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Translationale Implementierung genetischer Parameter in Management des MDS (TRIAGE-MDS)

Translationale Implementation of genetic evidence in the management of MDS (TRIAGE-MDS)

Reinhard Stauder (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/I1576
  • Förderprogramm International - Multilaterale Initiativen
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.04.2014
  • Projektende 31.03.2018
  • Bewilligungssumme 195.962 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (100%)

Keywords

    MDS, Clonal Evolution, Next Generation Sequencing, Prognosis, EU-MDS Registry, Molecular Aberrations

Abstract Endbericht

Myelodysplastische Syndrome (MDS) umfassen eine heterogene Gruppe von maligenen, hämatologischen Erkrankungen mit sehr unterschiedlichem klinischem Verlauf. Die Prognose reicht von einer stabilen, indolenten Erkrankung bis hin zu aggressiven Formen mit einem rapiden Übergang in eine aktute myeloische Leukämie. Mit den aktuellen Risikoscores ist die Prognose einzelner Patienten derzeit sehr schwer vorherzusagen. MDS sind eine der häufigsten Formen von Blutkrebs, deren Prävalenz auf Grund der Zunahme an älteren Menschen deutlich zunimmt und somit von großer klinischer Relevanz ist. Eine umfassende Analyse der molekularen Mutationen bei MDS ist daher als diagnostischer, prognostischer und prädiktiver Parameter von großer Bedeutung. Dies ist nun mittels der neuen high throughput Methode "Next- Generation-Sequencing" (NGS) möglich. In diesem Projekt wird NGS-Technologie angewendet und validiert werden, um alle bisher bekannten genetischen Aberrationen bei MDS in einem einzigen Ansatz analysieren und auszuwerten. Es wird Zellmaterial von 1000 neu-diagnostizierten Patienten mit Niedrig-Risiko MDS aus dem EU-MDS Register analysiert. Das EU-MDS stellt ein seit Jahren rekrutierendes, europäisches Register für MDS unter Beteiligung Österreichs dar. Es ist das größte Register weltweit. Neben sämtlichen klinischen und demographischen Daten sind alle therapeutischen Maßnahmen sowie follow-up Daten alle sechs Monate sowie die Lebensqualität, der Allgemeinzustand und die Komorbiditäten dokumentiert. Zellmaterial vom Zeitpunkt der Erstdiagnos und von verschiedenen Zeitpunkten im follow-up ist in der Mehrzahl der PatientInnen asserviert. Die Ergebnisse aus dem durch NGS erhaltenen Mutationsreport werden mit den klinischen Daten verglichen. Nach Erstanalysen des klinischen Datensatzes erfolgen Qualitätssicherung, Aktualisierung und Review auf Vollständigkeit, Plausibilität und Validität der Daten in Kooperation mit dem Datenzentrum des EU-MDS Register in Leeds, UK und dem Institut für Biostatistik, Universität Münster, Deutschland. Relevante Daten werden extrahiert und ein klinischer Datensatz generiert (validated clinical database). Nach Erstellung eines Auswertungsplans und Schaffen einer Schnittstelle zwischen den molekularen Daten und den klinischen Daten erfolgt die statistische Modellierung der Assoziationen zwischen molekularen Parametern und demographischen sowie klinischen Parametern wie dem Überleben, der Transfusionshäufigkeit, der Lebensqualität, und dem Ansprechen auf verschiedene Therapiemodalitäten (integrated data analysis). Besondere Berücksichtigung finden Aspekte älterer MDS-PatientInnen wie Lebensqualität, Begleiterkrankungen und Allgemeinzustand. Eine Modellierung der Analysen erfolgt unter dem Aspekt möglicher unterschiedlicher Aggregationen der molekularen Daten und kausal involvierter pathways unter klinischen Gesichtspunkten. Diese Analysen werden wichtige Konsequenzen für das Verständnis der Krankheits-progression und die klonale Evolution haben und somit die Basis für maßgeschneiderte Therapiealgorithmen zur Verhinderung der Progression bei MDS legen.

Myelodysplastische Sydrome (MDS) umfassen eine heterogene Gruppe hämatologischer Erkrankungen. Die Prognose für MDS PatientInnen ist sehr variabel und reicht von einem gleichbleibenden Gesundheitszustand, über langsam fortschreitende bis hin zu sehr aggressiven Formen. So entwickeln 30% der PatientInnen mit MDS eine aggressive akute myeloide Leukämie (AML). Bisher ist schwer abschätzbar, welchen Verlauf die Erkrankung bei einzelnen PatientInnen nehmen wird. So ist auch unklar, welcher Patient jeweils besser von einer sofortigen Therapie, oder doch von einem Beobachten und Abwarten profitiert. In diesem Projekt erfolgte eine umfassende genetische Analyse der molekularen Mutationen in einer großen, klinisch gut untersuchten Patientengruppe, um eine bessere Diagnose und Prognose und damit auch gezieltere Behandlungsstrategie zu ermöglichen. Dadurch soll in individualisierter Art und Weise zum richtigen Zeitpunkt die passende Therapiefür den jeweiligen Patienten entwickelt werden. Die gesundheitsbezogene Lebensqualität (QOL) und deren Einschränkung bei MDS PatientInnen stand im Fokus der Teilstudie, die von den österreichischen Projektpartnern durchgeführt wurde. Dafür wurde die Lebensqualität von 1690 PatientInnen aus dem EUMDS Register mit Hilfe des validierten Score EQ-5D-3L erfasst. Um MDS spezifische Einschränkungen festzustellen, erfolgte ein Vergleich mit einer alters- und geschlechtsgemachten Vergleichskohorte. Bei PatientInnen mit MDS wurden signifikant häufiger Probleme mit Schmerz/Beschwerden (49.5%), Beweglichkeit (41.0%), Angst/Depression (37.9%) und alltäglichen Aktivitäten (36.1%) festgestellt. Mobilität, Selbstversorgung, alltägliche Aktivitäten, sowie Schmerz/Beschwerden und der selbstbeurteilte Gesundheitszustand (EQ-VAS) waren signifikant häufiger bei älteren und weiblichen PatientInnen eingeschränkt, aber auch bei jenen, die unter Komorbiditäten litten, wenig Hämoglobin hatten, oder einen hohen Bedarf an Bluttransfusionen aufwiesen. In der nicht an MDS erkrankten Vergleichskohorte waren Probleme mit alltäglichen Aktivitäten und Angst/Depression wesentlich seltener. Vor allem männliche und ältere MDS Patienten empfanden eine Einschränkung in der Mobilität, während weibliche und jüngere MDS PatientInnen häufig unter Angst/Depression litten. Zusammenfassend sind Einschränkungen in der Lebensqualität bei PatientInnen, die gerade mit IPSS low-risk MDS diagnostiziert wurden häufig. Dadurch wird die Notwendigkeit einer individuellen Therapie, die darauf abzielt, die Lebensqualität zu verbessern, hervorgestrichen. Dementsprechende überarbeitete Therapierichtlinien sind derzeit in Entstehung.

Forschungsstätte(n)
  • Medizinische Universität Innsbruck - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Martin Dugas, Universität Münster - Deutschland
  • Pierre Fenaux, Hopital Avicenne - Frankreich
  • Joop Jansen, Radboud University Nijmegen Medical Centre - Niederlande

Research Output

  • 919 Zitationen
  • 17 Publikationen
Publikationen
  • 2018
    Titel Digital PCR: A Sensitive and Precise Method for KIT D816V Quantification in Mastocytosis
    DOI 10.1373/clinchem.2017.277897
    Typ Journal Article
    Autor Greiner G
    Journal Clinical Chemistry
    Seiten 547-555
    Link Publikation
  • 2017
    Titel Clonal evolution in myelodysplastic syndromes
    DOI 10.1038/ncomms15099
    Typ Journal Article
    Autor Da Silva-Coelho P
    Journal Nature Communications
    Seiten 15099
    Link Publikation
  • 2017
    Titel GLM-based optimization of NGS data analysis: A case study of Roche 454, Ion Torrent PGM and Illumina NextSeq sequencing data
    DOI 10.1371/journal.pone.0171983
    Typ Journal Article
    Autor Sandmann S
    Journal PLOS ONE
    Link Publikation
  • 2017
    Titel Evaluating Variant Calling Tools for Non-Matched Next-Generation Sequencing Data
    DOI 10.1038/srep43169
    Typ Journal Article
    Autor Sandmann S
    Journal Scientific Reports
    Seiten 43169
    Link Publikation
  • 2017
    Titel Geriatrisches Assessment bei Patienten mit hämatologischen Neoplasien
    DOI 10.1007/s00391-017-1222-6
    Typ Journal Article
    Autor Hofer B
    Journal Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie
    Seiten 247-258
    Link Publikation
  • 2017
    Titel Labile plasma iron levels predict survival in patients with lower-risk myelodysplastic syndromes
    DOI 10.3324/haematol.2017.171884
    Typ Journal Article
    Autor De Swart L
    Journal Haematologica
    Seiten 69-79
    Link Publikation
  • 2017
    Titel Proposed minimal diagnostic criteria for myelodysplastic syndromes (MDS) and potential pre-MDS conditions
    DOI 10.18632/oncotarget.19008
    Typ Journal Article
    Autor Valent P
    Journal Oncotarget
    Seiten 73483-73500
    Link Publikation
  • 2017
    Titel Patient-reported outcomes enhance the survival prediction of traditional disease risk classifications: An international study in patients with myelodysplastic syndromes
    DOI 10.1002/cncr.31193
    Typ Journal Article
    Autor Efficace F
    Journal Cancer
    Seiten 1251-1259
    Link Publikation
  • 2020
    Titel Development of a core outcome set for myelodysplastic syndromes – a Delphi study from the EUMDS Registry Group
    DOI 10.1111/bjh.16654
    Typ Journal Article
    Autor Rochau U
    Journal British Journal of Haematology
    Seiten 405-417
    Link Publikation
  • 2020
    Titel Novel dynamic outcome indicators and clinical endpoints in myelodysplastic syndrome; the European LeukemiaNet MDS Registry and MDS-RIGHT project perspective
    DOI 10.3324/haematol.2020.266817
    Typ Journal Article
    Autor De Witte T
    Journal Haematologica
    Seiten 2516-2523
    Link Publikation
  • 2020
    Titel Malnutrition in Older Patients With Hematological Malignancies at Initial Diagnosis – Association With Impairments in Health Status, Systemic Inflammation and Adverse Outcome
    DOI 10.1097/hs9.0000000000000332
    Typ Journal Article
    Autor Stauder R
    Journal HemaSphere
    Link Publikation
  • 2021
    Titel Core Set of Patient-Reported Outcomes for Myelodysplastic Syndromes - EUMDS Delphi Study in Patients and Hematologists
    DOI 10.1182/bloodadvances.2021004568
    Typ Journal Article
    Autor Stojkov I
    Journal Blood Advances
    Seiten 1-12
    Link Publikation
  • 2018
    Titel Health-related quality of life in lower-risk MDS patients compared with age- and sex-matched reference populations: a European LeukemiaNet study
    DOI 10.1038/s41375-018-0089-x
    Typ Journal Article
    Autor Stauder R
    Journal Leukemia
    Seiten 1380-1392
    Link Publikation
  • 2018
    Titel Diagnosis, management and response criteria of iron overload in myelodysplastic syndromes (MDS): updated recommendations of the Austrian MDS platform
    DOI 10.1080/17474086.2018.1420473
    Typ Journal Article
    Autor Valent P
    Journal Expert Review of Hematology
    Seiten 109-116
  • 2018
    Titel Fatigue at baseline is associated with geriatric impairments and represents an adverse prognostic factor in older patients with a hematological malignancy
    DOI 10.1007/s00277-018-3420-8
    Typ Journal Article
    Autor Hofer F
    Journal Annals of Hematology
    Seiten 2235-2243
    Link Publikation
  • 2015
    Titel Validation of the revised international prognostic scoring system (IPSS-R) in patients with lower-risk myelodysplastic syndromes: a report from the prospective European LeukaemiaNet MDS (EUMDS) registry
    DOI 10.1111/bjh.13450
    Typ Journal Article
    Autor De Swart L
    Journal British Journal of Haematology
    Seiten 372-383
    Link Publikation
  • 2016
    Titel Erythropoiesis-stimulating agents significantly delay the onset of a regular transfusion need in nontransfused patients with lower-risk myelodysplastic syndrome
    DOI 10.1111/joim.12579
    Typ Journal Article
    Autor Garelius H
    Journal Journal of Internal Medicine
    Seiten 284-299
    Link Publikation

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