnitte werden nach Fundgattung - Keramik-, Bronze- und. Knochen- bzw. Horn- oder
Geweihobjekten gereiht und in Typen unterteilt. Schwerpunkt bildet, wie nicht anders zu erwarten, die
Gefäßkeramik. Sie wird in fünf Gefäßarten, Schalen-Henkelschalen, Schüsseln, Tassen-Henkeltassen,
Kegelhalsgefäße und Töpfe gegliedert, diese wiederum in verschiedenen Gefäßformen, die gemeinsam mit den
Gefäßsonderformen und den keramische Objekte in den Typentafeln zusammengestellt sind. Die Besprechung jeder
Form beginnt mit ihrer Grundbeschreibung und Anmerkungen zu Machart und/oder Oberflächengestaltung, wenn
vorhanden auch der Verzierung. Dem folgt die Angabe von Vergleichsstücken und die Datierung.
Nach den Gefäßformen werden die unterschiedlichen Verzierungsarten und Oberflächengestaltungen besprochen.
Den Abschluß der typologischen Aufzählung bilden die Bronze- und Knochen-, bzw. Geweihobjekte.
Zusammenfassend kann festgestellt werden, daß die Besiedlung der unteren Holzwiese in der frühen Stufe HaB,
möglicherweise auch schort am Übergang von HaA2 nach HaB begann und die gesamte Stufe HaB andauerte.
Einige Gefäßformen und Verzierungen weisen auf eine Besiedlung bis in den Übergang zur Stufe HaC hin. Der
Schwerpunkt der Siedlungstätigkeit liegt aber in jenem Zeitabschnitt nicht mehr auf der unteren Holzwiese.