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Die Wiener Werkstätte 1903 - 1932 zwischen Kunst und Kommerz

Die Wiener Werkstätte 1903 - 1932 zwischen Kunst und Kommerz

Herta Neiss (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/D3498
  • Förderprogramm Buchpublikation
  • Status beendet
  • Projektbeginn 03.03.2003
  • Projektende 03.03.2013
  • Bewilligungssumme 14.868 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Kunstwissenschaften (100%)

Abstract

Über die Wiener Werkstätte liegen bereits zahlreiche kunsthistorische Publikationen vor, die auf permanente wirtschaftliche Schwierigkeiten des Unternehmens zwar hinweisen, doch nicht ausführlicher darauf eingehen. Eine nähere Auseinandersetzung mit der Firmengeschichte und dem wirtschaftlichen Erfolg der Wiener Werkstätte im Zusammenhang mit den politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten der Zeit zwischen 1903 bis 1932 unterblieb bisher. Ziel der vorliegenden Arbeit, die auf einer überarbeiteten Dissertation basiert, war es, eine umfassende Archivrecherche ( ca. 80 % des Bestandes bis zu dieser Bearbeitung uneingesehen) sowie ein Literaturstudium und eine qualitative Unternehmensanalyse unter Einbeziehung der wirtschaftlichen und politischen Ereignisse des ersten Drittels des 20. Jahrhunderts durchzuführen. Dabei wurde erstmals der Handelsregisterakt (Firmenbuch) und der kaufmännische Teil des Firmenarchivs der Wiener Werkstätte ausgewertet und einer detaillierten Untersuchung unterzogen. Zusammengefasst betrachtet ergeben sich folgende Schlussfolgerungen: Die wirtschaftlichen Probleme des Unternehmens in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg überlagerte die Inflation. Die Rückkehr zu realwirtschaftlichen Verhältnissen mit der Sanierung der Währung und des Staatshaushalts führte zur Umstellung der Bilanz nach dem Goldbilanzgesetz im Jahr 1926. Noch im selben Jahr rettete sich das Unternehmen mit einer 35 %igen Ausgleichsquote vor dem Konkurs. Doch fehlte es nun an finanziell potenter Klientel, das Durchschnittseinkommen lag noch 1924 rund 25 % unter dem Stand von 1913. Das Bürgertum, die potentielle Käuferschicht, hatte in der Inflationszeit zu einem Gutteil sein Vermögen verloren. Dies wirkte sich auch nach 1926 aus. In den Jahren 1926 bis 1929 wurde die Chance auf marktorientierte Produktion und Absatz sowie realwirtschaftliche Betriebsführung verabsäumt. Der Zusammenbruch und die Auflösung im Jahr 1932, ist als Folge der Weltwirtschaftskrise von 1929 zu sehen. Die beiliegende Fotoauswahl ist als Platzhalter zu verstehen, da für die Veröffentlichung mit dem Museum für angewandte Kunst in Wien die Bildrechte für jedes einzelne Foto abzuklären sind.

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