Die Siedlung der Hallstattkultur von Göttlesbrunn, NÖ
Die Siedlung der Hallstattkultur von Göttlesbrunn, NÖ
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (100%)
Keywords
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Ältere Eisenzeit,
Osthallstattkultur,
Flachlandsiedlung,
Kalenderbergkultur,
Halbgrubenhäuser,
Keramikauswertung
Bei vorliegendem Manuskript handelt es sich um die erste ausgewertete, neu ergrabene Flachlandsiedlung der Hallstattkultur Ostösterreichs. Es setzt sich aus der Dokumentation der Grabungsbefunde (Kap. 2) und deren Auswertung (Kap. 3-5) sowie der Vorlage (Tafeln und Katalog) und Auswertung (Kap. 6-10) der großteils keramischen Funde zusammen. Wissenswertes zum Fundort ist der Arbeit vorangestellt (Kap. 1). Die Siedlung befand sich südlich des Ortes Göttlesbrunn (p.B. Bruck/Leitha) auf einem schwachen Lössrücken. Ergraben wurde davon jener streifenförmige Ausschnitt, der durch den Bau der Ostautobahn (A4) gefährdet war. Die 52 untersuchten, eingetieften Objekte verteilen sich auf die Überreste von quadratischen (Halb)Grubenhäusern, vergleichbaren kleineren Wirtschaftsbauten und Siedlungsgruben. Den Wohncharakter der quadratischen Bauten (9-12 m) unterstreichen u.a. tönerne Herdplatten und Reibsteine auf Fußbodenniveau. Ihre regelmäßigen und kurzen Seitenlängen lassen auf ursprüngliche Aufbauten in Blockbauweise schließen. In nahezu allen Wohn- und Wirtschaftseinrichtungen sind die Eingänge in Form von Rampen, hervortretenden Wandabschnitten und Treppen zu bestimmen. Die einzelnen Objekte ließen sich zu hypothetischen Gehöften (Wirtschaftseinheiten A-H) zusammenfassen, wobei Einheit A innerhalb der landwirtschaftlich ausgerichteten Siedlung eine Ausnahme bildet: Fehlende Wirtschaftsbauten und aus der Norm fallende Wohnhäuser lassen dort eine gehobene Position ihrer BewohnerInnen vermuten (Handel?). Dank der Tierknochenauswertung durch Erich Pucher können landwirtschaftliche Aktivitäten wie Schaf- und Rinderhaltung mit hoher Wahrscheinlichkeit bestimmten Siedlungsbereichen zugeordnet werden. Der Wohnplatz der älteren Eisenzeit liegt im südöstlichen Bereich der Kalenderberg-Kultur, jenem wichtigen Teil der Osthallstattkultur, den mit Leisten und Knubben verzierte Keramikgefäße und Sonderformen prägen. Er bestand von der 1. Hälfte des 7. Jh. bis ungefähr 600 v.Chr. (HaC2/D1). Die etwa 1000 Stück umfassenden keramischen Funde zeigen Kontakte zum Westhallstattraum sowie Einflüsse aus dem Lausitzer Raum, Böhmen und Mähren.