Schaffung und Nutzung energierelevanter Innovationen
Creation and Adoption of Energy-related Innovations
DACH: Österreich - Deutschland - Schweiz
Wissenschaftsdisziplinen
Wirtschaftswissenschaften (100%)
Keywords
-
Green Innovation,
Green Growth,
Energy Efficiency,
Productivity,
Enterprise Survey,
Microeconometrics
Ein Hauptziel der Energie Strategie 2050 ist die Nutzung bestehender Potenziale zur Verbesserung der Energieeffizienz durch die Schaffung und Nutzung von energiebezogenen Innovationen. Das vorliegende Projekt zielt auf ein besseres Verständnis sowohl der Bestimmungsfaktoren alsauch der vorhandenen Potenziale.ImMittelpunkt der Betrachtung steht dabei die einzelwirtschaftliche Unternehmensebene. Die Unternehmen sind einerseits die wichtigste Quelle für energierelevante Innovationen und andererseits auch für einen wesentlichen Anteil am gesamten Energieverbrauch verantwortlich. Dieser Anteil ist z.B. größer als jener der privaten Haushalte. Die Umsetzung wirksamer wirtschaftspolitischer Maßnahmen setzt daher ein möglichst genaues Verständnis von Innovations- und Adoptionsprozessen innerhalb der Unternehmen voraus. Konkret werden wir unter Anwendung mikro-ökonometrischer Methoden in einem ersten Modellansatz folgende Aspekte untersuchen: (a) Diewesentlichen Bestimmungsfaktoren(Motive, Hinderungsgründe und wirtschaftspolitische Anreize) für die Adoption energiebezogener Innovationen auf der Basis unterschiedlicher theoretischer Modelle der Technologiediffusion. (b) Der Beitrag der Adoption neuer Innovationen im Unternehmen zu ökologischen Zielen wie z.B. der Reduktion von CO2 Emissionen. (c) Die Wirkung der Adoption neuer energierelevanter Technologien auf die wirtschaftliche Leistung der Unternehmen. Ergänzend stehen in einem zweiten Modellansatz folgende Aspekte im Mittelpunkt: (d) Die Bestimmungsfaktoren für die Schaffung energierelevanter Innovationen. (e) Die AuswirkungderSchaffungneuerenergierelevanterTechnologienauf die wirtschaftliche Leistung der Unternehmen. Das Projekt ist eine Kooperation zwischen der Konjunkturforschungsstelle (KOF) an der ETH-Zürich, dem Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) sowie dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim. Kernpunkt ist die einheitlicheund auf dieoben genanntenFragenzugeschnitteneBefragungeiner representativen Stichprobe von Unternehmen in Östereich, Deutschland und der Schweiz. Die Zusammenarbeit der drei Institute ermöglicht eine vergleichende Analyse dieser Länder, die wesentlich über die in der Literatur vorhandenen Ansätze zur Schaffung und Diffusion neuer energiebeogener Technologien hinausgeht. DerkomparativeAnsatzist deshalbvon besonderer Bedeutung, weil Österreich, Deutschland und die Schweizjeweilssehr unterschiedliche wirtschafts- und energiepolitische Ansätze verfolgen, die wir zu den beobachtbaren Unterschieden der Unternehmensbefragung in Beziehung setzen und ökonometrisch auf ihren Einfluss testen können. Auf diese Weise können wir den Einfluss der Wirtschaftspolitik auf die Schaffung und Adoption von energiebezogenen Innovationen konkreter erfassen und zu einer besseren evidenzbasierten Politik zur Erreichung der Ziele der Energiestrategie 2050 beitragen.
Das kürzlich beschlossene Klima Abkommen von Paris ist der bislang ambitionierteste Versuch einer transnationalen Zusammenarbeit zur Entschleunigung der globalen Erwärmung. Gleichzeitig werden sowohl der Umfang der beschlossenen Ziele als auch die fehlenden Mittel zu ihrer Durchsetzung kritisiert. Angesichts der großen Kluft zwischen dem wachsenden Problembewusststein einerseits und der fehlenden Bereitschaft selbst konkret zu dessen Überwindung beizutragen, kommt sowohl der ökologischen als auch der ökonomischen Wirksamkeit unterschiedlicher wirtschaftspolitischer Instrumente zur Erhöhung der Energieeffizienz eine besondere Bedeutung zu. In diesem Projekt wurde ein neuer Fragebogen entwickelt, um die Wirksamkeit unterschiedlicher umweltpolitischer Instrumente (Subventionen, Umweltsteuern, Standards oder andere mengenbezogene Regulierungen) auf die Schaffung und Anwendung neuer energiesparender (bzw. Energie aus erneuerbaren Ressourcen nutzender) Technologien zu untersuchen. Der Fragebogen wurde an rund 20.000 Unternehmen in Österreich, Deutschland und der Schweiz versandt, von denen 4.634 Unternehmen Auskunft über die Schaffung bzw. den Einsatz grüner Energietechnologien (GETs) in ihren Betrieben gegeben haben. Die Ergebnisse bestätigen die Wirksamkeit unterschiedlicher umweltpolitischer Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz sowie zur Verringerung der CO2 Emmission in den Unternehmen. Gleichzeitig scheinen die Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit der durchschnittlichen Unternehmen weitgehend neutral. Dieses Ergebnis steht im Widerspruch sowohl zur traditionellen Annahme, dass es eine negative Wechselwirkung zwischen der Umweltpolitik und der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen gibt, als auch zur sog. Porter Hypothese, die eine positive Wirkung strenger Umweltregulierungen auf die Wettbewerbsfähigkeit argumentiert. Die Beobachtung einer weitgehend neutralen Wirkung der umweltpolitischen Instrumente auf die Wettbewerbsfähigkeit der durchschnittlichen Unternehmen bewerten wir insgesamt als ein ermutigendes Signal für die Umsetzung ambitionierter Umweltziele. Schließlich bestätigen die Ergebnisse, dass verschiedene Instrumente auf unterschiedliche Aspekte der Adoption neuer grüner Energietechnologien wirken und daher die Kombination sowohl von preisbasierten (z.B. Subventionen, Steuern) wie auch mengenbasierten Instrumenten (z.B. Standards) die größte Erfolgswahrscheinlichkeit hat.
- Christian Rammer, Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH - Deutschland
- Martin Wörter, Eidgenössische Technische Hochschule Zürich - Schweiz
Research Output
- 43 Zitationen
- 6 Publikationen
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0
Titel Competitiveness and ecological impacts of green energy technologies: firm-level evidence for the DACH Region. Typ Other Autor Peneder M -
2016
Titel Creation and Adoption of Energy-related Innovations - the Main Facts DOI 10.3929/ethz-a-010696047 Typ Other Autor Arvanitis Link Publikation -
2017
Titel Does energy policy hurt international competitiveness of firms? A comparative study for Germany, Switzerland and Austria DOI 10.1016/j.enpol.2017.06.062 Typ Journal Article Autor Rammer C Journal Energy Policy Seiten 154-180 Link Publikation -
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Titel Development and utilization of energy-related technologies, Economic performance and the role of policy instruments. Typ Other Autor Spyros A -
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Titel How different policy instruments affect the creation of green energy innovation: a differentiated perspective. Typ Other Autor Rammer C Et Al -
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Titel The adoption of green energy technologies: the role of policies in an international comparison. Typ Other Autor Peneder M Et Al