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Bcl-2 Proteine in der Pathobiologie und Therapie der Chronisch Lymphatischen Leukämie

Bcl-2 family members in the pathobiology and therapy of Chronic Lymphocytic Leukemia

Alexander Egle (ORCID: 0000-0003-0648-4416)
  • Grant-DOI 10.55776/I1299
  • Förderprogramm Einzelprojekte International
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.02.2014
  • Projektende 31.01.2017
  • Bewilligungssumme 257.229 €
  • Projekt-Website

DACH: Österreich - Deutschland - Schweiz

Wissenschaftsdisziplinen

Biologie (30%); Gesundheitswissenschaften (70%)

Keywords

    CLL, Bcl-2 family, BH3-only proteins, Drug resistance, Apoptosis, Therapy

Abstract Endbericht

In chronisch lymphatischer Leukämie (CLL) ist sowohl das Überleben von Tumorzellen, wie auch deren Chemoresistenz zurückzuführen auf eine abnorme Regulation von Apoptose Signalwegen. Ex vivo tritt Apoptose in CLL Zellen jedoch sehr rasch auf, wodurch deutlich wird, dass ein zielgerichter, funktioneller Mechanismus zur Induktion von Zelltod prinzipiell existiert. In vivo wird dieser Zelltod induzierende Mechanismus jedoch durch Überlebensstimuli, vermittelt über Zellen des Mikromilieus, übergangen. CLL Zellen exprimieren hohe Mengen des anti-apoptotischen Proteins Bcl-2, welches weiter positive Überlebensfaktoren wie Mcl-1, Bcl-XL und A1 nach Signalen aus dem Mikromilieu induzieren kann. Paradoxerweise sind aber auch pro-apoptotische Proteine wie Bim, Bmf und Noxa in CLL Zellen exprimiert, was als gescheiterter Versuch der normalen und funktionellen Zelltod Maschinerie die abnormen Tumorzellen entfernen zu wollen, interpretiert werden kann. Nach der Behandlung mit dem zytotoxischen Chemotherapeutikum Fludarabin, welches immer noch als Goldstandard für die Therapie von CLL angesehen wird, kommt es zudem zu einer Hochregulation des ebenfalls pro-apoptotische Proteins Puma. In der hier vorgeschlagenen Studie ist es unser Ziel jene relevanten Apoptose Mediatoren, sowie deren übergeordnete Signalwege zu identifizieren, die entscheidend daran mitwirken könnten die Balance von CLL Zellen in Richtung Zelltod umzukehren, mit dem Hintergrund neue Therapiekonzepte für eine ansonsten unheilbare Erkrankung zu finden. Relevante Signale die im Mikromilieu für das Überleben von CLL Zellen mit großer Sicherheit eine Rolle spielen, beinhalten Antigenstimulation, zelluläre Adhäsion sowie T-Zell CLL-Zell Interaktionen, was uns die Möglichkeit gibt die Auswirkung dieser verschiedenen Stimuli und Signalwege auf Mitglieder der Bcl-2 Familie in einem malignen Kontext zu untersuchen. Aus diesem Grund planen wir (i) die Identifikation jener Mitglieder der Bcl-2 Familie deren Defizienz oder Überexpression einen signifikanten Einfluss auf die Tumor Entwicklung hat, (ii) eine stringente Charakterisierung der übergeordneten Signale aus dem Mikromilieu und deren Signalübertragung die letztlich zur Modulation entscheidender Apoptose Regulatoren führt und (iii) die Entwicklung einer eleganten Wirkstoff Kombination zur Behandlung von CLL, welche einerseits relevante Zelltod assoziierte Signalwege induziert und anderseits diese Signale durch die Verwendung geeigneter BH3 Mimetika amplifiziert. Aufgrund der komplexen Abhängigkeit der CLL Zellen von Ihrem Mikromilieu werden wir sowohl aufwändige Kokultur Systeme für in vitro Untersuchungen, als auch geeignete Mausmodelle für in vivo Experimente verwenden, um die verschiedenen Facetten der aus dem Mikromilieu stammenden Impulse adäquat nachstellen und deren Auswirkung auf die Bcl-2 Proteinfamilie und das Überleben von CLL Zellen analysieren zu können.

Das Projekt untersuchte die Rolle von Bcl-2 Familienmitgliedern in chronisch lymphatischen Leukämie (CLL) in Hinblick auf neue Therapieansätze und Resistenzmechanismen oder möglichen Kombinationstherapien. Neben Untersuchungen primärer humaner CLL Zellen verwenden wir genetisch veränderte Mäuse (das Tcl1 transgene Mausmodell), welche im Laufe ihres Lebens eine der humanen CLL hochgradig ähnliche Erkrankung entwickeln. Zudem können in diesem Mausmodell Bcl-2 Familienmitglieder spezifisch und gerichtet überexpremiert oder ausgeschalten werden. Wir konzentrierten uns hierbei auf die antiapoptotischen Proteine Mcl-1 und Bcl-2 (letzteres in Kooperation mit Andreas Villunger, Biocenter Innsbruck), sowie die proapoptotischen Familienmitglieder Puma und Bmf. Es zeigt sich, dass in allen untersuchten Mausstämmen die Entstehung von CLL nur mäßig beschleunigt wird. Dies ist entgegen der ursprünglichen Annahme, wonach die Überexpression von antiapoptotischen oder die Defizient in proapoptotischen Bcl-2 Familienmitgliedern einen Überlebensvorteil für Tumorzellen darstellen sollte. Ursächlich hierfür ist eine Kompensation innerhalb der Bcl-2 Proteinfamilie, die die Deregulation eines Familienmitgliedes durch Anpassung anderer Familienmitglieder zu regulieren vermag. Erst wenn diese Kompensation außer Balance gerät manifestiert sich dies in einer veränderten Prognose. Evidenzen für diese Hypothese zeigten sich in humaner CLL, in der die Überexpression sowohl von pro- als auch antiapoptotischen Bcl-2 Familienmitgliedern mit einer deutlich schlechteren Krankheitsprognose assoziiert war. Die Deregulation einzelner Mitglieder hingegen, war nicht ausreichend um den Krankheitsverlauf von CLL signifikant vorherzusagen. Ein anderes Bild ergab sich in Situationen, in denen Tumore Stresssituationen ausgesetzt waren. Solche Stresssituationen sind zum einen der Entzug des schützenden Mikromilieus, welches für die Teilung und das Überleben von CLL Zellen entscheidend ist und zum anderen Tumortherapien. Auf Entzug des Mikromilieus reagierten Tumor mit Mcl-1 Überexpression oder Puma bzw. Bmf Defizienz weniger sensibel als Tcl-1 tg Tumore mit einem CLL typischen Bcl-2 Rheostat. Unter Therapiebedigungen mit Ibrutinib und Venetoclax, jenen 2 Substanzen die derzeit in der CLL Behandlung eine entscheidende Rolle spielen, zeigten sich insbesondere für Tumore mit fehlender Bmf oder Puma Expression interessante Ergebnisse. Bmf Defizienz war verbunden mit Venetoclax Resistenz, während Puma Defizienz Ibrutinib Resistenz in einer Mikromilieu abhängigen Art und Weise vermittelte. Aus diesen Daten können Rückschlüsse auf mögliche Therapieresistenzen in CLL gezogen werden und helfen sinnvolle Kombinationskonzepte zu erstellen.

Forschungsstätte(n)
  • Paracelsus Med.-Priv.-Univ. Salzburg / SALK - 100%
Nationale Projektbeteiligte
  • Philipp Jost, Medizinische Universität Graz , nationale:r Kooperationspartner:in
  • Andreas Villunger, Medizinische Universität Innsbruck , nationale:r Kooperationspartner:in
Internationale Projektbeteiligte
  • Christoph Borner, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg - Deutschland
  • Georg Häcker, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg - Deutschland
  • Thomas Brunner, Universität Konstanz - Deutschland
  • Ana J. Garcia-Saez, Universität Köln - Deutschland
  • Thomas Kaufmann, University of Bern - Schweiz

Research Output

  • 364 Zitationen
  • 11 Publikationen
Publikationen
  • 2020
    Titel TCL1 transgenic mice as a model for CD49d-high chronic lymphocytic leukemia.
    DOI 10.1038/s41375-020-0759-3
    Typ Journal Article
    Autor Härzschel A
    Journal Leukemia
    Seiten 2498-2502
  • 2015
    Titel B-cell receptor usage correlates with the sensitivity to CD40 stimulation and the occurrence of CD4+ T-cell clonality in chronic lymphocytic leukemia
    DOI 10.3324/haematol.2015.124719
    Typ Journal Article
    Autor Zaborsky N
    Journal Haematologica
    Link Publikation
  • 2015
    Titel Depletion of CLL-associated patrolling monocytes and macrophages controls disease development and repairs immune dysfunction in vivo
    DOI 10.1038/leu.2015.305
    Typ Journal Article
    Autor Hanna B
    Journal Leukemia
    Seiten 570-579
  • 2018
    Titel Exome sequencing of the TCL1 mouse model for CLL reveals genetic heterogeneity and dynamics during disease development
    DOI 10.1038/s41375-018-0260-4
    Typ Journal Article
    Autor Zaborsky N
    Journal Leukemia
    Seiten 957-968
    Link Publikation
  • 2018
    Titel Casein kinase 1 is a therapeutic target in chronic lymphocytic leukemia
    DOI 10.1182/blood-2017-05-786947
    Typ Journal Article
    Autor Janovska P
    Journal Blood
    Seiten 1206-1218
    Link Publikation
  • 2015
    Titel Chronic lymphocytic leukaemia induces an exhausted T cell phenotype in the TCL1 transgenic mouse model
    DOI 10.1111/bjh.13467
    Typ Journal Article
    Autor Gassner F
    Journal British Journal of Haematology
    Seiten 515-522
    Link Publikation
  • 2015
    Titel CD4+ T cells, but not non-classical monocytes, are dispensable for the development of chronic lymphocytic leukemia in the TCL1-tg murine model
    DOI 10.1038/leu.2015.307
    Typ Journal Article
    Autor Kocher T
    Journal Leukemia
    Seiten 1409-1413
    Link Publikation
  • 2016
    Titel Bcl-2 proteins in development, health, and disease of the hematopoietic system
    DOI 10.1111/febs.13683
    Typ Journal Article
    Autor Kollek M
    Journal The FEBS Journal
    Seiten 2779-2810
    Link Publikation
  • 2016
    Titel CD1d expression on chronic lymphocytic leukemia B cells affects disease progression and induces T cell skewing in CD8 positive and CD4CD8 double negative T cells
    DOI 10.18632/oncotarget.10372
    Typ Journal Article
    Autor Zaborsky N
    Journal Oncotarget
    Seiten 49459-49469
    Link Publikation
  • 2015
    Titel The AKT1 isoform plays a dominant role in the survival and chemoresistance of chronic lymphocytic leukaemia cells
    DOI 10.1111/bjh.13542
    Typ Journal Article
    Autor Hofbauer S
    Journal British Journal of Haematology
    Seiten 815-819
    Link Publikation
  • 2015
    Titel Lessons from gain- and loss-of-function models of pro-survival Bcl2 family proteins: implications for targeted therapy
    DOI 10.1111/febs.13188
    Typ Journal Article
    Autor Sochalska M
    Journal The FEBS Journal
    Seiten 834-849
    Link Publikation

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