Regesten Kaiser Friedrichs III. Heft 22 (1464-1469)
Regesten Kaiser Friedrichs III. Heft 22 (1464-1469)
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (100%)
Keywords
-
Emperor Frederick III,
Austrian history,
History of the fifteenth century,
Charters and letters
Der Band präsentiert die im österreichischen Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien verwahrten Urkunden und Briefe Kaiser Friedrichs III. aus den Jahren von 1464 bis 1469 in Regestenform und führt die Reihe der drei vorausgehenden Wiener Bände fort. Er bildet den 22. Band der Gesamtreihe des Projektes der "Regesten Kaiser Friedrichs III. (1440 - 1493)", welches von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und der Deutschen Akademie der Wissenschaften und der Literatur zu Mainz getragen wird. Die den Regesten vorangestellte, ausführliche Einleitung bietet neben einem inhaltlichen Überblick über das bearbeitete Material auch statistischen Auswertungen und Überlegungen zur kaiserlichen Kanzleipraxis. Darüber hinaus erleichtern, abgesehen von einem Literaturverzeichnis, ein Urkundenverzeichnis und ein detailliertes Register den Zugang zu den einzelnen Regesten. Zahlreiche Urkunden des bearbeiteten Zeitraumes bieten Hinweise auf die Politik Friedrichs III. auf landesfürstlicher Ebene, in dessen alltägliche Rechtsgeschäfte und die Instrumentarien zur Durchsetzung spätmittelalterlicher Herrschaftspraxis. Die Verpfändungen, Belehnungen und anderen Begünstigungen erlauben zudem Einblicke in das personelle Umfeld des Kaisers und lassen Rückschlüsse auf dessen Gefolgschaft und dessen Gegner zu. Zudem wird hieraus auch die Verwaltung des "Landesherrn" und die Umstrukturierung seiner Besitzungen und Einkünfte deutlich. Des weiteren läßt sich, vornehmlich im Zusammenhang mit dem Vetter Friedrichs III., Herzog Sigmund von Österreich, auch die habsburgische Politik gegen die Eidgenossenschaft ersehen, über die im Jahr 1469 schließlich die Reichsacht verhängt wurde. Auf reichspolitischer Ebene sind auch die Bemühungen um eine Reichsreform in Zusammenhang mit dem vor allem von päpstlicher Seite propagierten Türkenzug zu nennen. Für die im 15. Jahrhundert noch keineswegs gefestigte gerichtliche Praxis von großer Bedeutung sind des weiteren die in sehr hocher Anzahl überlieferten kaiserlichen Ladungen einzelner Streitpartien im Rahmen längerer Gerichtsprozesse oder kaiserliche Beurkundungen von Kammergerichtsurteilen. Durch die hierin gebotenen zahlreichen, bisher unbekannten politisch, rechts-, sozial- und wirtschaftsgeschichtlich interessanten Schriftstücke liefert dieser Band eine neue Grundlage für weitere wissenschaftliche Arbeiten und stellt der Forschung unverzichtbares Quellenmaterial zur Verfügung.