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Management von Biodiversität und Resilienz im Dauergrünland (REGARDS)

Resilience of marginal grasslands and biodiversity management decision (REGARDS)

Ulrike Tappeiner (ORCID: 0000-0002-0195-7459)
  • Grant-DOI 10.55776/I1056
  • Förderprogramm International - Multilaterale Initiativen
  • Status beendet
  • Projektbeginn 15.01.2013
  • Projektende 14.07.2016
  • Bewilligungssumme 265.744 €
  • Projekt-Website

ERA-Net: Biodiversa

Wissenschaftsdisziplinen

Biologie (80%); Wirtschaftswissenschaften (20%)

Keywords

    Plant Functional Diversity, Climate Variability, Microbial Diversity, Ecosystem Service, Biogeochemistry, Grassland Economy

Abstract Endbericht

Graslandsysteme in Gebirgsregionen Europas sind dank der ökologischen Rahmenbedingungen, der biophysikalischen Heterogenität und Jahrhunderten der landwirtschaftlichen Nutzung Hotspots der Biodiversität. Die Verwundbarkeit dieser einzigartigen Ökosysteme in Hinblick auf Umwelt-veränderungen, sozio-ökonomischer sowie (agrar)politischer Rahmenbedingungen ist jedoch unklar. Gleichermaßen stellt sich die Frage, welche Belastbarkeit bzw. Stabilität diese Systeme aufgrund ihrer Geschichte im Schnittfeld Mensch-Umwelt entwickelt haben. Die Grenzen der Belastbarkeit und deren zukünftige Entwicklung sind weitgehend unbekannt. Dies ist auf ein unzureichendes Verständnis der Mechanismen der Stabilität (Resistenz und Resilienz) der ökologischen und menschlichen Sub-Systeme, sowie derer Wechselwirkungen hinsichtlich der Ökosystemleistungen zurückzuführen. REGARDS hat zum Ziel, die Mechanismen der Resilienz von Graslandsystemen in Gebirgsregionen hinsichtlich globaler Umwelt- und sozialer Veränderungen zu erfassen, um die sozio-ökologische Resilienz vom Bauernhof bis hin zur Region zu verbessern. REGARDS bearbeitet die folgenden Fragen: 1) Lassen sich in der Kombination von Klimawandel (inkl. Wetterextreme) und Bewirtschaftung Schwellenwerte der Stabilität von Graslandökosystemen identifizieren? 2) Inwieweit beeinflusst die ober- und unterirdische funktionelle Diversität die Reaktion von Graslandökosystemen auf Veränderungen des Klimas und der Landnutzung? 3) Wie beeinflusst die Zusammensetzung und Konfiguration der Landschaft die Resilienz von Ökosystemleistungen? 4) Können mehrstufige politische Strukturen die rasche Anpassung an sozio-ökonomische Veränderungen, die sowohl Biodiversität als auch Ökosystemleistungen beeinflussen, erleichtern? 5) Verbessern oder verschlechtern regionale Integration bzw. Globalisierung durch die Auswirkungen auf die Flüsse von Ökosystemleistungen, Humankapital und Information die Resilienz? 6) Welche Kombination von ökologischen und sozio-ökonomischen Prozessen determinieren die Resilienz von Ökosystemleistungen? Unterschiedliche alpine Graslandstandorte in Österreich, Frankreich und Norwegen, ermöglichen aufgrund von verschiedenen biophysikalischen Prozessen und wirtschaftlichen Strukturen die Erforschung sich gegenseitig ergänzender Dimensionen sozio-ökologischer Resilienz. Fragestellungen (1) und (2) werden mit Hilfe eines experimentellen Ansatzes verfolgt. Dabei werden Manipulationen der funktionellen Pflanzendiversität und von Klima- und Landnutzungsänderungen mit modernsten Analysen der boden-mikrobiellen Diversität und Fluxomics kombiniert (WP1&2). Mit Hilfe historischer Landschaftsanalysen der letzten 60 Jahre werden Landschaftsfunktion und Landschaftsstruktur sowie deren Auswirkungen auf Ökosystemleistungen bewertet (Fragestellung (3), WP3). Fragestellung (4) wird durch die Bewertung lokaler, regionaler-, nationaler- und EU Programme hinsichtlich ihrer Beeinflussung der Entscheidungen der Bauern und deren Resilienz unter Berücksichtigung der vielen Einflussfaktoren dieser Entscheidungsfindung untersucht (WP4). Der Frage (5) wird durch Rekonstruktion von regionalen Austauschprozessen jedes Untersuchungsgebietes basierend auf vergangener Landnutzung und durch den Vergleich von Indikatoren sozio-ökologischer Resilienz in Raum und Zeit nachgegangen (WP5). Basierend auf dem Erkenntnisgewinn der Fragestellungen 1-5 wird die Frage (6) mit Hilfe eines partizipativen szenarienbasierten Ansatzes beantwortet (WP6). Dabei werden von lokalen und regionalen InteressensvertreterInnen und EntscheidungsträgerInnen Szenarien unterschiedlicher Ausprägungen des Systems Mensch-Umwelt sowie politischer Strukturen definiert. Die daraus entstehenden Szenarien werden hinsichtlich Biodiversität, Ökosystemleistungen, materiellem Wohlstand und damit verbundener Schwellenwerte der Stabilität evaluiert. Daraus entsteht letztendlich der Erkenntnisgewinn über die Resilienz auf unterschiedlichen Ebenen: vom Bauernhof zur Region.

REGARDS untersuchte Strukturen, welche die Resilienz von Grünland und damit seine Reaktion auf soziale bzw. Umweltveränderungen, bedingen. Ziel war es damit, die sozio-ökologische Resilienz von Grünland von der Betriebsebene hin zu regionaler Ebene zu stärken. Untersuchungen haben in den Französischen Alpen (Lautaret, Hautes-Alpes) und Österreichischen Alpen (Stubaital, Tirol) stattgefunden. Auf traditionell bewirtschafteten Flächen zeigten Pflanzen und Boden in Klimaexperimenten zwar eine geringe Resistenz gegenüber Dürre, dafür aber eine schnelle Erholung. Dies ist auf v.a. auf die funktionelle Zusammensetzung, insbesondere auf schnell wüchsige Pflanzen und bestimmte mikrobielle Gemeinschaften zurückzuführen. Aufgelassene Flächen zeigten eine höhere Resistenz, was auf eine höhere Stresstoleranz zurückzuführen ist. Durch eine angepasste Bewirtschaftung könnte somit möglichen Ernteausfällen aufgrund von Extremwetterereignissen entgegengewirkt werden. Zudem unterscheiden sich einzelne Ökosystemleistungen in ihrer Resilienz, d.h. liegt der Fokus der Bewirtschaftung z.B. auf bereitstellenden Leistungen müssen auch die Konsequenzen auf regulierende oder kulturelle Leistungen beachtet werden. Die Untersuchung historischer Zeitschritte zeigte, dass räumliche Wechselwirkungen von Ökosystemleistungen, v.a. in heterogenen Landschaften, eine hohe Multifunktionalität gewährleisten. Das sollte in der Ausgestaltung von Agrarumweltmaßnahmen berücksichtigt werden. Dem hohen lokalen Potential zur Anpassungsfähigkeit von Grünland sollte durch entsprechende Institutionen und Werte Rechnung getragen werden. Mit Landwirten erarbeitete Regulierungsmaßnahmen könnten die Wettbewerbsfähigkeit von Betrieben und gleichzeitig traditionelle Bewirtschaftungsformen unterstützen. Außerdem sollten soziale/psychologische Faktoren, z.B. Heimatverbundenheit, in die Ausgestaltung agrarpolitischer Maßnahmen einbezogen werden, da diese bislang ausschließlich auf den ökonomischen Aspekt abzielen.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Innsbruck - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Gerd Gleixner, Max-Planck-Gesellschaft - Deutschland
  • Frank Poly, CNRS - Frankreich
  • Sandra Lavorel, Centre National de la Recherche Scientifique - Frankreich
  • Karoline Daugstad, Norwegian University of Science and Technology - Norwegen
  • Eric F. Lambin, Stanford University - Vereinigte Staaten von Amerika

Research Output

  • 2289 Zitationen
  • 19 Publikationen
Publikationen
  • 2024
    Titel Recurrent drought increases grassland community seasonal synchrony
    DOI 10.1101/2024.01.29.577778
    Typ Preprint
    Autor Müller L
    Seiten 2024.01.29.577778
    Link Publikation
  • 2016
    Titel Plant functional assemblages as indicators of the resilience of grassland ecosystem service provision
    DOI 10.1016/j.ecolind.2016.09.024
    Typ Journal Article
    Autor Kohler M
    Journal Ecological Indicators
    Seiten 118-127
    Link Publikation
  • 2016
    Titel Linking long-term landscape dynamics to the multiple interactions among ecosystem services in the European Alps
    DOI 10.1007/s10980-016-0389-3
    Typ Journal Article
    Autor Egarter Vigl L
    Journal Landscape Ecology
    Seiten 1903-1918
    Link Publikation
  • 2016
    Titel Cultural ecosystem services of mountain regions: Modelling the aesthetic value
    DOI 10.1016/j.ecolind.2016.04.001
    Typ Journal Article
    Autor Schirpke U
    Journal Ecological Indicators
    Seiten 78-90
    Link Publikation
  • 2021
    Titel Ecological memory of recurrent drought modifies soil processes via changes in soil microbial community
    DOI 10.1038/s41467-021-25675-4
    Typ Journal Article
    Autor Canarini A
    Journal Nature Communications
    Seiten 5308
    Link Publikation
  • 2018
    Titel Towards a Comparable Quantification of Resilience
    DOI 10.1016/j.tree.2018.01.013
    Typ Journal Article
    Autor Ingrisch J
    Journal Trends in Ecology & Evolution
    Seiten 251-259
    Link Publikation
  • 2017
    Titel Climate change versus land-use change—What affects the mountain landscapes more?
    DOI 10.1016/j.landusepol.2016.10.019
    Typ Journal Article
    Autor Tasser E
    Journal Land Use Policy
    Seiten 60-72
  • 2017
    Titel Land use in mountain grasslands alters drought response and recovery of carbon allocation and plant-microbial interactions
    DOI 10.1111/1365-2745.12910
    Typ Journal Article
    Autor Karlowsky S
    Journal Journal of Ecology
    Seiten 1230-1243
    Link Publikation
  • 2017
    Titel Elevation alters ecosystem properties across temperate treelines globally
    DOI 10.1038/nature21027
    Typ Journal Article
    Autor Mayor J
    Journal Nature
    Seiten 91-95
  • 2017
    Titel Future impacts of changing land-use and climate on ecosystem services of mountain grassland and their resilience
    DOI 10.1016/j.ecoser.2017.06.008
    Typ Journal Article
    Autor Schirpke U
    Journal Ecosystem Services
    Seiten 79-94
    Link Publikation
  • 2017
    Titel Land Use Alters the Drought Responses of Productivity and CO2 Fluxes in Mountain Grassland
    DOI 10.1007/s10021-017-0178-0
    Typ Journal Article
    Autor Ingrisch J
    Journal Ecosystems
    Seiten 689-703
    Link Publikation
  • 2017
    Titel Historical trajectories in land use pattern and grassland ecosystem services in two European alpine landscapes
    DOI 10.1007/s10113-017-1207-4
    Typ Journal Article
    Autor Lavorel S
    Journal Regional Environmental Change
    Seiten 2251-2264
    Link Publikation
  • 2016
    Titel Few multiyear precipitation–reduction experiments find a shift in the productivity–precipitation relationship
    DOI 10.1111/gcb.13269
    Typ Journal Article
    Autor Estiarte M
    Journal Global Change Biology
    Seiten 2570-2581
    Link Publikation
  • 2018
    Titel Accounting for Complexity in Resilience Comparisons: A Reply to Yeung and Richardson, and Further Considerations
    DOI 10.1016/j.tree.2018.06.006
    Typ Journal Article
    Autor Bahn M
    Journal Trends in Ecology & Evolution
    Seiten 649-651
    Link Publikation
  • 2018
    Titel Drought-Induced Accumulation of Root Exudates Supports Post-drought Recovery of Microbes in Mountain Grassland
    DOI 10.3389/fpls.2018.01593
    Typ Journal Article
    Autor Karlowsky S
    Journal Frontiers in Plant Science
    Seiten 1593
    Link Publikation
  • 2020
    Titel Drought and recovery effects on belowground respiration dynamics and the partitioning of recent carbon in managed and abandoned grassland
    DOI 10.1111/gcb.15131
    Typ Journal Article
    Autor Ingrisch J
    Journal Global Change Biology
    Seiten 4366-4378
    Link Publikation
  • 2019
    Titel Geographical heterogeneity in mountain grasslands dynamics in the Austrian-Italian Tyrol region
    DOI 10.1016/j.apgeog.2019.03.006
    Typ Journal Article
    Autor Hinojosa L
    Journal Applied Geography
    Seiten 50-59
  • 2025
    Titel Recurrent drought amplifies drought impacts and increases seasonal synchrony in mountain grassland communities
    DOI 10.1002/oik.11276
    Typ Journal Article
    Autor Müller L
    Journal Oikos
    Link Publikation
  • 2014
    Titel Summer drought alters carbon allocation to roots and root respiration in mountain grassland
    DOI 10.1111/nph.13146
    Typ Journal Article
    Autor Hasibeder R
    Journal New Phytologist
    Seiten 1117-1127
    Link Publikation

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