Albert von Sachsen: Logik (lateinisch-deutsche Parallelausgabe)
Wissenschaftsdisziplinen
Mathematik (60%); Philosophie, Ethik, Religion (40%)
Keywords
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Albert of Saxony (d. 1390),
Logica (1350ies),
Medieval Logic and Philosophy,
Critical Edition of a Latin Source,
German Translation of a Latin Source,
Studies on a Latin Source
Diese zweisprachige Ausgabe der Logica des Albert von Sachsen ( 1390) füllt eine in der Fachwelt schon seit langem beklagte Lücke: Die kritische Edition des lateinischen Textes aus Handschriften entspricht den Anforderungen der Forschung, die annotierte deutsche Übersetzung macht das Werk auch einem breiteren Publikum zugänglich und die umfangreiche Einleitung zu Autor und Werk bietet den aktuellen Wissensstand einschließlich eigener neuer Erkenntnisse. Der Verfasser ist einer der bekanntesten, fruchtbarsten und einflussreichsten Gelehrten des Mittelalters, Professor und Rektor der Universität Paris (1351-1362), Professor und Gründungsrektor der Universität Wien (1365/66), Bischof von Halberstadt (1366-1390). Das Werk, entstanden Anfang der 1350er Jahre, ist ein Handbuch der gesamten scholastischen Logik, und zwar eines der erfolgreichsten, wie die Überlieferung (fast 40 Handschriften, Druck von 1522) sowie die zeitgenössische und nachfolgende Rezeption zeigen. Mindestens seit Carl Prantls Geschichte der Logik im Abendlande IV (1870) ist es eine der Hauptquellen zur Geschichte der Logik, zuletzt z. B. im Handbook of the History of Logic, vol. 2 (Amsterdam u. a.: Elsevier 2008). Darüber hinaus ist es auch eine wichtige Quelle für die Philosophie- und Geistesgeschichte überhaupt, da der scholastische Begriff der Logik ja viel weiter war als der heutige. Das umfangreiche Handbuch besteht aus sechs Traktaten, die den Stoff vom Einfachen ausgehend zum immer Komplexeren hin entwickeln: Terme (unverknüpfte Ausdrücke), Termeigenschaften (v. a. Supposition), Sätze, Folgerungen, Fehlschlüsse sowie Insolubilien (Antinomien) und Obligationen (Disputationen mit speziellem Regelwerk). Die Klarheit dieser Anordnung, die z. B. von Petrus Hispanus, Wilhelm von Ockham und Johannes Buridan abweicht, und die Klarheit der Darstellung des Stoffes waren neben den inhaltlichen Vorzügen die Gründe für den großen und langen Erfolg des Werks. Sachlich stellt das Werk eine organische Verbindung der Aristotelischen Logik (Organon) nebst daran anschließender Tradition mit den eigenen Errungenschaften der Scholastik ab dem 12. Jahrhundert dar. Besonders auch hinsichtlich dieser letzteren ist Alberts Werk aufschlussreich, z. B. ist er im 14. Jahrhundert der erste kontinentale, nicht-englische Verfasser einer Abhandlung über Obligationen. Diese Dinge werden in der Einleitung näher ausgeführt.