Urkunden zur Chronologie der späten 12. Dynastie
Urkunden zur Chronologie der späten 12. Dynastie
Wissenschaftsdisziplinen
Sprach- und Literaturwissenschaften (100%)
Keywords
-
Ägypten,
Mittleres Reich,
Verwaltung,
Chronologie,
Totenkult,
Tempelarchiv
Das Archiv von el-Lahun, das wichtigste Tempelarchiv vor der griechisch-römischen Zeit, datiert in die zweite Hälfte der 12.Dynastie. Der Fund zerfällt in zwei Teile, die im Abstand von zehn Jahren 1889/90 und 1899 gefunden worden sind. Der erste Teil befindet sich heute im Petrie Museum London, der zweite fast gänzlich im Berliner Museum. Hinsichtlich des Fundplatzes wird el-Lahun für die Londoner Papyri angenommen, während die Herkunft der zweiten Gruppe durch einen Survey in el-Lahun im Jahr 1899 fast als gesichert gelten darf. Die Berliner Papyri gehören fast ausschließlich zum Ablauf des Totenkultes des Königs Sesostris II., während die Londoner Papyri mehr individuelle Dokumente enthalten, wie juristische Urkunden, Haushaltlisten, Verträge, sogar literarische Fragmente. Der Berliner Fund Umfaßt hauptsächlich Dokumente zum täglichen Totenkult im Tempel wie Briefe, Tempeltagebücher, Abgaben- und Festlisten. Die Bedeutung des Berliner Teils wird noch dadurch erhöht, daß in dem Tempeltagebuch aus dem Jahr 7 des Königs Sesostris III. das Datum des heliakischen Aufgangs des Sirius angegeben ist. Dieses Datum ist seit seinem Bekanntwerden immer wieder zum Ausgangspunkt für die Festlegung der ägyptischen Chronologie gemacht worden. Neben dieser Briefkopie, die 1992 in der "Chronologischen Fixierung" publziert worden ist, gibt es noch eine Menge von Briefen mit Monddaten, die zur Festlegung des siderischen Datums benutzt worden sind. Diese Briefe sind jedoch nicht nur wegen der eingestreuten Monddaten interessant, sie erlauben auch einen tiefen Einblick in das täglichen Leben des ägyptischen Mittleren Reiches.
- Universität Wien - 100%
- Ulrich Luft, assoziierte:r Forschungspartner:in