Energiestoffwechsel und Pharmakodynamik im Gehirn
Energy metabolism and pharmacodynamics in the human injured brain - a clinical microdialysis study
Wissenschaftsdisziplinen
Klinische Medizin (100%)
Keywords
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Subarachnoid Hemorrhage,
Energy Metabolism,
Pharmacodynamics,
Brain Microdialysis,
Cerebral Perfusion Pressure,
Valproic Acid
Nervenzellschäden durch Mangeldurchblutung ist eine der Haupturachen für Mobidität und Mortalität nach Subarachnoidalblutung (SAH). Mangeldurchblutung führt zu einer Umstellung des Energiestoffwechsels und damit zu Veränderungen der Konzentrationen der Energiestoffwechselprodukte in der Gewebsflüßigkeit des Gehirns. Mit Hilfe der Mikrodialysetechnik ist eine kontinuierliche und genaue Erfassung der Zusammensetzung von Gewebsflüßigkeiten direkt am Patienten möglich. Die Analyse der chemischen Substanzen in der vom Mikrodialysekatheter abtransportierten Flüßigkeit erlaubt Rückschlüsse auf den Stoffwechsel des untersuchten Gewebes. Ziel dieser Studie ist es, die Wirksamkeit bestimmter Therapiemaßnahmen, die Perfusionsdruck und Sauerstoffversorgung nach SAH verbessern und damit Nervenzellschäden verhindern oder limitieren, zu untersuchen und nähere Kenntnis zu erlangen, welcher Perfusionsdruck zur Vermeidung einer Mangeldurchblutung bei SAH notwendig ist. Es wird die Konzentration von Energiestoffwechselprodukten in den ersten Tagen nach SAH bestimmt und mit dem Verlauf klinischer Parameter (Hirndruck, Perfusionsdruck, Sauerstoffgewebsdruck, elektrische Aktivität) verglichen. Veränderungen unter routinemäßig durchgeführten Therapiemaßnahmen, die Änderungen des Perfusionsdrucks zur Folge haben, werden aufgezeichnet und ausgewertet. Antiepileptische Prophylaxe ist bei Patienten mit SAH generell empfohlen, da das Risiko eines epileptischen Anfalls hoch ist und zu einer kritischen Verschlechterung der Sauerstoffversor-gung führen kann. Phenytoin ist das meist verwendete Antiepileptikum für diese Anwendung. Valproinsäure hat ein ebenso breites Wirkungsspektrum, die Häufigkeit gravierender Neben-wirkungen ist möglicherweise geringer. Kenntnisse über den zeitlichen Verlauf von Medika-mentenkonzentrationen im Hirngewebe könnten es in Zukunft ermöglichen, die Dosierung dieser Medikamente direkt dem Gewebsspiegel anzupassen. Dies wäre insbesondere bei Medi-kamenten, die ihren Wirkungsort im Hirngewebe haben, wie Antiepileptika, von wesentlichem Fortschritt. Die therapeutische Wirkung könnte damit verbessert und toxische Nebenwirkungen möglichst gering gehalten werden. Ziel des zweiten Teils der Studie ist es daher, den zeitlichen Verlauf der Hirngewebskonzentrationen beider Antiepileptika zu bestimmen, mit dem Verlauf der Konzentrationen im Blut zu vergleichen, die klinische Wirksamkeit zu vergleichen und damit eine mögliche Alternativtherapie mit weniger toxischen Nebenwirkungen zu evaluieren.