Die Elfenbeinplastiken aus dem Hanghaus II in Ephesos
Die Elfenbeinplastiken aus dem Hanghaus II in Ephesos
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (100%)
Keywords
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Ephesos,
Elfenbeinarbeiten,
Privater Wohnbau,
Trajanische Kunst,
Restaurierung,
Antikes Mobiliar
Die vorliegende Studie beinhaltet eine detaillierte Analyse des sog. Elfenbeinfries sowie weiterer Elfenbeinobjekte, die in der Wohneinheit 2 des Hanghauses 2 gefunden wurden. Im ersten Kapitel werden die Fundumstände sowie der Erhaltungszustand diskutiert. In einem zweiten Kapitel erfolgt die Beschreibung der Objekte und abschließend eine stilistische und ikonographische Einordnung. Aufgrund der Tatsache, daß tausende kleine Teile sowie kleinste Splitter vorlagen, mußten die Objekte en bloc geborgen werden und im Depot minutiös zusammengesetzt werden. Diese Vorgangsweise gewährleistete auch die Zusammensetzung der Teile und eine gesicherte Rekonstruktion. Der sog. große Fries Parade- und Huldigungs- sowie Kampfszenen zwischen Barbaren und Römern. Diese beziehen sich mit größter Wahrscheinlichkeit auf den Partherfeldzug des Kaisers Trajan. Während der große Fries deutliche Stilmerkmale trajanischer Zeit zeigt, gehören andere Relieftäfelchen einer späteren Zeitstellung an. Sie unterscheiden sich sowohl in den Körperproportionen als auch in der Relieftiefe und der Plastizität deutlich von den trajanischen Elfenbeinarbeiten. Da gerade für Elfenbeinarbeiten kaum vergleichbares Material vorliegt, sondern lediglich Denkmäler anderer Materialgruppen zu stilistischen Vergleichen herangezogen werden müssen, ist eine exakte zeitliche Einordnung dieser Täfelchen unmöglich. Aus dem Baubefund ergibt sich jedoch ein wichtiger terminus antequem. Denn das Hanghaus 2 wurde im 3. Viertel des 3. Jhs. n. Chr., wahrscheinlich anläßlich eines Erdbebens in gallienischer Zeit stark in Mitleidenschaft gezogen und in diesem Zusammenhang auch die Elfenbeine zerstört. Neben den Reliefs fanden sich in der Wohneinheit 2 auch mehrere Porträtbüstchen, die durchwegs in die 2. Hälfte des 3. Jhs. datieren. Sie waren in vornehmen Räumen auf Tischen platziert und stellten wahrscheinlich Mitglieder der Besitzerfamilie dar.