Die Regesten des Kaiserreiches unter Friedrich I., 1181-1190
The Regesta Imperii under Frederick I, 1181-1190
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (100%)
Keywords
-
Holy Roman Empire,
12th century,
Early Swabian dynasty,
Frederick Barbarossa,
Imperial Charters,
Historigraphical Sources
Die vorliegende Publikation umfasst die für die Geschichte des römisch-deutschen Reiches relevante Überlieferung von 1181 bis 1190. Höhepunkte dieser Dekade sind die Absetzung Heinrichs des Löwen (1181), der Friede von Konstanz mit den lombardischen Kommunen (1183), das Mainzer Pfingstfest (1184), der letzte Italienzug des Staufers (1184-1186) mit der Hochzeit Heinrichs VI. mit Konstanze von Sizilien in Mailand (27. Januar 1186), der Hoftag "Jesu Christi" mit dem Entschluss zum Antritt des Kreuzzuges (1188) und der Kreuzzug selbst bis zum Tod des Kaisers im Fluss Saleph (heute: Gök-su) am 10. Juni 1190. Die ersten drei Lieferungen - 1122/1152 bis 1158 Juni, 1158 Juli bis 1168 März und 1168 März bis 1180 Ende - sind 1980, 1991 und 2001 veröffentlicht worden. Nach Abschluss von Lieferung 4 lässt sich nunmehr ein statistischer Blick auf die gesamte Regierungszeit (1152-1190) tun: Dabei zeigt sich, dass die vorliegende Lieferung 4 mit insgesamt 892 Regesten die zweite Stelle im Mengenranking aller vier Lieferungen einnimmt (Lief. 2: 1.217 Regesten - Lief. 3: 804 Regesten - Lief. 1: 558 Regesten). Wiewohl die Anwendung statistischer Analysen zu mittelalterlichen Phänomenen nicht zuletzt wegen der mangelnden Quellenbasis Probleme bereitet, ergeben sich wertvolle Einblicke: So lässt sich etwa zeigen, dass eine hohe durchschnittliche Überlieferungsdichte (51-100 Regesten pro Jahr) für insgesamt 18 der Regierungsjahre vorliegt. Eine außerordentlich hohe Überlieferungsdichte ist für die Jahre 1162 (173 Regesten), 1167 (155 Regesten), 1159 (154 Regesten), 1164 (151 Regesten) und 1177 (142 Regesten) zu konstatieren. In dem nunmehr möglichen Überblick zur gesamten Regierungszeit des Staufers zeigt sich, dass hohe Überlieferungsdichte stets mit besonderer Dramatik bestimmter Jahre korreliert. Beste Beispiele sind die Jahre des zweiten, dritten und vierten Italienzugs (1159-1167) mit den hochdramatischen Konflikten mit dem Papsttum und den lombardischen Kommunen und Platz 1 für das Jahr 1162 (Zerstörung von Mailand). Das in der vorliegenden Lieferung behandelte Jahr 1189 bildet mit 201 Regesten die absolute Spitze, was sich freilich aus zwei ganz spezifischen Faktoren ergibt: zum einen der Anführung sämtlicher nicht datierbarer Deperdita und anderer Nachrichten zum Zeitpunkt unmittelbar vor dem Aufbruch auf den Kreuzzug, als der Kaiser das Reichsgebiet verließ, zum anderen der besonders hohen historiographischen Überlieferungsdichte für den Kreuzzug selbst. Bei insgesamt 3471 Regesten für die gesamte Zeit Friedrich Barbarossas kann man jedenfalls von einem Anteil von rund 60% an Regesten ausgehen, die ausschließlich durch die Einbeziehung historiographischer Quellen erstellt werden können. Erst damit ist die Epoche Friedrich Barbarossas wirklich umfassend dokumentiert.