König Konrad III. (1138-1152). Hof, Urkunden und Politik
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (100%)
Keywords
- Middle Ages,
- Court,
- King Conrad III,
- Prosopography
Die Studie befasst sich mit den Grundlagen der Herrschaft des ersten staufischen Königs. Das Hauptinteresse gilt dabei den Personen, die an dessen Hof erschienen. Ihr Verhältnis zum König wurde erforscht, um Rückschlüsse darauf zu erhalten, wer die Parteigänger und Vertrauten des Königs waren. Denn der Herrscher des hohen Mittelalters agierte und regierte im Zusammenspiel mit den ihn umgebenden Personen. Regierungshandlungen kamen in einem Wechselspiel der Interessen zustande, der König war angewiesen auf die Beteiligung der politisch relevanten Gruppen des Reiches. Es wurden nun alle Personen die mindestens viermal bei Hof erschienen im Sinne einer prosopographischen Studie behandelt, und aus dieser Gruppe diejenigen Erzbischöfe, Bischöfe, Äbte, Herzöge, Pfalzgrafen, Markgrafen, Grafen, Edelfreie und Reichsministeriale ermittelt, die als Ratgeber des Königs anzusehen sind. In einem zweiten Teil wurden diese Ergebnisse in Relation zu weiteren Herrschaftsträgern der politischen Großlandschaften des Regnum Theutonicum und des Regnum Arelatense gesetzt, um so die Herrschaftsschwerpunkte Konrads III. zu ermitteln. Franken und hier insbesondere Ostfranken sowie Schwaben konnten hierbei als Schwerpunkte ermittelt werden, aber auch der lothringische Raum und Bayern wurden von der Königsherrschaft gut erfasst. In Burgund versuchte Konrad frühzeitig Kontakte zu knüpfen, konnte aber nur bescheidene Erfolge verbuchen. Sachsen war in latenter Opposition, obwohl weite Teile des dortigen Episkopats durchaus königstreu waren. Österreich, Kärnten, Steyr und Tirol zählten hingegen zu den peripheren Zonen des Reiches, deren Herrschaftsträger kaum am Reichsdienst teilnahmen. Im Unterschied zu Konrads III. Vorgänger Lothar III. gehörten aber zahlreiche Reichsministerialien zum näheren Umfeld des Hofes.