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EUROCORES_ECRP_Comparative assessment of use and effects of eParticipation

EUROCORES_ECRP_Comparative assessment of use and effects of eParticipation

Georg Aichholzer (ORCID: 0000-0003-0620-5712)
  • Grant-DOI 10.55776/I169
  • Förderprogramm Einzelprojekte International
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.08.2009
  • Projektende 30.04.2014
  • Bewilligungssumme 294.326 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Andere Technische Wissenschaften (25%); Medien- und Kommunikationswissenschaften (25%); Politikwissenschaften (25%); Soziologie (25%)

Keywords

    E-Participation, Assessment, Sustainable Development, Democracy, Comparative, Cross-National

Abstract Endbericht

Das Kooperationsprojekt will mit einem multi-disziplinären Ansatz dazu beitragen, die nach wie vor vorhandene Forschungslücke im Bereich der Evaluierung von elektronischer Partizipation (ePartizipation) zu schließen. Im Rahmen einer Vergleichsstudie in den fünf EU-Ländern Dänemark, Deutschland, Großbritannien, Spanien und Österreich werden Qualität und Effekte von ePartizipation im Kontext von BürgerInnenbeteiligung an lokaler Nachhaltigkeitspolitik untersucht. Dabei wird folgenden forschungsleitenden Fragen nachgegangen: (1) Wie wird ePartizipation im Bereich nachhaltiger Entwicklung auf lokaler Ebene eingesetzt? (2) Welche Effekte und Auswirkungen auf umweltbezogene Einstellungen und Verhaltensweisen von BürgerInnen sowie auf die lokale Nachhaltigkeitspolitik zeichnen sich ab? (3) Welche Kontextfaktoren können herangezogen werden, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Nutzung, den Effekten und Auswirkungen von ePartizipation im nationalen sowie im länderübergreifenden Vergleich zu erklären? Um diese Fragen zu beantworten, werden elektronisch unterstützte Beteiligungsverfahren in insgesamt fünfzehn Gemeinden in fünf Ländern im Politikfeld Nachhaltige Entwicklung / Klimawandel analysiert. Das Projekt wird eine empirische Evaluierung der Rolle und Effekte elektronischer Unterstützung von BürgerInnen bei Partizipationsprozessen liefern sowie Aufschlüsse über weiterreichende Auswirkungen auf lokale Demokratie und nachhaltige Entwicklung. Dazu wird ein Spektrum von Methoden kombiniert, das Inhaltsanalysen von Online-Angeboten, Telefon- und Online-Umfragen, Website- und Logfile-Analysen sowie Fokusgruppen und Experteninterviews umfasst. Der länderübergreifende Vergleich ermöglicht es, der Relevanz von Kontextfaktoren wie unterschiedlicher Charakteristika politischer Systeme, Stile öffentlicher Verwaltung, rechtlicher Rahmenbedingungen, und kultureller Faktoren nachzugehen.

Das Projekt untersuchte Auswirkungen der Beteiligung von BürgerInnen an lokaler Klimapolitik anhand von ident organisierten Beteiligungsprozessen in sieben europäischen Regionen. Das Ziel war herauszufinden, inwiefern die TeilnehmerInnen ihr Alltagsverhalten zugunsten einer Minimierung des Ausstoßes von Treibhausgasen (THG) veränderten und welche Rolle dabei zwei unterschiedliche Formen der Beteiligung spielten: herkömmliche (direkter persönlicher Kontakt, Post, Telefon) im Vergleich zu elektronischer bzw. e-Partizipation (PC, Internet). Bei freier Wahl zwischen beiden Möglichkeiten dokumentierten die TeilnehmerInnen bis zu zwei Jahre hindurch alle zwei Monate ihr Verbrauchsverhalten und erhielten dazu laufend (mittels CO-Rechner online erstellte oder per Post zugesandte) individuelle Klimabilanzen mit dem Ziel, die Emissionen zu senken. Begleitend gab es weitere Informationsangebote und Gelegenheit zum Austausch auf Gruppentreffen und Veranstaltungen. Der Forschung lag die Annahme zugrunde, dass gemeinsames lokales Engagement kombiniert mit individueller Information zu Sensibilisierung und Verhaltensänderungen führen. Die österreichische Teilstudie trug dazu bei, erstmals ein gemeinsam entwickeltes Bewertungsinstrumentarium für Beteiligungsverfahren auf gleichartige Prozesse in drei verschiedenen Ländern anzuwenden und die Ergebnisse zu vergleichen. Der Partizipationsprozess ermöglichte den TeilnehmerInnen ein besseres Verständnis von THG-Emissionen als Folge individueller Verhaltensweisen und unterstützte die Umstellung auf einen klimafreundlichen Lebensstil. Die Auswirkungen insgesamt waren dennoch ambivalent: Zwei von drei Beteiligten in Deutschland und Österreich verbesserten ihre Klimabilanz um mindestens 2% pro Jahr, während dies in Spanien nur jeder/m Zweiten gelang. Unterschiede hinsichtlich Gemeinschaftsbildung, sozialer Kontrolle, Darstellung der Klimabilanz und Anreizen erklären dies nur zum Teil. Die Rückmeldung individueller Bilanzen zum Energieverbrauch, Verkehrsverhalten usw. reicht nicht aus, um nachhaltige Veränderungen zu klimafreundlichem Verhalten zu bewirken. Es bedarf zusätzlich unterstützender Rahmenbedingungen und Anreize, um vielerlei Hindernisse zu überwinden (z. B. sind soziale Gewohnheiten tief verwurzelt und bereits eine Flugreise kann die Bemühungen um Energieeinsparung im Haushalt eines ganzen Jahres zunichtemachen). In der Rekrutierungsphase zeigte sich eine große Diskrepanz zwischen der in Umfragen geäußerten Bereitschaft, zur THG-Reduktion beizutragen und dem tatsächlichen Verhalten. Die Registrierung zur aktiven Teilnahme beschränkte sich vorwiegend auf Umweltinteressierte. Kleinere Gemeinden hatten vergleichsweise größeren Rekrutierungserfolg, die Verbreiterung der Beteiligung bleibt jedoch eine zentrale Herausforderung. Die Option zur e-Partizipation erwies sich als Grundvoraussetzung für stärkere Beteiligung; weitaus die Mehrheit wählte diese Form. Während sich die online Teilnehmenden hinsichtlich der erzielten THG-Reduktion nicht systematisch von der anderen Gruppe unterschieden, war jedoch unter den Onlinern die Rate an vorzeitig Aussteigenden wesentlich höher. Die Ergebnisse legen nahe, dass das Internet zwar mehr Beteiligung möglich macht, aber keine Lösung für entsprechendes Engagement in Beteiligungsprozessen darstellt. Die Kombination von e-Partizipation mit herkömmlichen Formen der Teilnahme scheint für eine Öffentlichkeitsbeteiligung an der Umsetzung politischer Ziele angemessener.

Forschungsstätte(n)
  • Österreichische Akademie der Wissenschaften - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Herbert Kubicek, Universität Bremen - Deutschland
  • Jens Villiam Hoff, University of Copenhagen - Dänemark
  • Lourdes Torres, University of Zaragoza - Spanien
  • Ann Macintosh, University of Leeds - Vereinigtes Königreich

Research Output

  • 51 Zitationen
  • 14 Publikationen
Publikationen
  • 2016
    Titel Evaluating e-Participation, Frameworks, Practice, Evidence
    DOI 10.1007/978-3-319-25403-6
    Typ Book
    editors Aichholzer G, Kubicek H, Torres L
    Verlag Springer Nature
  • 2012
    Titel Using Online Carbon Calculators for Participation in Local Climate Initiatives
    DOI 10.1007/978-3-642-33250-0_8
    Typ Book Chapter
    Autor Aichholzer G
    Verlag Springer Nature
    Seiten 85-96
  • 2014
    Titel E-participation in Local Climate Initiatives. Participants' Assessments of Process and Impacts.
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Aichholzer G
    Konferenz T. Michalek, L. Hebakova, L. Hennen, C. Scherz, L. Nierling, J. Hahn (Eds.): Technology Assessment and Policy Areas of Great Transitions, Proceedings PACITA 2013 Conference in Prague. Prague, Czech Republic
  • 2011
    Titel Fostering sustainable behaviour through local climate protection initiatives: what makes citizens participate and choose specific media?
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Aichholzer G
    Konferenz Sustainable Consumption - Towards Action and Impact (2011): Abstract Volume. International Scientific Conference, November 6th-8th 2011, in Hamburg, Germany
  • 2011
    Titel E-Participation in Local Government Sustainability Policies.
    Typ Book Chapter
    Autor Aichholzer G
  • 2009
    Titel Public Policies on eParticipation in Austria
    DOI 10.1007/978-3-642-03781-8_3
    Typ Book Chapter
    Autor Aichholzer G
    Verlag Springer Nature
    Seiten 24-35
  • 2009
    Titel Evaluating eParticipation Projects: Practical Examples and Outline of an Evaluation Framework.
    Typ Journal Article
    Autor Aichholzer G
  • 2011
    Titel The role of e-participation in local government strategies for improving climate protection Performance.
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Aichholzer G
    Konferenz Proceedings of the XVI. AECA Congress 'New Business model: companies, markets and cultures', Area F - Public Sector, E-participation in Public Administration, Granada, 21-23 September
  • 2011
    Titel Online forms of political participation and their impact on Democracy.
    Typ Journal Article
    Autor Aichholzer G
    Journal ITA-manu:script 11-02, Vienna: Institute of Technology Assessment (ITA)
  • 2013
    Titel Elektronisch unterstützte Einbindung von BürgerInnen in den Klimaschutz. Potenziale und Effekte im Drei-Länder-Vergleich.
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Aichholzer G
    Konferenz Österreichische Gesellschaft für Soziologie/Institut für Soziologie der JKU (eds.), Krisen in der Gesellschaft - Gesellschaft in der Krise. Abstractband, Linz: JKU
  • 2013
    Titel How effective is citizen (e-)participation with online feedback on CO2 emissions for local climate policies?
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Aichholzer
    Konferenz 2nd Multinational Knowledge Brokerage Event: Green ICT for Sustainable Consumption? Exploring Emerging Policies and Open Research Questions. Palais Harrach, Vienna
  • 2013
    Titel Can information save energy? A three country comparison of words and actions in participatory local climate protection projects
    DOI 10.1504/ijeg.2013.053379
    Typ Journal Article
    Autor Aichholzer G
    Journal International Journal of Electronic Governance
    Seiten 66
  • 2010
    Titel Beteiligung von Bürger(inne)n an lokaler Klimaschutzpolitik. Untersuchung traditioneller und elektronischer Partizipationsformen.
    Typ Journal Article
    Autor Aichholzer G
  • 2010
    Titel Comparative Evaluation of the Impact of E-participation in Local Climate Change Policy Programs.
    Typ Book Chapter
    Autor Chappelet

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