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Erhebung der landwirtschaftlichen Anpassungsfähigkeit im Dauergrünland (REGARDS)

Assessing the responsiveness of farmer´s grassland management practices (REGARDS)

Markus Schermer (ORCID: 0000-0002-0392-9072)
  • Grant-DOI 10.55776/I1055
  • Förderprogramm International - Multilaterale Initiativen
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.12.2012
  • Projektende 31.10.2016
  • Bewilligungssumme 89.670 €

ERA-Net: Biodiversa

Wissenschaftsdisziplinen

Andere Agrarwissenschaften (55%); Biologie (15%); Soziologie (30%)

Keywords

    Resilience, Multi Level Governance, Marginal Grassland, Farm Level Decision

Abstract Endbericht

Zielsetzung: Das Ziel dieses Teilprojektes ist es Faktoren zu erheben, die die Anpassungsfähigkeit landwirtschaftlicher Betriebe an sozio-ökonomische und klimatische Veränderungen positiv oder negativ beeinflussen. Unterschiedliche Ebenen von Governance (von lokal bis supranational), neue technologische Möglichkeiten und ökonomische Zwänge resultieren in teilweise widersprüchlichen Anreizen und Einschränkungen für Managemententscheidungen auf landwirtschaftlichen Betrieben. Damit werden auch die Möglichkeiten, über landwirtschaftliche Betriebsentscheidungen Kipppunkte in der Landschaftsentwicklung zu vermeiden und letztlich die Biodiversität im Dauergrünland zu erhalten, bestimmt. Landwirtschaftliche Betriebe müssen vorausschauend erkennen, ob sie sich einem Kipppunkt (mit irreversiblen Änderungen) nähern und rechtzeitig mit einer Änderung der Praktiken darauf reagieren. Um den Spielraum für derartige Betriebsentscheidungen besser auszuloten und die bestimmenden Einflussfaktoren sowie ihr Zusammenwirken besser zu verstehen, werden drei Standorte (Stubaital in Österreich, Lautaret in den französischen Alpen und Oppdal in Norwegen) untersucht. Durch den Vergleich von zwei Studienregionen mit unterschiedlichen geographischen und strukturellen Verhältnissen innerhalb der EU und einer weiteren außerhalb, wird es möglich, das Zusammenwirken einzelner Systeme von multilevel Governance, technologischem Wandel und wirtschaftlicher Entwicklung zu besser zu verstehen und allgemeine Schlüsse auf den Entscheidungsspielraum der LandwirtInnen zu ziehen. Daraus können Empfehlungen für die Gestaltung von Governance Systemen abgeleitet werden, die es Bäuerinnen und Bauern erlauben besser und rascher auf Veränderungen zu reagieren. Das Teilprojekt ist in drei Arbeitsschritte gegliedert: Arbeitsschritt 1: eine Erhebung der bestehenden wissenschaftlichen Literatur zum Zusammenhang zwischen Governance (Förderprogrammen, rechtlichen Vorgaben, Regeln und Normen) und landwirtschaftlichen Praktiken mit Einfluss auf Biodiversität. Dies erlaubt Rückschlüsse auf die Rahmenbedingungen für die Anpassungsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe. Arbeitsschritt 2: eine Erhebung möglicher Faktoren, die die Entscheidungen auf der betrieblichen Eben beeinflussen in allen drei Untersuchungsgebieten. Diese Faktoren betreffen Governance Systeme, aber auch gesellschaftliche, technologische und wirtschaftliche Einflüsse, welche aus vielen unterschiedlichen Richtungen (Landwirtschaft, Tourismus, Naturschutz, Raumplanung etc.) auf landwirtschaftliche Betriebsentscheidungen einwirken. Ziel ist es, den konkreten Spielraum für betriebliche Entscheidungen in den drei Untersuchungsgebieten auszuloten. Die Daten werden über Interviews mit regionalen Schlüsselpersonen erhoben. Sie stellen vorläufige Informationen über die relative Bedeutung dieser Faktoren, deren gegenseitiges Zusammenwirken und ihre Effekte auf die Biodiversität von Dauergrünland dar. Arbeitsschritt 3: eine dreistufige Delphiumfrage um die Kenntnis der Auswirkungen dieser verschiedenen Einflussfaktoren zu verfeinern. Experten auf unterschiedlichen räumlichen Ebenen (von regional bis supranational) werden dabei über ihre Einschätzungen befragt. Die Hauptpbereiche betreffen Änderungen im Management von Dauergrünland hinsichtlich der Kippunkte bezüglich Biodiversität, die Einflüsse von Programmen und Technologie-entwicklungen, sowie das Monitoring möglicher Indikatoren um zeitgerechtes Feedback zu erhalten. Vorläufige Ergebnisse aus anderen Teilprojekten fließen dabei in die unterschiedlichen Stufen der Befragung ein. Den Experten wird nach jeder Runde die Möglichkeit geboten, ihr Urteil im Lichte der Ergebnisse der vorherigen Runde zu überprüfen und gegebenenfalls zu revidieren. Der Delphiprozess wird es erlauben, die Szernarien, die in einem weiteren Teilprojekt erarbeitet werden, zu präzisieren und Empfehlungen für eine Verbesserungen der Anpassungsfähigkeit des Gesamtsystems zu liefern.

REGARDS untersuchte, welche Mechanismen die Resilienz von Grünland, und damit seine Reaktion auf soziale bzw. Umweltveränderungen, beeinflussen. Ziel war es damit, Bedingungenherauszufinden, welche die sozio-ökologische Resilienz von Grünland von der Betriebsebene bis hin zur regionaler Ebene zu stärken in der Lage sind. Die Untersuchungen fanden in den Französischen Alpen (Lautaret, Hautes-Alpes), in Norwegen (Oppdal) und Österreichischen Alpen (Stubaital, Tirol) statt. Der Sozio-ökonomische Teil des Projektes untersuchte das landwirtschaftliche System in den drei Beispielsregionen und leitete daraus ab, welche Auswirkungen gesellschaftliche, wirtschaftliche und klimatische Veränderungen auf die Wirtschaftsweise der Bäuerinnen und Bauern haben. Zusätzlich wurden national und international ExpertInnen in einer großangelegten Delphi-Umfrage zu ihrer Einschätzung gegenwärtiger Trends der Bewirtschaftung, sowie zur zukünftigen Gestaltung von Maßnahmen und deren Umsetzung befragt. Generell betreffen die möglichen Maßnahmen sowohl Anreize und Förderungen (für die Offenhaltung der Landschaft, regionale Vermarktung von Produkten oder Kooperationen mit Tourismus), wie auch Einschränkungen und Auflagen (z.B. um sauberes Wasser oder Schutz vor Naturgefahren zu gewährleisten). Die Experten schlagen vor, dass sich Maßnahmen stärker an den gewünschten Ergebnissen orientieren und weniger rigide Vorschriften mit fixen Schnittzeitpunkten etc. beinhalten sollten. Ähnlich wie bei einem ergebnisorientierten Naturschutzplan sollte es den BewirtschafterInnen freigestellt sein, wie ein gesellschaftlich erwünschtes Ergebnis erzielt wird. Mehr Flexibilität in der Durchführung soll den BäuerInnen und Bauern auch ermöglichen rascher auf sich verändernde klimatische Bedingungen zu reagieren. Die ExpertInnen empfehlen weiters, dass die Zielvorstellungen unter Einbindung unterschiedlicher Stakeholdergruppen partizipativ erarbeitet werden um den verschiedenen Interessenslagen gerecht zu werden. Insbesondere sollten aber auch mehr als bisher Bauern und BäuerInnen selbst an der Konzeption beteiligt werden.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Innsbruck - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Gerd Gleixner, Max-Planck-Gesellschaft - Deutschland
  • Frank Poly, CNRS - Frankreich
  • Sandra Lavorel, Centre National de la Recherche Scientifique - Frankreich
  • Karoline Daugstad, Norwegian University of Science and Technology - Norwegen
  • Eric F. Lambin, Stanford University - Vereinigte Staaten von Amerika

Research Output

  • 70 Zitationen
  • 4 Publikationen
Publikationen
  • 2015
    Titel Country Report Austria, Work package 4 REGARDS (REsilience of marginal GrAssland and biodiveRsity management Decision Support).
    Typ Journal Article
    Autor Schermer M
    Journal Report
  • 2015
    Titel Delphi Report: how to enhance adaptive and reflexive forms of governance?
    Typ Journal Article
    Autor Schermer M Et Al
    Journal Report
  • 2015
    Titel Case study report Stubai Valley/ Austria Work package 4 REGARDS (REsilience of marginal GrAssland and biodiveRsity management Decision Support).
    Typ Journal Article
    Autor Schermer M
    Journal Report
  • 2016
    Titel Institutional impacts on the resilience of mountain grasslands: an analysis based on three European case studies
    DOI 10.1016/j.landusepol.2015.12.009
    Typ Journal Article
    Autor Schermer M
    Journal Land Use Policy
    Seiten 382-391
    Link Publikation

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