Das Isisgrab von Vulci
Das Isisgrab von Vulci
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (50%); Sprach- und Literaturwissenschaften (50%)
Keywords
-
Etruria,
Phoenicia,
Egypt,
Tomb-Group,
Cultural Contacts,
Orientalizing Period
Das Isisgrab von Vulci ist eines der bedeutendsten Denkmäler der Orientalsierenden Periode Etruriens. Es wurde im Zuge intensiver Ausgrabungen, wie sie im frühen 19. Jahrhundert vielerorts in Etrurien stattfanden, 1839 in noch unberührtem Zustand entdeckt. Das überaus reiche und außerordentlich gut erhaltene Inventar wurde vollständig geborgen, das Grab selbst wurde, wie damals üblich, sofort wieder mit Erdreich verfüllt. Es ist seither verloren. Die Funde aber blieben erhalten. Sie gelangten in den folgenden Jahren in verschiedene europäische Sammlungen, der bedeutendste Teil von ihnen blieb jedoch beisammen und kam 1850 in das Britische Museum, wo er seither permanent ausgestellt wird. Obwohl die Objekte des Britischen Museums, zu denen auch die auffallenden ägyptischen und ägyptisierenden Funde gehören, welche einst die Benennung des Grabes angeregt hatten, seit ihrer Entdeckung allgemein bekannt waren und in einschlägigen Handbüchern stets als herausragende Zeugnisse der Orientalisierenden Periode Etruriens zitiert wurden, sind sie dennoch bis heute nicht in wissenschaftlicher Weise veröffentlicht worden. Das vorliegende Manuskript soll diese Lücke füllen. Basierend auf einer gründlichen Untersuchung der Geschichte dieser Fundgruppe, die zu einer gültigen Definition derselben führte und an anderer Stelle veröffentlicht wird, soll die hier besprochene Veröffentlichung zum einen der wissenschaftlichen Publikation der Objekte des Britischen Museums dienen, zum anderen den kulturgeschichtlichen Stellenwert des Isisgrabes von Vulci beschreiben. Das abschließende Kapitel befaßt sich daher ausschließlich mit diesem herausragenden Denkmal, wobei auch andere Objekte als die des Britischen Museums einbezogen werden. Das Isisgrab von Vulci zeugt anhand seines weitestgehend wiedergewonnenen Inventares von intensiven Kulturkontakten zwischen Etruskern auf der einen Seite und verschiedenen Völkern der Ägäis und des östlichen Mittelmeerraumes, darunter Ionier, Phönizier und Ägypter, auf der anderen. Es bietet wie kein anderes ein Exempel für die Kulturgeschichte Etruriens in der zweiten Hälfte des siebten Jahrhunderts v. Chr.