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Die Allegorie der Austria. Die Entstehung des Gesamtstaatsgedankens in der österreichisch-ungarischen Monarchie und die bildende Kunst.

Die Allegorie der Austria. Die Entstehung des Gesamtstaatsgedankens in der österreichisch-ungarischen Monarchie und die bildende Kunst.

Selma Krasa-Florian (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/D3801
  • Förderprogramm Buchpublikation
  • Status beendet
  • Projektbeginn 06.03.2006
  • Projektende 25.04.2007
  • Bewilligungssumme 8.000 €

Wissenschaftsdisziplinen

Kunstwissenschaften (100%)

Abstract

Diese Arbeit ist der Versuch, durch die Verbindung von kunsthistorischen und politikgeschichtlichen Erkenntnissen ein genaueres korrekteres Bild der behandelten Epochen zu erhalten. Die Allegorie der Austria ist dabei das Instrument zur genauen Evaluierung der jeweiligen nationalen und staatspolitischen Vorstellungen. Die Allegorie der Austria verkörpert dabei sehr genau die jeweiligen politischen Konstellationen. Die dynamische Austria mit der rudolphinischen Hauskrone bedeutet die Prädominanz des Herrscherhauses, die bürgerliche Austria mit der Mauerkrone die Vorstellungen dieser Bevölkerungsschicht, vor allem im deutschsprachigen Teil von Österreich, die Stellung des Staates über dem Herrscher der Sinne Hegels, sowie auch die siegreiche Austria mit dem Lorbeerkranz als Zeichen der Überwindung der Revolution von 1848. Gerade im Vielvölkerstaat der Habsburger, wo die divergierenden gesamtstaatlichen und nationalen Sichtweisen zu Konflikten führen mußten, ist so die Allegorie der Austria ein wichtiger Hinweis auf die jeweilige Stellung der Öffentlichkeit zu der angedeuteten Problematik. Der in der Arbeit vorgegebene Zeitraum umfaßt die Periode vom Beginn des Aufstiegs Österreichs zur Großmacht bis zum Ende der Monarchie nach dem ersten Weltkrieg. Dabei werden verschiedene künstlerische Aspekte in einer neueren und genaueren Betrachtungsweise angesprochen, wie zum Beispiel der Zyklus von 13 Porträts aus dem Umfeld von Rudolph II. im Linzer Museum Nordico, die in der großen Ausstellung über diesen Herrscher "Prag um 1600" nicht repräsentiert waren und die am Beginn der Austria-Allegorie in der bildenden Kunst stehen, oder die Denkmalsentwürfe Otto Wagners, die im Großteil der Literatur über diesen Architekten nur als Gelegenheitsentwürfe bezeichnet werden, aber in Wahrheit ernstzunehmende Auseinandersetzungen Wagners mit der nationalen Kunst sind. Ein weiterer gedanklicher Ansatzpunkt ist der Vergleich des Ringens um einen modernen Gesamtstaat vor allem seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts im Verhältnis zum heutigen Europa mit seinen überstaatlichen Strukturen. Dazu gehört die im Weltkrieg aufgekommene Idee von Mitteleuropa unter Einschluß der Türkei und der Wiedererrichtung des Königreiches Polen als Pufferstaat gegenüber dem revolutionären Russland. Hier ist schon lange vor der Gründung der europäischen Union der Versuch gemacht, den Kontinent friedlich zu einen.

Forschungsstätte(n)
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