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Mediales Embodiment

Sibylle Moser (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/D4090
  • Förderprogramm Buchpublikation
  • Status beendet
  • Bewilligungssumme 4.310 €

Wissenschaftsdisziplinen

Andere Geisteswissenschaften (15%); Medien- und Kommunikationswissenschaften (60%); Sprach- und Literaturwissenschaften (25%)

Keywords

    Language, Media, Iconicity, Cognition, Embodiment, Song

Abstract

Die Publikation entwickelt am Beispiel ausgewählter Lyrics und Performances der Multimediakünstlerin Laurie Anderson eine korporale Medientheorie der Sprache. Sie stützt sich dabei auf die konstruktivistische Medientheorie von Siegfried J. Schmidt und ergänzt diese durch Argumente aus der "Embodied Cognition" (Mark Johnson, Shaun Gallagher, Humberto R. Maturana, Francisco Varela, etc.). Eine Interviewserie mit Kulturschaffenden aus Österreich und Kanada verdeutlicht die Integration von nonverbalem und begrifflichem Sprachverstehen am Beispiel der Rezeption von Laurie Andersons Song "Kokoku". Die vorgestellte Studie zielt darauf ab, disziplinäre Grenzen innerhalb der ästhetischen Medienforschung zu überwinden. Sie stellt ein Plädoyer für eine Medientheorie dar, die dem leiblichen Vollzug der Sprache mit kultur- und naturwissenschaftlichen Argumenten Rechnung trägt. Am Beispiel Laurie Andersons soll die Relevanz künstlerischer Praxis für das wissenschaftliche Verständnis von Medien und Technologien der Sprache aufgezeigt werden. Gleichzeitig werden medientheoretische Argumente zur Verkörperung von Sprache mit Kernargumenten der "Embodied Cognition" konfrontiert. Die mediale Verfasstheit der Sprache wird durch Faktoren wie Sensumotorik, intermodale Wahrnehmung und die soziokulturelle Darstellung leiblicher Erfahrung begründet. Die Kernthese der Arbeit lautet, dass sprachliche Kommunikation nonverbale, perzeptuelle Bedeutungen mit konzeptuellen (`propositionalen`) Bedeutungen integriert. Die körperbasierten Bedeutungsdimensionen der Sprache werden im Detail anhand der ikonischen Qualitäten von Sprachzeichen aufgezeigt. Die theoretischen Argumente werden durch Analysen exemplarischer Arbeiten von Laurie Anderson wie z.B. "Zero and One", "Drum Dance", "Walking and Falling", "As:If", "O Superman" und "White Lily" illustriert. Experteninterviews im empirischen Teil verdeutlichen komplementär, dass das Hören der Lyrics von Andersons Song "Kokoku" sich wesentlich von der Textverarbeitung beim Lesen des Songtexts unterscheidet. Sowohl mutter- wie fremdsprachige RezipientInnen nehmen Lyrics fragmentiert wahr, blenden Textstellen zugunsten einzelner Schlüsselstellen aus und erfahren Andersons Songtext maßgeblich durch nonverbale Dimensionen der Sprache wie die Stimmqualität, und das Zusammenspiel von Text und Musik.

Forschungsstätte(n)
  • Stadt Wien - 100%

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