Räume - Identität, Geschlecht und Körper bei Jugendlichen
Räume - Identität, Geschlecht und Körper bei Jugendlichen
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Geisteswissenschaften (100%)
Keywords
-
Genderforschung,
Lebensplanung,
Qualitative Untersuchung,
Cultural Studies,
Jugendliche,
Identitätsentwicklung
Wie leben weibliche und männliche Jugendliche in Österreich, welche Interessen, Wünsche und Perspektiven haben sie, waren Ausgangsfragen zu dieser Studie. Qualitative Interviews und themenspezifische Workshops mit Jugendlichen einerseits und sogenannten Erwachsenen andererseits geben Einblick, wie Jugendliche sich selber sehen und welche Bilder Erwachsene - die ForscherInnen eingeschlossen - von Jugendlichen haben. Bezüglich Jugendlicher lässt sich festhalten, dass sie sehr heterogen sind, dies in Bezug darauf, wie sie leben, was sie tun, wie sie denken. Die wenigen Punkte, die verallgemeinerbar sind, lassen sich folgendermaßen zusammenfassen: Freundschaften, Beziehungen und Vertrauen zählen zu den wichtigsten Werten, und dies unabhängig von Geschlecht, Alter, ethnisch-kultureller Zugehörigkeit oder sozialem Status. Welche Beziehungserfahrungen und Wertschätzungen sie erlebt haben, welche Bilder von Männlichkeit und Weiblichkeit ihnen vermittelt wurden, beeinflusst alle Beziehungsformen - beginnend bei Freundschaften, Liebesbeziehungen bis hin zu Arbeitsbeziehungen - nachhaltig. Beobachten lässt sich, dass traditionelle Familienstrukturen im Auflösen begriffen sind, wobei dies von Jugendlichen sehr unterschiedlich erlebt wird. Die Mobilität ist real sowie virtuell allgemein größer geworden, für Jugendliche bedeutet dies u.a. mehr Möglichkeiten am Bildungssektor oder bei Freizeitangeboten. Die Bilder, die Erwachsene von Jugendlichen haben, und welche Normierungen und Konstruktionsprozesse darin enthalten sind, bildet die Klammer dieses Projekts. Dies wurde auf der Ebene des eigenen Forschungsprozesses, der Interviews und Gruppenarbeit mit Erwachsenen sowie in Zusammenhang mit der gegenwärtigen Jugendarbeit und Jugendforschungsliteratur sichtbar gemacht. Erwachsene tendieren stark dazu, Jugendliche in (Szene)gruppen zu verorten und sich am Sichtbaren, - etwa Dresscodes - zu orientieren und zu schubladisieren`. Die Frage, warum Erwachsene vielfach keinen differenzierten Blick auf Jugendliche haben, interessierte im Rahmen des Forschungsprozesses zunehmend. In der Ergründung wurden tiefergehende Erklärungen sichtbar: Erwachsene fürchten sich bisweilen vor Jugendlichen - genauer gesagt vor dem, was sie selber mit Jugendlichen verbinden. Der zunehmende kollektive Jugendkult führt auch zu Neid und Rivalität Erwachsener Jugendlichen gegenüber, der jedoch oft unbewusst bleiben muss und indirekt zum Ausdruck kommt. Etwa in einer tendenziell entwertenden Sprache, wie "Kids haben ja nur Blödsinn im Schädel" u.v.m.