Die Sammlungen Rudolf Trebitsch Series 5/2
Die Sammlungen Rudolf Trebitsch Series 5/2
Wissenschaftsdisziplinen
Soziologie (100%)
Keywords
-
Historische Tonaufnahmen,
Musikethnologie,
Keltologie,
Quellenkritische Edition,
Sprachwissenschaft
Das Phonogrammarchiv verfügt als ältestes Schallarchiv der Welt über einen Bestand von rund 4000 historischen mechanischen Tonträgern, die zwischen 1899 und rund 1950 aufgenommen und archiviert wurden. Diese wurden 1999 als Dokument universaler Bedeutung seitens der UNESCO durch Eintrag in das Weltregister des "Memory of the World"-Programms aufgenommen. Sie bieten in vielen Fällen die einzigen Tonzeugnisse vergangener oder zumindest stark veränderter Kulturen und sind somit nicht nur für die Wissenschaft, sondern auch für ihre Ursprungsländer von erheblicher historischer Bedeutung. Da die Tondokumente auf ihren historischen Trägern nicht unmittelbar verfügbar sind, sondern erst auf moderne Datenträger übertragen werden müssen, da der Erhaltungszustand und die Tonqualität technische Eingriffe nahelegen, und da die historischen Protokollangaben zu den Aufnahmen vielfach eines Kommentars bedürfen, wurde eine systematische, digitale Quellenedition beschlossen. Die "Sammlungen Trebitsch" werden in drei nach den unterschiedlichen Forschungsländern bzw. Sprachen unterteilten Bänden erscheinen: Rudolf Trebitsch bereiste 1906 Grönland, zwischen 1907 und 1909 machte er Feldforschungen in Irland, Wales, Schottland, der Bretagne und auf der Isle of Man, 1913 nahm er sowohl im französischen als auch im spanischen Baskenland auf. Trebitschs Aufnahmen umfassen sowohl Sprachproben als auch Musikbeispiele und zählen auf Grund ihres frühen Aufnahmedatums - sie sind vielfach die ältesten Dokumente ihres Genres - zu gesuchten Quellen für EthnomusikologInnen, LinguistInnen und KulturwissenschaftlerInnen. Im Rahmen des Projektes wurde eine Edition dieser Tondokumente sowohl in akustischer Hinsicht (CDs) wie auch in Form eines schriftlichen Kommentars erstellt (booklet). Für Text- und Musiktranskriptionen sowie fachlichen Kommentar wurden Experten in Österreich und in den jeweiligen Ländern eingebunden. Zudem wurde Trebitschs Originaldokumentation in Form von Bilddateien zugänglich gemacht. Das Ergebnis des Projektes ist die kritische Aufbereitung und Zurverfügungstellung von frühen musikalischen bzw. linguistischen Dokumenten, von denen bisher keine bzw. nur wenige Vergleichsmaterialien vorlagen. Insbesondere jene Fachvertreter, die an diachronen Fragestellungen interessiert sind, werden die leichte und aufgeschlossene Verfügbarkeit des Materials als wichtige Erweiterung ihrer Quellen begrüßen.