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Literatur in Österreich 1938 - 1945, Band 1: Steiermark

Literatur in Österreich 1938 - 1945, Band 1: Steiermark

Uwe Baur (ORCID: 0000-0001-7398-8804)
  • Grant-DOI 10.55776/D3972
  • Förderprogramm Buchpublikation
  • Status beendet
  • Projektbeginn 03.12.2007
  • Projektende 03.12.2007
  • Bewilligungssumme 5.000 €

Wissenschaftsdisziplinen

Sprach- und Literaturwissenschaften (100%)

Keywords

    Nazionalsozialism, Austria, Literature, Authors, Institutions

Abstract

Das Manuskript ist der erste Band eines lexikalischen Nachschlagewerks, das im Sinne literaturwissenschaftlicher Grundlagenforschung versucht, erstmals eine systematische, flächendeckende Dokumentation des literarischen Lebens Österreichs während der Ära des Nationalsozialismus (1938 - 1945) zu bieten. Es soll - vom methodischen Ansatz her - ohne einschränkenden, wertenden Rückgriff auf Kanonbildungen den Zugang zu jenem literarischen Geschehen öffnen, das dem offiziellen System des Dritten Reiches angehörte, das von den Lenkungsinstanzen des Kulturbetriebes gefördert, zumindest aber geduldet wurde und es soll der Analyse und Interpretation Materialien zu Entstehungs- und Wirkungsbedingungen zur Verfügung stellen. Daher geht die Untersuchung von einem funktionalen Literaturverständnis aus und umfasst die wesentlichen institutionalisierten Faktoren des literarischen Kommunikationssystems: AutorInnen und deren Werke (einschließlich Hörfunk und Film) sowie Germanisten, kulturpolitische Lenkungsinstanzen (Förderung/Zensur, Literaturpreise), literarische Vereinigungen, Verlag und Theater, Anthologien und Periodika. Für das Erproben eines derartigen methodischen Ansatzes bietet die Diktatur des Dritten Reiches durch die Totalerfassung der sich an die Öffentlichkeit richtenden schöpferischen und medialen Tätigkeit im Jahre 1938 selten gute quellenmäßige Voraussetzungen. Unsere systematischen Recherchen über die Phase von 1938 - 45 streben eine möglichst umfassende Beschreibung der Institutionen des literarischen Systems und der Integration der AutorInnen an. Zu diesem Zweck wurden außer Druckschriften im Bereich Personenakten vornehmlich die Bestände des Bundesarchivs Berlin/Abt. Deutsches Reich (BDC) und die sogenannten "Gauakten" durchforstet (der Großteil der Personaldaten bezieht sich auf eigene Angaben der Autoren). Wichtigste archivalische Basis für die Beschreibung der Institutionen sind Akten aus dem Bundesarchiv Koblenz (jetzt im BA in Berlin) und dem Wiener Stadt- und Landesarchiv. Die Erhebung von Material werden zudem sowohl die Vor- als auch die Nachgeschichte partiell systematisch einbezogen, um die Kontinuitäten und Brüche aufzuzeigen. Besonders signifikant sind Literaturpreise und Ehrungen, welche die Integration eines Schriftstellers in die unterschiedlichen Systeme von der Monarchie bis zur Zweiten Republik illustrieren. Daher haben wir sie - soweit uns bekannt - in ihrer Gesamtheit verzeichnet. Der erstmalige Versuch, möglichst alle literarischen Vereine in Österreich und Anthologien des deutschen Sprachraums (sowie Texte von Österreichern aufgenommen wurden) zu erheben, deckt die Zeit von 1933 - 1945 ab. Die Nachgeschichte wird nicht nur durch Literaturpreise und Ehrungen dokumentiert, sondern auch durch den Einbezug der schon genannten "Gauakten" im Österreichischen Staatsarchiv (Archiv der Republik). Dem methodischen Anliegen entsprechend, ein literarisches Teil-System des deutschen Sprachraums in seinen institutionalisierten Faktoren lexikalisch aufzuschließen, wirde ein neuer Typus von Handbuch versucht, eine spezifische Kombination von Personenlexikon und Sachwörterbuch, die zu einer Ganzheit vernetzt werden sollten. Ein weiterer wichtiger Faktor für die Art der Darbietung ergab sich aus dem Faktum der nationalsozialistischen Teilung Österreichs in sieben "reichsunmittelbare" Gaue. Das Handbuch ist daher wie folgt gegliedert: Teil 1: Personenlexikon in mehreren Bänden nach den damaligen Gauen gegliedert. Vorgelegt wird der 1. Band über die Steiermark. Dem AutorInnenalphabet werden eine literarhistorische Einleitung und ein Organigramm der literaturpolitischen Einrichtungen des Gaues mit einem Überblick über die im Gau befindlichen Institutionen vorangestellt. Den Abschluss bildet ein Abkürzungs- und Quellenverzeichnis. Der Autorenband steht in enger Vernetzung mit dem in Arbeit befindlichen Teil II: Institutionen in Österreich, welcher literarische Vereine, Germanistik/Volkskunde, Literaturpreise, Förderung und Zensur (1933 - 1945), Verlage, Anthologien des deutschen Sprachraums (1933 - 1945), periodische Druckschriften, Abkürzungs- und Quellenverzeichnis für alle Bände enthält.

Nationale Projektbeteiligte
  • Karin Gradwohl-Schlacher, Universität Graz , assoziierte:r Forschungspartner:in

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