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Stadtpalais und Belvedere des Prinzen Eugen in Wien

Stadtpalais und Belvedere des Prinzen Eugen in Wien

Geza Hajos (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/D3546
  • Förderprogramm Buchpublikation
  • Status beendet
  • Projektbeginn 05.05.2003
  • Projektende 05.05.2013
  • Bewilligungssumme 19.440 €

Wissenschaftsdisziplinen

Kunstwissenschaften (100%)

Abstract

Die beiden Wiener Bauten des Prinzen Eugen von Savoyen, das Stadtpalais in der Himmelpfortgasse und die Vorstadtanlage Belvedere, wurden bislang, ungeachtet des gemeinsamen Auftraggebers, nicht als Einheit behandelt. Dies dürfte an der künstlermonographisch dominierten Wahrnehmung dieser für den Wiener Barock sehr bedeutsamen Bauten als Werke der beiden prominenten Architekten, Johann Bernhard Fischer von Erlach und Johann Lukas von Hildebrandt, gelegen haben. Ausgangspunkt der gemeinsamen Betrachtung im vorliegenden Werk ist die Frage nach der vom Prinzen Eugen, der ja nicht in der Habsburger Monarchie aufgewachsen war, intendierten Selbstdarstellung. Zu ihrer Beantwortung werden die Raumfolgen, die Ausstattung der Räume und - für das Belvedere - der konzeptionelle Zusammenhang von Wohngebäuden und Garten gleichberechtigt mit der Architektur herangezogen. Dabei erwies es sich als Glücksfall, daß beide Anlagen sehr gut erhalten und insbesondere die zeitgenössisch überaus wichtige Innenausstattungen durch die Stiche und Stichvorzeichnungen des Augsburger Vedutenzeichners Salomon Kleiner gut dokumentiert sind. Die architekturikonologische Vorgehensweise, bei der die Herkunft der einzelnen Ausstattungselemente erforscht und die mit der Herkunft seinerzeit möglicherweise einhergehende Bedeutung untersucht wird, hat zu einer Fülle von neuen Erkenntnissen vor allem zur zeitgenössischen Wahrnehmung der Räume geführt und, zum Teil mit Hilfe bisher unbekannter Schriftquellen, die komplizierte und bislang nur unvollständig verstandene Bau- und Ausstattungsgeschichte der beiden Anlagen erhellt. Als übergeordnete Erkenntnis ergibt sich, daß sich Prinz Eugen auf hohem Niveau in die Wiener Gegebenheiten und Traditionen einordnete, dabei aber nicht auf die ihm aus seiner Pariser Jugendzeit vertrauten französischen Wohn- und Ausstattungserrungenschaften verzichtete. Die "französische Komponente" wurde im Laufe des Werdegangs des Prinzen zunehmend verstärkt und zunehmend nach außen getragen. Die Eigenständigkeit seiner politischen und militärischen Leistungen unterstrich der Prinz unter anderem dadurch, daß in seiner Repräsentation seine Zugehörigkeit zum regierenden Haus Savoyen nur eine untergeordnete Rolle spielte.

Nationale Projektbeteiligte
  • Ulrike Seeger, Universität Stuttgart , assoziierte:r Forschungspartner:in

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