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Systematische Identifizierung antifungaler Targets durch metabolische Netzwerkanalyse (AspMetNet)

Systematic identification of antifungal drug targets by a metabolic network approach

Hubertus Haas (ORCID: 0000-0003-2472-9878)
  • Grant-DOI 10.55776/I1616
  • Förderprogramm International - Multilaterale Initiativen
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.03.2014
  • Projektende 31.03.2018
  • Bewilligungssumme 167.349 €
  • Projekt-Website

ERA-NET: Infect-ERA

Wissenschaftsdisziplinen

Biologie (60%); Gesundheitswissenschaften (20%); Informatik (20%)

Keywords

    Metabolic network, Regulation, Modelling, Virulence, Aspergillus fumigatus, Drug target

Abstract Endbericht

Pilzinfektionen stellen eine große Gefahr für immunsupprimierte Patienten dar. Die antifungale Therapie ist aber mit unspezifischen Symptomen, suboptimaler diagnostischer Möglichkeiten und eingeschränkten Behandlungsmöglichkeiten konfrontiert. Momentan verfügbare antifungale Medikamente interferieren mit pilzlicher Membran bzw. Zellwand und sind zum Teil durch limitierte Effizienz sowie drastische Nebenwirkungen und Resistenzentwicklung gekennzeichnet. Pilze weisen eine Vielfalt spezifischer Stoffwechselwege auf, die trotz des großen Potentials bisher als Ziel für antifungale Therapie vernachlässigt wurden. Der Erreger der Aspergillose, die Gattung Aspergillus, hat offensichtlich keine spezifischen Virulenzfaktoren. Die Pathogenität dieser Hyphenpilze fußt wahrscheinlich auf seiner Anpassungsfähigkeit in Bezug auf Gewebspenetration bzw. Nährstoffaufnahme und Metabolisierung. Damit ist Aspergillus ein Paradigma für den Stoffwechsel als Hauptziel zur Verbesserung der antimykotischen Therapie. Das Ziel dieser Studie ist die umfassende und systematische Charakterisierung des Stoffwechsels als Virulenzdeterminante von Aspergillus fumigatus, da diese Spezies für die meisten Aspergillose-Erkrankungen verantwortlich ist. Ausgehend von, mit dem annotierten Genom abgeglichenen, Transkriptom-Daten, werden mittels metabolischer Netzwerk Rekonstruktion pilzspezifische Stoffwechselwege und enzymatische Schlüsselreaktionen identifiziert. Das Ziel dieser Analyse ist die Vorhersage von Genen, deren Inaktivierung zu Auxotrophie oder Lethalität führt. Nach Priorisierung, werden diese "Kandidaten-Gene", systematisch inaktiviert bzw konditional exprimiert. Die resultierenden Mutantenstämme werden dann einer extensiven Phänotypisierung unterzogen, die unter anderem Virulenztestung im Tiermodell beinhaltet. Aufgrund der erzielten Ergebnisse, wird dann das metabolische Netzwerkmodell iterativ verbessert, was zu weiteren Kandidaten-Gene führt, die wiederum experimentell validiert werden. Diese systematische, experimentell validierte, metabolische Netzwerkanalyse hat also das Ziel neue potentielle antifungale Angriffsstellen im Stoffwechsel von A. fumigatus zu identifizieren, um die therapeutische Intervention bei Pilzinfektionen zu verbessern.

Pilzinfektionen, speziell durch den Schimmelpilz Aspergillus fumigatus, stellen eine große Gefahr für immunsupprimierte Patienten dar. Momentan verfügbare Antimykotika sind zum Teil durch limitierte Effizienz sowie drastische Nebenwirkungen und Resistenzentwicklung gekennzeichnet. Pilze weisen eine Vielfalt spezifischer Stoffwechselwege auf, die trotz des großen Potentials bisher als Ziel für antimykotische Therapie vernachlässigt wurden. Die Pathogenität dieser Hyphenpilze fußt maßgeblich auf dessen Anpassungsfähigkeit in Bezug auf Gewebspenetration bzw. Nährstoffaufnahme und Verstoffwechslung. Damit ist A. fumigatus ein Paradigma für den Stoffwechsel als Hauptziel zur Verbesserung der antimykotischen Therapie. Das Ziel dieser Studie war die systematische Charakterisierung von Stoffwechselwegen in A. fumigatus in Bezug auf dessen Virulenz. Ausgehend von Genaktivierungsprofilen wurden mittels metabolischer Netzwerk-Rekonstruktion pilzspezifische Stoffwechselwege und enzymatische Schlüsselreaktionen identifiziert, deren Inaktivierung zur Auxotrophie (Abhängigkeit von Stoffwechselmetaboliten) oder Letalität führt. Nach Priorisierung wurden Kandidaten-Gene in A. fumigatus inaktiviert und die resultierenden Mutantenstämme einer extensiven Stoffwechselanalyse unterzogen, die unter anderem Virulenztestung im Tiermodell beinhaltete. So konnte gezeigt werden, dass die Biosynthese der Aminosäure Histidin sowie der Vitamine Riboflavin und Pantothensäure für die Virulenz von A. fumigatus essentiell sind. In Vergleich führte die Inaktivierung der Biosynthese von Arginine nur zur Abschwächung der Virulenz während der Verlust der prosthetischen Gruppe Sirohäm keinen Einfluss auf die Virulenz hatte. Somit hat diese Studie die Biosynthesewege für Histidin, Riboflavin und Pantothensäure als potentielle Ziele für die Entwicklung neuer antimykotischer Therapien identifiziert. Zugleich haben diese Studien mit Auxotrophie- Mutanten verschiedene Wirtsnischen von A. fumigatus in Bezug auf das Nährstoffangebot charakterisiert.

Forschungsstätte(n)
  • Medizinische Universität Innsbruck - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Thomas Dandekar, Julius-Maximilians-Universität Würzburg - Deutschland
  • Sven Krappmann, Universitätsklinikum Erlangen - Deutschland
  • Nir Osherov, Tel Aviv University - Israel

Research Output

  • 502 Zitationen
  • 11 Publikationen
Publikationen
  • 2019
    Titel The Lysine Deacetylase RpdA Is Essential for Virulence in Aspergillus fumigatus
    DOI 10.3389/fmicb.2019.02773
    Typ Journal Article
    Autor Bauer I
    Journal Frontiers in Microbiology
    Seiten 2773
    Link Publikation
  • 2016
    Titel Systematic Identification of Anti-Fungal Drug Targets by a Metabolic Network Approach
    DOI 10.3389/fmolb.2016.00022
    Typ Journal Article
    Autor Kaltdorf M
    Journal Frontiers in Molecular Biosciences
    Seiten 22
    Link Publikation
  • 2017
    Titel Studies of Pseudomonas aeruginosa Mutants Indicate Pyoverdine as the Central Factor in Inhibition of Aspergillus fumigatus Biofilm
    DOI 10.1128/jb.00345-17
    Typ Journal Article
    Autor Sass G
    Journal Journal of Bacteriology
    Link Publikation
  • 2018
    Titel Riboflavin and pantothenic acid biosynthesis are crucial for iron homeostasis and virulence in the pathogenic mold Aspergillus fumigatus
    DOI 10.1080/21505594.2018.1482181
    Typ Journal Article
    Autor Dietl A
    Journal Virulence
    Seiten 1036-1049
    Link Publikation
  • 2018
    Titel Human MAIT cells are rapidly activated by Aspergillus spp. in an APC-dependent manner
    DOI 10.1002/eji.201747312
    Typ Journal Article
    Autor Jahreis S
    Journal European Journal of Immunology
    Seiten 1698-1706
    Link Publikation
  • 2018
    Titel Additional oxidative stress reroutes the global response of Aspergillus fumigatus to iron depletion
    DOI 10.1186/s12864-018-4730-x
    Typ Journal Article
    Autor Kurucz V
    Journal BMC Genomics
    Seiten 357
    Link Publikation
  • 2018
    Titel Siroheme Is Essential for Assimilation of Nitrate and Sulfate as Well as Detoxification of Nitric Oxide but Dispensable for Murine Virulence of Aspergillus fumigatus
    DOI 10.3389/fmicb.2018.02615
    Typ Journal Article
    Autor Dietl A
    Journal Frontiers in Microbiology
    Seiten 2615
    Link Publikation
  • 2019
    Titel Intermicrobial interaction: Aspergillus fumigatus siderophores protect against competition by Pseudomonas aeruginosa
    DOI 10.1371/journal.pone.0216085
    Typ Journal Article
    Autor Sass G
    Journal PLOS ONE
    Link Publikation
  • 2020
    Titel Arginine Auxotrophy Affects Siderophore Biosynthesis and Attenuates Virulence of Aspergillus fumigatus
    DOI 10.3390/genes11040423
    Typ Journal Article
    Autor Dietl A
    Journal Genes
    Seiten 423
    Link Publikation
  • 2019
    Titel Aspergillus-Pseudomonas interaction, relevant to competition in airways
    DOI 10.1093/mmy/myy087
    Typ Journal Article
    Autor Sass G
    Journal Medical Mycology
    Link Publikation
  • 2016
    Titel Histidine biosynthesis plays a crucial role in metal homeostasis and virulence of Aspergillus fumigatus
    DOI 10.1080/21505594.2016.1146848
    Typ Journal Article
    Autor Dietl A
    Journal Virulence
    Seiten 465-476
    Link Publikation

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