EuroBABEL Ob-Ugric in Vienna
Creating descriptive resources for the endangered Ob-Ugric languages: EuroBABEL in Vienna
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Sozialwissenschaften (10%); Soziologie (10%); Sprach- und Literaturwissenschaften (80%)
Keywords
-
Linguistics,
Finno-Ugric studies,
Khanty,
Mansi,
Endangered Languages,
Online Database
Das FWF-Projekt Creating descriptive resources for the endangered Ob-Ugric Languages: EuroBABEL in Vienna war Teil des ESF/EuroCORES-Projekt-Komplexes EuroBABEL (Better Analyses Based on Endangered Languages) und innerhalb dessen Teil eines Pionierarbeit leistenden Forschungsprojektes, in dem so gut wie alle relevanten Forschungsinstitutionen die Universitäten von München, Helsinki, Szeged und Wien in Kooperation mit in Sibirien ansässigen ForscherInnen zusammenarbeiteten, um zugängliche Quellen zu erstellen und die Erforschung der ob-ugrischen Sprachen zu fördern.Die ob-ugrischen Sprachen Chantisch (Ostjakisch) und Mansisch (Wogulisch) die nächsten, wenn auch geographisch weit entfernten sprachlichen Verwandten des Ungarischen werden in Westsibirien am Fluss Ob und an seinen Nebenflüssen gesprochen. Sie sind stark gefährdet; in den meisten Sprachgemeinschaften wird die Sprache nicht mehr an die nächste Generation weitergegeben. Die ob-ugrischen Sprachen wurden seit dem 19. Jahrhundert untersucht, aber der Großteil des reichhaltigen Materials ist nur schwer zugänglich, entspricht nicht den Standards moderner Forschung oder wurde in Sprachen publiziert, die von westlichen ForscherInnen nicht oder kaum beherrscht werden (Ungarisch, Finnisch oder Russisch).Das internationale Projekt Ob-Ugric Languages versuchte diesem Umstand abzuhelfen, indem zugängliche Quellen zur Verfügung gestellt wurden in Form von annotierten Online-Textkorpora, e-Grammatiken, e-Wörterbüchern und einer e-Bibliothek (die sowohl Links als auch vollständige Textversionen von Publikationen enthält), einer Sammlung von Ethnographie- und Folklorematerial und von Links zu weiteren Quellen. Dieses Material abrufbar auf der Projekt-Website (http://www.babel.gwi.uni-muenchen.de) in englischer, deutscher und russischer Sprache kann nun von Sprachwissenschaftlern, Volkskundlern und Ethnologen weltweit verwendet werden, aber auch Menschen, die aus anderen Gründen ein besonderes Interesse an den ob-ugrischen Sprachen, deren Quellen und deren Revitalisierung haben, können davon Gebrauch machen und schließlich können dies auch die Sprechergemeinschaften und die RevitalisierungsaktivistInnen selber tun. (Im Bereich der Finno-Ugristik bedeutete das, ein gänzlich neuartiges virtuelles Forschungsumfeld zu schaffen.) Darüber hinaus bestand das übergeordnete Ziel des gesamten EuroBABEL-Projektkomplexes darin, durch neue Daten und neue Ansätze zur Entwicklung sprachwissenschaftlicher Theorien beizutragen.Als Teil dieses Unternehmens war das Wiener FWF-Projekt im Besonderen für das Erstellen von Internetquellen zur mansischen Sprache (Norddialekt) zuständig: Digitalisierung, Transkription und Analyse von Texten sowie Verfassen einer e-Grammatik für das Mansische. Die Analyse förderte neue Erkenntnisse zu bestimmten sprachlichen Eigenschaften und Kategorien zutage, die zuvor nur unzufriedenstellend beschrieben waren oder deren Vorhandensein gar nicht erkannt wurde.
- Universität Wien - 100%
- Anna Widmer, Freie Universität Berlin - Deutschland
- Elena Skribnik, Ludwig Maximilians-Universität München - Deutschland
- Ulla-Maija Kulonen, University of Helsinki - Finnland
- Marianne Bakró-Nagy, University of Szeged - Ungarn