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Welt und Bildung bei Eugen Fink

Welt und Bildung bei Eugen Fink

Antonius Greiner (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/D3981
  • Förderprogramm Buchpublikation
  • Status beendet
  • Projektbeginn 28.01.2008
  • Projektende 17.06.2008
  • Bewilligungssumme 2.500 €

Wissenschaftsdisziplinen

Soziologie (100%)

Keywords

    Education, Anthropology, Eugen Fink, Philosophy, Cosmology, Martin Heidegger

Abstract

Die Arbeit widmet sich dem philosophischen und pädagogischen Werk Eugen Finks. Neben der Einführung in die Charakteristika des Finkschen Denkens findet sich im ersten Teil die Darstellung der methodischen Fundierung der Finkschen Anthropologie in der enigmatischen Gestalt des Menschen. Der anthropologischen Sinngestalt des Menschen als animal rationale, die sich seit der Antike in Geltung befindet, stellt Fink sein auf der Kritik Platons fußendes Modell des Menschen als wesenloses Wesen, als "existierende Unbestimmtheit" entgegen. In der Analyse des Menschen als geschehende Auslegung in unmittelbarer Selbstzeugenschaft kann damit ein genuin "menschlicher" Ansatzpunkt für eine pädagogische Anthropologie aufgewiesen werden. Der Begriff des Verstehens und Auslegens bei Fink wird daher erstmals in systematisch-vergleichender Methodik von demjenigen Heideggers aus der Phase um "Sein und Zeit" abgegrenzt. Damit wird verstehbar, wie sich Fink in seiner Methodik von Heidegger unterscheidet, obwohl er in seiner Analyse der Grundphänomene des menschlichen Daseins in Analogie zu der heideggerschen Existenzanalyse vorgeht. Der zweite Teil der Arbeit ist der Finkschen Kosmologie gewidmet. Es wird gezeigt, wie Fink im Rückgriff auf die Welterfahrung des Mythos objektive Gehalte des Denkens von Welt als Form einer kosmologischen Transzendenz des Menschen rehabilitiert. Die "kosmologische Differenz" welche Fink in Analogie zu Heideggers "ontologischer Differenz" einführt, wird erklärt, um den Unterschied von Welt und binnenweltlich vorkommendem Ding einerseits und dem Menschen, der im Denken dieses Begriffes die ganze Welt umspannt, dabei aber selbst binnenweltlich ist, andererseits, begrifflich zu fassen. In der Rekonstruktion der Interpretation des Platonischen Höhlengleichnisses wird dargestellt, wie Fink sich von überlieferter metaphysischer Begrifflichkeit absetzt und alternative kosmische Gehalte sichtbar macht. Dabei werden die fraglichen Symbole von Himmel und Erde gedeutet derer sich Fink in heuristischer Absicht bedient. Die kritische Diskussion der Ergebnisse Finks erfolgt anhand des von ihm selbst entwickelten Modells der operativen und thematischen Begriffe. Damit wird das Finksche Denken auf sich selbst bezogen und der werkimmanenten Methodik der Arbeit entsprochen. Der dritte Teil der Arbeit steht unter der Leitfrage der Parallelität von Denken und Handeln im Schaffen Finks. Vor allem die Arbeit in der "september-gesellschaft" und im "Oberaudorfer Kreis" und in der "Gewerkschaft Wissenschaft und Erziehung" geben dabei wichtige bildungstheoretische wie bildungspolitische Schwerpunktsetzungen ab. Der "Bremer Plan" selbst - als Kern des bildungspolitischen Engagements E. Finks - wird dann auf Basis von unveröffentlichten Materialien aus dem "Archiv der sozialen Demokratie" der Friedrich Ebert-Stiftung in seiner Entstehungsgeschichte und materialen Gestalt analysiert. Das Ergebnis dieses Abschnittes ist die Rekonstruktion des Finkischen Einflusses auf die endgültige Gestalt des "Bremer Plans" und das verantwortete Urteil, ob und wo er dabei selbst in Einklang oder Widerspruch zu seinem theoretischen Werk steht. Ein die Arbeit abschließendes Kapitel widmet sich dem Stellenwert der Religion im Werk Finks. Hier wird ein klärender Befund beigetragen.

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