Die Basilika am Staatsmarkt in Ephesos
Die Basilika am Staatsmarkt in Ephesos
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (100%)
Keywords
-
Ephesus,
Loom Weight,
Amphora Stamp,
Lamp,
Terracotta,
Classical Ceramic
Der vorliegende Band ist die Ergänzung zum Band FiE IX/2/2, in dem das Kleinfundmaterial der Grabungen von 1961 bis 1972, die von Wilhelm Alzinger geleitet wurden, vorgelegt wird. Die Diskussion und Neubewertung des Grabungsergebnisses brachte neue Ergebnisse nämlich einen Vorgängerbau - die hellenistische Stoa - der um 200 errichtet worden ist und nun eindeutig definiert und in seinem Ausmaß beschrieben werden kann. Zu unterscheiden sind zwei Aufschüttungen: Jene unter dem Stylobat der Stoa und jene, die 1,2 m über dem Stylobat der Stoa, die für das Gehniveau der Basilika aufgebracht wurde (Ta. 59 - 64). Das hier nun vorgelegte Fundmaterial stellt jedoch einen weiteren kleinen Mosaikstein im Bild der Geschichte von Ephesos und seiner materiellen Kultur in klassischer und hellenistischer Zeit dar. Die klassischen Funde waren als Grabbeigaben der Gräber entlang der Prozessionsstraße - der Friedhof bis zur Gründung der Lysimachischen Stadt, bestimmt. Funde verschiedener Gattungen belegen Kontakte mit Athen in frühklassischer bis hellenistischer Zeit. Die Transportamphoren spiegeln für das 3.Jh. v. Chr. rege Importe aus Rhodos wider, die im 2. Jh. v. Chr. schlagartig nachlassen. Andere Importamphoren stellen gegenüber jenen aus Rhodos keine nennenswerte Zahl dar. Zu dem kulturellen und materiellen Austausch im Hellenismus sind nun die groß angelegten lokalen ephesischen Produktionen, wie die der Ephesos-Lampen im frühen 2. Jd. v. Chr. Beleg für die wirtschaftliche Prosperität der Stadt. Der Erhaltungszustand der Lampen, die Sätze von Webgewichten, welche private Haushalte charakterisieren, und die Matrizen, Model und Stempel lassen am Fuße des Panayirdag Häuser, denen kleine Werkstätten angeschlossen waren, annehmen, die wegen des Baus der Stoa geschliffen worden sind. Für den Bau der Basilika wurde die Stoa bis auf die Fundamente abgetragen. Die Glasfunde, ein Teil der Lampen und etwa die Hälfte der Münzfunde belegen innerhalt der Basilika Baumaßnahmen bis in die Spätantike und eine Nutzung bis in das frühe 7. Jh. n. Chr.
- Veronika Mitsopoulos-Leon, Österreichische Akademie der Wissenschaften , assoziierte:r Forschungspartner:in