Mittel- und spätbronzezeitliche Keramik Griechenlands
Mittel- und spätbronzezeitliche Keramik Griechenlands
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Geisteswissenschaften (20%); Geschichte, Archäologie (80%)
Keywords
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Aegean prehistory,
Middle Helladic Greece,
Mycenaean Greece,
Middle and Late Helladic Pottery
Der Band umfasst einerseits eine Präsentation von mittel- und spätbronzezeitlicher Keramik des griechischen Festlands und der Inseln Ägina und Paros aus der Sammlung Schachermeyr der Mykenischen Kommission der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, die andererseits in weiterführenden Themenbereichen der behandelten Perioden ausführlich diskutiert werden. Schachermeyrs tiefgreifende Kenntnisse der Regionen und Zeiten spiegeln sich in der überaus repräsentativen Zusammenstellung der Funde wider, deren Herkunft dokumentiert wurde und bekannt ist. Diese Fakten rechtfertigen die Publikation eines Teiles einer Studiensammlung auch in heutiger Zeit. Solcherart aufgebaute Sammlungen ermöglichen das Studium spezieller Phänomene von keramischen Kulturen, wie beispielsweise die Verbreitung von Waren, Fabrikaten oder Mustermotiven in einem weit gefassten geographischen Raum. Die Publikation ist ein zwei große Abschnitte gegliedert: der erste Abschnitt beinhaltet die Mittel- und frühe Spätbronzezeit in Zentral- und Südgriechenland, der andere die Spätbronzezeit in Nordgriechenland. Auf die Einleitung folgt die Diskussion von grauen und anderen minyschen Waren in Griechenland (Kapitel 2), gefolgt von einer Analyse der frühen Spätbronzezeit und ihren möglichen mittelhelladischen Kontinuitäten in Zentralgriechenland und der Korinthia (Kapitel 3). Beide Aspekte werden auch im kommentierten Katalogteil zu den entsprechenden Funden der Sammlung berücksichtigt (Kapitel 4). Die Kapitel zu Nordgriechenland behandeln die unterschiedlichen keramischen Kulturen Makedoniens und Thessaliens in der späten Bronzezeit (Kapitel 5), gefolgt von einem kurzen Abriss zu den jüngsten Entwicklungen in der Diskussion zur Chronologie in diesen Regionen (Kapitel 6). Der Abschnitt schließt mit einem ausführlichen Katalog zu den Funden der Sammlung (Kapitel 7). Zentraler Bestandteil des Bandes sind neben der Präsentation der Sammlungsfunde weiträumig angelegte Analysen ausgewählter Charakteristika der materiellen Kultur. So liegt hiermit erstmals eine Gesamtbetrachtung minyscher Keramikentwicklung unter Einbeziehung jüngster Forschungen zwischen Chalkidiki und Messenien vor. Die Analysen führen zur Definition einer Produktionskernzone minyscher Drehscheibenware im östlichen Zentralgriechenland sowie einer geraumen Anzahl lokaler handgemachter Warenproduktionen an anderen Orten, an denen eine partielle Überlappung mit Exporten aus der Kernzone beobachtet werden kann. Die Untersuchung der sonstigen Waren zeigt zudem, dass die Absenz der frühmykenischen Keramik im Zentralgriechenland kein Rückgang der Besiedlungsdichte bedeuten muss und dass die Periode in dieser Region neu definiert werden könnte. Ebenso werden auch die Entwicklung, Ausbreitung und Bedeutung der lokalen keramischen Gattungen und Stile im spätbronzezeitlichen Nordgriechenland ausführlich diskutiert und erläutert. Dazu werden alle bekannten Gattungen, ihr Typenspektrum und chronologische Verankerung vorgestellt, um die Funde der Sammlung entsprechend definieren zu können. Die Vorlage der mittel- und spätbronzezeitlichen Keramik vom griechischen Festland und den Inseln Paros und Ägina aus der Sammlung Schachermeyr bilden den Grundstock für die Diskussion verschiedener materieller Kulturphänomene in diesem Raum.