Frauen und Fruchtbarkeit in Byzanz (330-1204)
Fertility Control in Byzantium
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Humanmedizin, Gesundheitswissenschaften (10%); Soziologie (20%); Sprach- und Literaturwissenschaften (70%)
Keywords
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Byzantium,
Women'S History,
Contraception,
Abortion,
Fertility Control
Dieses Projekt untersucht, wie Frauen im Byzantinischen Reich insbesondere in den Jahren zwischen der Gründung Konstantinopels (330 n. Chr.) und dem Vierten Kreuzzug (1204 n. Chr.) ihre Fruchtbarkeit regelten und Entscheidungen über ihr reproduktives Leben trafen. Während die Rollen byzantinischer Frauen in Bereichen wie Religion (als Heilige), Wirtschaft (als Mäzeninnen) und Mutterschaft Gegenstand zahlreicher Studien waren, wurden die Möglichkeiten, wie sie Kontrolle über ihre eigenen Körper ausübten etwa durch Praktiken wie Empfängnisverhütung und Abtreibung weitgehend übersehen. Diese Forschung schließt diese Lücke und beleuchtet einen wichtigen, aber bisher wenig erforschten Aspekt der byzantinischen Gesellschaft. Durch die Untersuchung der Fruchtbarkeitskontrolle hebt das Projekt die Handlungsfähigkeit von Frauen in einer Gesellschaft hervor, die oft als durch strenge religiöse und soziale Normen geprägt angesehen wird. Gleichzeitig bietet es neue Perspektiven auf übergreifende Themen wie Gesundheit, Moral und Recht in der Antike und im Mittelalter. Das Projekt stützt sich auf eine breite Palette historischer Quellen, darunter medizinische Abhandlungen, Gesetzestexte, religiöse Schriften, Heiligenbiografien (alle auf Griechisch verfasst) und sogar physische Objekte wie sogenannte Gebärmutter-Amulette. Gemeinsam liefern diese Quellen ein reichhaltiges Bild davon, wie Empfängnisverhütung und Schwangerschaftsabbruch in der byzantinischen Kultur verstanden, praktiziert und reguliert wurden. Neben der Analyse dieser Quellen wird das Projekt eine linguistische Datenbank zu Begriffen im Zusammenhang mit Fruchtbarkeitskontrolle erstellen. Diese Datenbank wird ein wertvolles Werkzeug für zukünftige Forschungen sein, da sie das Studium der byzantinischen Konzepte und Diskussionen über reproduktive Gesundheit erleichtert. Die Ergebnisse werden umfassend verbreitet, unter anderem durch wissenschaftliche Artikel, Vorträge auf internationalen Konferenzen und eine speziell gewidmete Konferenz über Fruchtbarkeitskontrolle in Byzanz und darüber hinaus, welche schließlich in einem Sammelband münden wird. Indem das Projekt ein bisher übersehenes Thema behandelt eines, das stark mit aktuellen Debatten über reproduktive Rechte und Gesundheit resoniert wird es unser Verständnis der Frauengeschichte vertiefen und zu laufenden Diskussionen über Geschlecht, Gesundheit und individuelle Handlungsfreiheit in der Antike und im Mittelalter beitragen.
- Grace Stafford, nationale:r Kooperationspartner:in
- Basema Hamarneh, Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Isabel Grimm-Stadelmann - Deutschland
- Petros Bouras-Vallianatos - Griechenland
- Milan Vukašinovic - Schweden
- Zubin Mistry - Vereinigtes Königreich
- Stavroula Constantinou, University of Cyprus - Zypern