Die Entwicklung der österreichischen Direktinvestionen
Die Entwicklung der österreichischen Direktinvestionen
Wissenschaftsdisziplinen
Wirtschaftswissenschaften (100%)
Keywords
-
EU-ERWEITERUNG,
HANDELSEFFEKTE,
ÖSTERREICH,
DIREKTINVESTITION,
BESCHÄFTIGUNGSEFFEKTE
Die wirtschaftliche und politische Öffnung der mittel- und osteuropäischen Länder (MOEL) hat für die österreichische Wirtschaft in den 90er Jahren erhebliche Auswirkungen bewirkt. Die starke Expansion der österreichischen Direktinvestitionen in den MOEL führte auch zu einer neuen `Job-Export-Diskussion`. Kurz gefasst wurde befürchtet, dass heimische Unternehmen ihre Investitionen im mittel- und osteuropäischem Ausland auf Kosten von inländischen Investitionen, Umsätzen und Beschäftigten erhöhen. Andererseits boten und bieten die neuen Märkte enormes Potenzial zur Markterweiterung. Die konkreten Auswirkungen dieser Auslandsproduktion auf die heimische Produktion, Handel und Beschäftigung sind Gegenstand der dieser Arbeit. Die Untersuchung beginnt mit einem theoretischen Teil, in welchem die verschiedenen Bestimmungsgründe von aktiven Direktinvestitionen diskutiert werden. In diesem Teil werden die Besonderheiten der Situation Österreichs herausgearbeitet. Aufgrund dieser Überlegungen werden entsprechende Hypothesen über die Entstehung und Entwicklung der österreichischen Direktinvestitionen in den MOEL erarbeitet, welche im empirischen Teil der Arbeit überprüft werden. Die empirische Arbeit besteht aus drei Teilen: Zunächst wird die Gesamtentwicklung der österreichischen Direktinvestitionen nach Destinationsländer, Branchen, Gründungsform, Eigentumsverhältnisse, u.a. untersucht. Schwerpunkt des empirischen Teils der Arbeit sind die Ergebnisse einer Betriebsbefragung, in welcher Daten von 282 österreichischen Unternehmen ausgewertet werden, von welchen 150 Unternehmen Direktinvestitionen in den MOEL durchgeführt haben. Mittels diesem einzigartigen Unternehmensdatensatz wird die Frage über die simultane Entwicklung von Umsatz, Handel und Beschäftigung von inländischem Mutter- und ausländischen Tochterunternehmen beantworten. Letztlich wird auch der Handel zwischen Mutter- und Tochterunternehmen dargestellt. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die österreichischen Direktinvestitionen in den MOEL generell sehr positiv sowohl auf die Exporte in die MOEL als auch auf die Beschäftigung der heimischen Mutterunternehmen ausgewirkt haben. Allerdings unterstreicht die Untersuchung auch, dass bei einer Unterscheidung nach Wirtschaftsklassen zum Teil sehr unterschiedliche Effekte bestehen. Wenngleich somit die Effekte auf aggregierter Ebene eindeutig positiv ausfallen, so muss dennoch berücksichtigt werden, dass diese Entwicklung mit entsprechenden struktur- und verteilungspolitische Wirkungen verbunden war und ist.