Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (100%)
Keywords
Ephesus,
Artemision,
Gold Objects,
Archaic Period
Abstract
Aus den Grabungen 1965 bis 1994 im Artemision von Ephesos durch das Österreichische Archäologische Institut
(Leitung: A. Bammer) stammen 703 Goldobjekte, die als Votivgaben im Heiligtum niedergelegt wurden. Sie sind
zeitlich in die zweite Hälfte des 7. bis in die erste Hälfte des 6. Jahrhunderts v. Chr. einzuordnen. Den größten
Prozentsatz machen Trachtzubehör und Schmuckstücke aus, die sich in direkt am Körper getragenem oder aber an
der Kleidung o. ä. befestigtem Schmuck bzw. Objekte einteilen lassen. Es überwiegen Appliken oder Plättchen mit
unterschiedlichen Motiven, schiffchenförmige Ohrringe, teilweise mit zusätzlichen Verzierungen, kugel- und
tropfenförmige Anhänger und Perlen, die mitunter an Früchte erinnern, Nadeln mit blütenartigen Köpfen, Fibeln,
die hauptsächlich dem phrygischen `Asia Minor` Typus entsprechen, `raubvogelförmige` Broschen sowie einige
figürliche Objekte (anthropo- und zoomorphe Statuetten). Die vielfältigen Formen und Motive der vorgestellten
Goldobjekte beziehen sich großteils auf bestimmte Kategorien der Fauna und Flora, die mit der hier verehrten
Gottheit in Verbindung gebracht werden können. Die Vielzahl und -falt an Goldschmuck aus dem Artemision der
archaischen Epoche ist einzigartig, gibt es doch kein anderes zeitgleiches Heiligtum mit einer vergleichbaren
Funddichte an Goldobjekten. Durch das Einbeziehen der Funde aus den englischen Grabungen im Heiligtum
(1904/05) in die Auswertung und Interpretation konnte das Formenspektrum deutlich erweitert und die damit
verbundenen Fragestellungen, wie die Bedeutung der Goldfunde für den Kult vor Ort konkretisiert werden.