Wissenschaftsdisziplinen
Sprach- und Literaturwissenschaften (100%)
Keywords
Gender,
French Sudan,
Migration,
Kayes
Abstract
Diese Arbeit untersucht die Unsichtbarkeit der Frauenmigration in der Historiographie im Französisch-Sudan
(1900-1946). Das Konzept der "Arbeitsmigration" hat am Außerachtlassen der Gender Perspektive in der
afrikanischen Migration wesentlichen Anteil: Die französische Kolonialmacht nahm als selbstverständlich an, dass
Arbeitsmigration ein männliches Phänomen ist und assimilierte die Arbeit von Frauen mit Arbeit innerhalb der
Familie. Frauen wurden vor allem als im ländlichen Raum Zurückgebliebene beschrieben, während Männer als
Migranten mit Lohnarbeit in urbanen Zentren dargestellt wurden. Mehrere Fallstudien zeigen die Verfehltheit
dieser kolonialen und androzentristischen Annahmen.
Die Beschränkung der Betrachtung auf männliche Arbeitsmigranten sowohl durch die Kolonialadministration als
auch durch die Geschichtswissenschaft hat die Sichtbarkeit der Diversität der Migrationsbewegungen in Haut-
Sénégal 1900 bis 1946 unterdrückt. Die Darstellung der Komplexität der Migration zur Kolonialzeit erfordert das
Abgeben von stereotypen Betrachtungen von maskulinen und femininen Migration. Insbesondere die kritische
Auseinandersetzung mit dem Konzept der "Arbeitsmigration" zeigt, dass dieses Konzept für eine Analyse der
Mobilität der afrikanischen Frauen ungeeignet ist.