Thedor Zeynek. Das Leben eines österreichischen Generalstaboffiziers
Thedor Zeynek. Das Leben eines österreichischen Generalstaboffiziers
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Geisteswissenschaften (100%)
Keywords
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Officer of Austro-Hungarian Staff,
Political Crisis July 1914,
First World-War 1914/1916,
Austro-Hungarian High-command,
Shakespeare Translation Poetry,
Downfall Of Austro-Hungarian Monarchy
Die Autobiographie des Theodor Ritter von Zeynek schildert das Leben eines Offiziers der österreichischen Armee. Sie beschreibt seine Herkunft, seine Ausbildung und seine Dienstleistung als Truppenoffizier und als Generalstabsoffizier. Sie schließt mit dem Kriegsdienst im 1. Weltkrieg als Offizier an der russischen Front 1914 bis 1916 und als Abteilungsleiter im Armeeoberkommando in der Nähe Wiens von 1916 bis 1918. Die Zeyneks entstammten der bürgerlichen Oberschicht von Troppau, heute Opava, der Hauptstadt der Provinz Österreich-Schlesiens. Theodor (geboren 1873) absolvierte dort das Gymnasium, besuchte dann die Militärakademie in Wiener Neustadt und wurde später zum Generalstabsoffizier ausgebildet. Zeynek erlebte in den zentralen Büros des österreichisch-ungarischen Generalstabs die Bosnienkrise 1908/09, die militärisch-politische Bindung durch den Zweibund an das Deutsche Reich und den steigenden politisch- militärischen Gegensatz der Donaumonarchie gegenüber dem Kaiserreich Rußland und dem Königreich Serbien. Zeynek war innerhalb der Monarchie mit der ungarischen Staatskrise befaßt. Er schildert den Aufstieg des Erzherzog-Thronfolgers Franz Ferdinand zum designierten Armee-Oberkommandanten, das Übergreifen des Nationalitätenkonflikts auf die Armee sowie die Julikrise 1914. Zeynek war nach einem neuerlichen Truppenkommando als Chef des Operationsbüros des Generalstabes fix vorgesehen, als der Erste Weltkrieg ausbrach. Zeynek erlebte die Niederlagen und Erfolge 1914/15 in hohen militärischen Positionen an der Russischen Front, vor allem als Generalstabschef der k.u.k. 7. Armee in den Provinzen Galizien und Bukowina (heute Polen bzw. Ukraine bzw. Rumänien). Er wurde nach politisch-militärischen Katastrophe der russischen Brussilowooffensive (Juni 1916) abberufen, aber ab Herbst 1916 für die Verhandlungen über die Errichtung einer polnischen Armee erfolgreich verwendet. Im Frühjahr 1917 kam es zur Betrauung Oberst Zeynek mit dem Posten des Chefs der Quartiermeisterabteilung des Armeeoberkommandos und damit einem der verantwortungsvollsten Dienststellungen im Rahmen der Kriegsführung der Österreichisch-Ungarischen Armee. Mit jedem Dienst verbunden war auch eine wichtige Beratertätigkeit bei Kaiser und König Karl I. (IV.) und damit auch wesentliche Einsicht über den politischen und militärischen Niedergang der Monarchie bis zu deren Zusammenbruch im Oktober/November 1918. Zeynek wurde in den Ruhestand versetzt und lebte mit seiner Frau in Prag (heute Praha), dann in Mondsee/Oberösterreich und Wien. Er war in dieser Zeit beschäftigt mit literarischen Arbeiten (Shakespeare- Übersetzungen, Geschichte des österreichisch-ungarischen Generalstabes, Dichtungen, Arbeiten über Goethe, Autobiographie), bis er 1948 in einem salzburger Krankenhaus verstarb. Seine Frau übergab einen Großteil des militärischen Nachlasses ihres Gatten dem Österreichischen Staatsarchiv/Kriegsarchiv und die gedruckten literarischen Werke der Österreichischen Nationalbibliothek.
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