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Jüdische Dichter, griechische Poesie

Jewish Poets, Greek Poetry

Marieke Dhont (ORCID: 0000-0003-1520-3794)
  • Grant-DOI 10.55776/ESP27
  • Förderprogramm ESPRIT
  • Status laufend
  • Projektbeginn 01.09.2022
  • Projektende 31.12.2027
  • Bewilligungssumme 287.711 €

Wissenschaftsdisziplinen

Geschichte, Archäologie (40%); Philosophie, Ethik, Religion (40%); Sprach- und Literaturwissenschaften (20%)

Keywords

    Ancient Judaism, Hellenistic Literature, Biblical Studies, Septuagint

Abstract

In der hellenistischen Welt war Griechisch die Lingua Franca in der Antike. In dieser Zeit, vom 3. Jahrhundert v. Chr. bis mindestens zum 1. Jahrhundert n. Chr., benutzten die Juden im antiken Mittelmeerraum auch Griechisch und verfassten Literatur auf Griechisch, einschließlich einer Vielzahl von Gedichten. Sie schufen zum Beispiel Epik, Tragödie und Orakeldichtung. Dieses Projekt wird die erste systematische Analyse dieses faszinierenden Textkorpus liefern und zu einem neuen Verständnis des antiken jüdischen literarischen Schaffens beitragen. Beim Studium der griechischen Literatur wurden jüdische Dichter oft vernachlässigt, weil sie im Vergleich zu hellenistischen Zeitgenossen wie Apollonius Rhodius und Callimac hos nicht als kanonisch angesehen werden. Diese jüdischen Dichter wurden oft übersehen und ihre poetischen Talente wurden nicht immer gewürdigt. Tatsächlich waren Juden jedoch Teil der kulturellen Vielfalt der hellenistischen Welt. In der Zwischenzeit lag der wissenschaftliche Schwerpunkt beim Studium der jüdischen Identität in der Antike oft auf dem Judentum, wie es durch semitische und jüdisch- biblische Quellen repräsentiert wird, wie die Beweise, die in Qumran gefunden wurden. Aufgrund einer modernen wissenschaftlichen Konstruktion von Hellenismus und Judentum als monolithische kulturelle Einheiten im Gegensatz, wo mehr Griechisch oft als weniger jüdisch interpretiert wurde, ist das griechischsprachige Judentum noch nicht vollständig in unser Verständnis des Judentums des Zweiten Tempels integriert. Dieses Projekt wird den Status der jüdisch-griechischen Poesie als literarische Werke und ihrer Autoren als legitime Stimmen einer jüdischen Identität wiederherstellen. Es wird zu einer größeren Wertschätzung des griechischsprachigen Judentums neben Hebräisch und Aramäisch als Teil der vielfältigen, mehrsprachigen Natur des Judentums in der Antike beitragen. Gleichzeitig wird es auch ein besseres Verständnis dafür vermitteln, wie eine Minderheitskultur in der Antike die sprachlichen und literarischen Traditionen der kulturellen Mehrheit übernommen und angepasst hat, um ihre eigene Identität auszudrücken.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Salzburg - 100%
Nationale Projektbeteiligte
  • Thomas Schirren, Universität Salzburg , nationale:r Kooperationspartner:in
Internationale Projektbeteiligte
  • Sylvie Honigman, Tel Aviv University - Israel

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